Dolphins mit makelloser Bilanz ins Europacup-Finale

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Die Dolphins waren nicht nur offensiv das beste Team, sie glänzten auch defensiv. Von links: Tyler Saunders (Nr. (8), Janet McLachlan und Chad Jassman (Nr. 20).

NOTTWIL. Rollstuhlbasketball-Bundesligist GOLDMANN Dolphins Trier hat einen fulminanten Auftritt auf internationalem Parkett hingelegt. Nach vier Siegen in vier Spielen beim Turniers im schweizerischen Nottwil zieht das Team um Topscorer Dirk Passiwan ungeschlagen in die Finalrunden des Euro-Cup 2 (Andre-Vergauwen-Cup) ein. Dieses Turnier findet Ende April im spanischen Getafe nahe Madrid statt.

„Es war eine hervorragende Leistung aller Spieler“, resümierte Spielertrainer Dirk Passiwan nach dem Turnier. Mit vier Spielen innerhalb von zwei Tagen war es ein straffes Programm für die Trierer, die nur mit sieben Spielern in die Schweiz gereist waren. Besonders schmerzhaft immer noch der durch die Verbände erzwungene Verzicht auf Playmakerin Diana Dadzite, die immer noch seit nunmehr 2 Jahren auf ihre internationale Anerkennung als Behindertensportlerin wartet. Eine Farce, bei einer Sportlerin die seit dieser Zeit ständig im Rollstuhl sitzt und sich auch nur noch so fort bewegen kann. „Wir hatten Sorge, dass es mit der Kraft am Ende eng wird, jedoch haben wir die gesamte Saison über sehr gut und hart gearbeitet. Auch waren die Gegner teilweise doch leichter als zu Beginn eingeschätzt“,sagte Teammanager Günter Ewertz.

Erster Gegner am Freitagmittag waren die Oldham Owls aus Großbritannien. Die Mannschaft, eine Mischung aus jungen talentierten und erfahrenen Spielern, hatte den Vorteil, bereits ein Spiel absolviert zu haben. „Wir mussten relativ lange in der Halle warten, bis wir ins Geschehen eingreifen konnten. Das hat sich auch in den ersten Minuten gezeigt“, so Passiwan.

Die Dolphins fanden schwer ins Spiel, es dauerte, sich auf den unbequemen Gegner einstellen. Erst nach knapp 20 Minuten kam das deutsche Spitzenteam auf Touren. Die Dolphins stellten zur Halbzeit ihre Defense um und konnten so die Briten stärker unter Druck setzen. Am Ende des ersten Spiels konnte mit einem ungefährdeten 72:37 Sieg ein guter Einstand ins Turnier gefeiert werden.

Das zweite Spiel am selben Abend wurde zu einer einseitigen Angelegenheit. Gegen den Drittletzten der 1. französischen Liga, CTH Lannion, konnten die Spieler aus der ältesten Stadt Deutschlands Selbstbewusstsein tanken. Fast aus allen Lagen ergaben sich freie Würfe, die ihren Weg auch in den Korb fanden. Bereits nach dem ersten Viertel hatten die Trierer mit einem Abstand von fast 30 Punkten die Entscheidung erzwungen. Trainer Passiwan konnte munter durchwechseln, so dass alle Spieler Minuten auf dem Feld sammeln konnten. Er selber kam beim 102:37 Kantersieg auf insgesamt 58 Punkte. Mit zwei überzeugenden Siegen mauserten sich die Dolphins, die im Europaranking der IWBFals schwächstes Team dieser Gruppe (Platz 42) eingestuft worden waren, zum Favoriten auf den Gruppensieg.

