Hausfriedensbruch durch Pokémon-Go-Spieler

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Bildquelle: pokemon.com

PELM. Im Bereich Pelm, im dortigen Adler- und Wolfspark kam es am Zeitraum vom 12.07.2016, 20:00 Uhr bis 13.07.2016, 06:00 Uhr zu einem unberechtigten Eindringen in diesen.

Ein bisher noch unbekannter Täter spielte das derzeit aktuelle Spiel „Pokemon-Go“. Hierzu drang er in den umzäunten Bereich des Parks ein, um dort ein „wildes Pokemon“ zu bekämpfen.

Bei diesem sogenannten Augmented-Reality-Spiel (computerunterstützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung) kann man den Gegner erst bekämpfen, wenn man sich mit seinem Smartphone auch in der Nähe befindet. Man spielt nicht mehr in einer virtuellen Welt, sondern macht die Umgebung zum Ort des Spielgeschehens. Und gerade markante Orte sind natürlich bei den Spielern sehr beliebt.

Offensichtlich hat man im Bereich des Parks zwei Pokemon installiert, welche bekämpft werden müssen. Spieltechnisch muss man sich diesem „wilden Pokemon“ bis auf 10 Meter nähern, um es bekämpfen zu müssen. Dazu überstiegen die Spieler die Umzäunung und betraten widerrechtlich das Gelände.

Es wurde ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs auf der Polizeiwache Gerolstein eingeleitet.

Hinweise zur Tat oder möglichen Tätern werden an die Polizeiwache Gerolstein unter 06591/95260 oder die Polizeiinspektion Daun unter Telefon 06592/96260 erbeten.

2 KOMMENTARE

  1. Meine Fresse – sowas Bescheuertes… Kann die mal bitte jemand in die Realität zurück holen?
    Die blöden Dinger sind anscheinend auch überall verteilt…

  2. Nichts gegen Spielfreude — nichts gegen das „Pokémon-go-Spiel“ — aber: Ungestörte Nachtruhe geht vor!

    Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, stellen Sie sich einmal folgendes vor:
    Sie haben sich etwa um 23:00 Uhr in Ihr Bett gelegt und haben Ihren verdienten Schlaf gefunden, um am nächsten Tag wieder fit zu sein für Ihre vielfältigen Aufgaben – dazu ist der Schlaf ja auch da. Nach einer Stunde – etwa um 24:00 Uhr werden Sie wach, weil sich auf der Straße vor Ihren Wohnungsfenstern – oder vor Ihrem Haus – einige Pokémon-Spieler-Gruppen versammelt haben, die einen eigenartigen Geräuschpegel verursachen, der Ihnen den Schlaf nimmt. Jede dieser Gruppen – ca. 5 bis 6 Personen für sich allein genommen – unterhalten sich, lachen, rufen sich zu und verursachen einen – wenn man es gutwillig beurteilt – gerade noch so erträglichen Lärm – aber – alle Gruppen zusammen genommen verursachen eben diesen Lärmpegel, der Sie aus Ihrem Bett treibt. Sie sind gewohnt, gerade im Sommer, bei offenem Fenster zu schlafen. Das geht aber nicht mehr, weil Ihnen Zigaretten-Rauch-Schwaden ins Zimmer strömen. Spieler-Gruppen kommen mit PKWs angefahren – die Scheinwerfer leuchten in Ihr Zimmer – die Autotüren klappen – sie begrüßen sich relativ lautstark untereinander und denken gar nicht daran, dass hier Leute wohnen – usw. – Was tun Sie jetzt?

    Perspektive-Wechsel:
    Liebe Pokémon-go-Spieler, stellt Euch einmal kurz folgendes vor:
    Ihr habt jetzt ausgiebig Euer Spiel gespielt – vielleicht auch Euren Spaß gehabt – Ihr seid jetzt nach Hause gegangen – seid rechtschaffen müde – und habt Euch in Euer Bett gelegt und seid prima eingeschlafen, um wieder Energie und Kräfte aufzutanken. Nach etwa 1 Stunde entsteht vor Eurer Schlafzimmertür oder dem Fenster oder im sonstigen Umfeld ein deutlicher, diffuser Geräuschpegel, der Euch aus Eurem Bett treibt, um nachzusehen, was da eigentlich los ist. Da unterhalten sich nun einige Menschen – lachen und lassen es sich gut gehen, Eure Eltern mit Freunden vielleicht – oder ähnlich – und die kümmern sich überhaupt nicht um Euren berechtigten Protest – usw. –
    Was tut Ihr jetzt?

    Das ist die Situation, der wir – meine Frau und ich – nun schon seit es das Pokémon-go-Spiel gibt, ungefähr jeden Abend und jede Nacht ausgesetzt sind. Tagsüber verläuft sich dieser „Spielbetrieb“ ganz normal. Aber abends und ganz besonders in der Nacht wird er zum Problem – direkt vor unserer Wohnung in der 1. Etage im Eckhaus Steinweg 1 / Neustadtstraße, vor der Alten Fuldabrücke.