Dieser Rolle sollten die Trierer auch am zweiten Tag des Turniers gerecht werden. Im ersten Samstagspiel bekam Nevsky Alliance aus St.Petersburg die Stärke der Moselaner zu spüren. Das russische Team, das Dirk Passiwan vor Beginn als stärkste Mannschaft eingeschätzt hatte, wurde im ersten Viertel an die Wand gespielt. „Das war wohl das beste erste Viertel dieser Saison“, zeigte sich Passiwan begeistert. Auch danach dominierten die Mannen um Kapitän Chad Jassman das Geschehen. „Erst gegen Ende haben wir ein bisschen den Faden verloren. Wir waren im Kopf schon beim Spiel gegen die Pilatus Dragons.“ Besonders im letzten Viertel ließ die Konzentration nach und es schlichen sich einige Fehler ein, die die Russen nutzen konnten. Allerdings verwalteten die Dolphins das Ergebnis zum 82:59.

Triers Spielertrainer Dirk Passiwan wurde Topscorer des Turniers in der Schweiz.
Triers Spielertrainer Dirk Passiwan wurde Topscorer des Turniers in der Schweiz.

So kam es im letzten Spiel an diesem Wochenende zum Endspiel um den Gruppensieg gegen den Gastgeber – die Pilatus Dragons. Der Verein, der bis auf wenige Ausnahmen das Schweizer Nationalteam stellt, hatte ebenfalls drei Siege auf dem Konto. „Wir hatten die Mannschaft eigentlich nicht auf der Rechnung, aber sie haben ein richtig gutes Turnier gespielt“, urteilte Passiwan. Angetrieben von den heimischen Fans wollten die Dragons den vierten Sieg. Doch auch die mitgereisten Fans aus Trier gaben im letzten Spiel noch einmal alles an den Trommeln. Die Gastgeber begannen aggressiv in der Defensive. Topscorer Passiwan wurde gedoppelt, so dass wenig Struktur im Spiel der Dolphins zu erkennen war. Bis zur Halbzeit war es ein enges Spiel. In der Pause reagierte Passiwan auf die Defensive der Schweizer. Er versuchte immer wieder, in der eigenen Hälfte zwei gegnerische Spieler zu binden, um so eine Überzahl unter dem Schweizer Korb zu schaffen. Und die Taktik ging auf. Schnell entschieden sich die Dragons, die Presse gegen Passiwan aufzugeben. „Am Ende waren wir einfach cleverer und hatten konditionelle Vorteile“, bilanzierte der beste Trierer. Groß war der Jubel nach dem 83:58 Sieg und der damit verbundenen Qualifikation für die Endrunde im spanischen Getafe Ende April.

„Natürlich sind wir froh, dass es so gelaufen ist“, sagte Ewertz, der die daheimgebliebenen Fans per Facebook-Liveticker fast sekündlich auf dem Laufenden hielt. „Wir wissen aber auch, dass die Endrunde ein richtig schweres Unterfangen wird. Alle acht Mannschaften haben gehobene internationale Klasse. Es wird mit Sicherheit ein interessantes Turnier.“

Dirk Passiwan sprach von einer sehr guten Mannschaftsleistung: „Alle Spieler haben das gezeigt, was sie können. Karlis Podnieks und Chad Jassman hätten den Sprung ins Allstar-Team sicherlich auch verdient gehabt. Aber auch die anderen haben einen guten Job gemacht – und ich war, so glaube ich, auch nicht so schlecht drauf in den vier Spielen.“

Dieser Meinung war dann auch die Spielleitung der IWBF in Nottwil, die den Trierer Spielertrainer, der mit einem Schnitt von 42 Punkten Topscorer des Turniers war, ins All-Star-Team wählte. red/wir

Statistik: Ergebnisse der Dolphins:
Dolphins – Oldham Owls / GB 72 : 37
Dolphins – CTH Lannion/F 102 : 37
Dolphins – St. Petersburg/RUS 82 : 59
Dolphins – Pilatus Dragons/CH 83 : 58

GOLDMANN Dolphins Trier:: Martin Koltes (2 – 0/2/0/0/Gesamtpunkte/gegen Oldham/Lannion/St.Petersburg/Nottwil), Janet McLachlan (40 – 12/6/6/16), Marc van de Kuilen (44 – 12/16/5/11), Karlis Podnieks (25 – 6/6/6/7), Chad Jassman (20 – 10/2/0/8), Dirk Passiwan (167 – 26/58/57/26), Tyler Saunders (41 – 6/12/8/15)

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