    Fakt ist nun folgendes – (Die Textzitate kann jeder unter den Stichworten im Internet selber finden):

    „Die Nachtruhe ist in Deutschland ein Begriff des Schallimmissionsschutzes. Der Rechtsbegriff der Nachtruhe ist in einigen Landes-Immissionsschutzgesetzen geregelt. Während der Nachtruhe sind Betätigungen verboten, welche die Nachtruhe zu stören geeignet sind. Die Nachtruhe dauert in Deutschland im Allgemeinen von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr.“

    „Eine Ruhestörung (auch: Lärmstörung) ist die Belästigung anderer Personen durch Schallemissionen.
    Auch in der europäischen Richtlinie zum Umgebungslärm wird der Nachtzeitraum 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr verwendet.“

    In Gesprächen mit verschiedenen Pokémon-Spieler-Gruppen wurde mir entgegengehalten, was mir die Polizei anfangs auch sagte: „Was wollen Sie? Wir dürfen uns im öffentlichen Raum frei bewegen“. Das steht außer Frage – aber – wie es das Schallimmissionsschutz-Gesetz regelt, gilt mein Grundrecht auf ungestörte Nachtruhe ab 22:00 Uhr – spätestens ab 23:00 Uhr – eben übergeordnet. Das „Spiele-Recht“ hört nämlich da auf, wo mein Grundrecht auf ungestörte Nachtruhe beginnt! Dies möchten wir allen Pokémon-go-Spieler-Gruppen zurufen und sie eindringlich aufrufen, dies zu beachten. Es kann einfach nicht angehen, dass ich mich – in meinem Alter von 80 Jahren – jede Nacht stören lassen muss und um mein Grundrecht bemühen muss. Das gilt es nun einmal zu respektieren und zu achten. Inzwischen sieht das die Polizei auch so, wenn wir uns bei ihr meldeten, und hat schon gelegentlich Gruppen aufgelöst.

    Unabhängig von diesem Aufruf möchte ich noch auf zwei Punkte aufmerksam machen, die offenbar allgemein nicht mehr gewusst und bedacht werden:

    Punkt 1: Jedes Smartphone und jedes Handy funktioniert nur unter Verwendung des „Tantal-Erzes“, das aus dem Edelmineral „Coltan“ gewonnen wird und zur Herstellung der in nahezu jedem elektronischen Gerät verwendeten Tantal-Elektrolytkondensatoren benötigt wird. Dieses „Coltan“ kommt unter anderem in den afrikanischen Ländern Kongo, Liberia, Äthiopien, Ruanda vor – und wird dort – von Kindern mit bloßen Händen! – aus dem Erdreich abgebaut – unter strenger, ausbeuterischer Bewachung von brutalen Milizen.
    Diese Milizen „verhökern“ dieses Material so teuer es geht an die Hersteller der Geräte in unseren so „hoch entwickelten Industrienationen“ und finanzieren sich damit – die Kinder und deren Familien haben so gut wie nichts davon! Ich will nicht die Kommunikations-Geräte in unserer heutigen Mediengesellschaft verteufeln – aber – fair kann das nicht sein, wenn nicht umgehend für erträgliche Abbaubedingungen und humane Verhältnisse in diesen Ländern gesorgt wird. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn immer mehr Menschen aus diesen Ländern zu uns kommen, um auch etwas „von dem großen Kuchen abzubekommen“. Das wird eine Mega-Aufgabe für die jetzt noch „spielerischen User-Generationen“ werden, dieses Problem zu bewältigen.

    Punkt 2: Alle diese Pokémon-go-Spieler-Gruppen – nicht nur hier bei uns in Rotenburg, sondern auch global rund um den Erdball – tun, abhängig vom Spiel-System, absolut „gleichgeschaltet“ das Gleiche! Ich habe in meinem Alter von jetzt 80 Jahren noch eine Zeit miterlebt, in der wir bitter erfahren mussten, wozu „gleichgeschaltete“ Menschen fähig waren. Hier geht es jetzt nur um ein sogenanntes harmloses Spielchen, das viel Spaß machen soll – mag sein. Aber, wer sagt uns denn, dass mit „diesem System“ nicht klammheimlich auch ganz andere Inhalte transportiert werden? Kann dieses Pokémon-go-Spiel nicht auch ein raffiniert verborgen angelegter Groß-Test für ganz Anderes sein – ohne dass die „Spieler“ irgend etwas davon mitbekommen? Am Beispiel „Türkei“ erleben wir ja gerade, wie ein Volk in kürzesteter Zeit „mobilisiert“ werden kann! Mir läuft es bei diesen „versteckten“ Möglichkeiten eiskalt den Rücken herunter. Auch damit haben sich in Zukunft die jetzt noch „spielerischen User-Generationen“ auseinanderzusetzen.

    Gegenseitige Rücksichtnahme wäre schon eine der zentralen Aufgaben in unserer „Werte-Gesellschaft“ – und das wachhalten des Bewußtseins: „Mein Recht hört da auf, wo das Recht anderer beginnt.“
    Spiele sind nur schöne Spiele, wenn alle die Spielregeln einhalten.

    Helmut Scheffer – Steinweg 1 – 36199 Rotenburg a. d. Fulda 21. August 2016

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