FRANKFURT. Jetzt ist es offiziell: Julian Nagelsmann ist nicht mehr Bundestrainer. Der Deutsche Fußball-Bund hat am Freitag die sofortige Auflösung des Vertragsverhältnisses mit dem bisherigen Nationaltrainer bestätigt. Nach dem enttäuschenden Verlauf der FIFA Weltmeisterschaft 2026 hatte Nagelsmann selbst darum gebeten, von seinen Aufgaben entbunden zu werden. Besonders brisant: Die DFB-Spitze will nun das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen.
<div style=“background:#f5f5f5;border-left:4px solid #0073c8;padding:14px 18px;margin:22px 0;font-size:16px;line-height:1.6;“> <strong>Kurz erklärt: Das ist beim DFB passiert</strong><br> Julian Nagelsmann verlässt den DFB mit sofortiger Wirkung. Gesellschaftervertreter und Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG beschlossen einstimmig die Auflösung des Vertragsverhältnisses. Nagelsmann hatte selbst darum gebeten, nach der enttäuschenden WM 2026 einen Neuanfang für die Nationalmannschaft zu ermöglichen. Auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner gehen. Der DFB will nun Gespräche mit Jürgen Klopp führen. </div>
Nagelsmann nicht mehr Bundestrainer
Der Deutsche Fußball-Bund zieht nach der WM-Enttäuschung die personellen Konsequenzen: Julian Nagelsmann verlässt den DFB.
Gesellschaftervertreter und Aufsichtsrat der DFB GmbH und Co. KG beschlossen nach Angaben des Verbandes einstimmig die sofortige Auflösung des Vertragsverhältnisses mit dem Bundestrainer. Der Vorschlag dazu kam von DFB-Präsident Bernd Neuendorf.
Nagelsmann hatte die Verbandsspitze bereits am Vortag in einem vertraulichen Gespräch darum gebeten, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden.
Entscheidung nach enttäuschender WM 2026
Hintergrund ist der enttäuschende Verlauf der FIFA Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko.
Die deutsche Nationalmannschaft blieb bei dem Turnier deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nach dieser sportlichen Enttäuschung soll nun ein unbelasteter Neuanfang ermöglicht werden.
Nagelsmann selbst erklärte, er habe in den Tagen seit dem Ausscheiden viel nachgedacht und sich mit Vertrauten in seinem persönlichen Umfeld sowie im Verband ausgetauscht. Die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen.
Sein zentrales Motiv: Die Mannschaft solle nach der Enttäuschung die Chance auf einen Neuanfang bekommen.
DFB-Präsident Neuendorf bedankt sich bei Nagelsmann
DFB-Präsident Bernd Neuendorf würdigte die Arbeit des scheidenden Bundestrainers ausdrücklich.
Nagelsmann habe seit September 2023 für den Verband gearbeitet und dabei große Einsatzbereitschaft und Ehrgeiz gezeigt. Zugleich beschrieb Neuendorf ihn als verantwortungsbewussten und aufrichtigen Menschen.
Damit versucht der DFB erkennbar, den Abschied trotz sportlicher Enttäuschung respektvoll einzuordnen.
Nagelsmann entschuldigt sich bei den Fans
Nagelsmann bedankte sich in seiner Erklärung bei seinem Trainerteam, dem Staff, den Mitarbeitenden im Verband und den Spielern.
Besonders emotional wurde seine Botschaft an die Fans. Sie hätten der Mannschaft vertraut und Energie gegeben – auch in schwierigen Phasen.
Nagelsmann machte zugleich deutlich, wie sehr ihn das WM-Aus persönlich trifft. Es tue ihm leid, dass die Mannschaft die Fans enttäuscht habe.
Auch Glück und Hübner verlassen den DFB
Mit Nagelsmann endet beim DFB nicht nur die Amtszeit des Bundestrainers.
Auch seine beiden Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner werden den Verband verlassen. Der DFB bedankte sich auch bei ihnen für ihr Engagement.
Damit steht die sportliche Führung der Nationalmannschaft vor einem größeren Umbruch.
Völler: Nagelsmann stellt Nationalmannschaft über eigene Person
Sportdirektor Rudi Völler äußerte Respekt für Nagelsmanns Entscheidung.
Nach dem für alle enttäuschenden WM-Aus übernehme Nagelsmann Verantwortung, obwohl er selbst gerne weiter gestaltet hätte. Völler betonte, Nagelsmann stelle die Nationalmannschaft als Ganzes über die eigene Person.
Zugleich machte Völler deutlich, dass er den 38-Jährigen weiter für einen exzellenten Trainer hält. Er sei überzeugt, dass Nagelsmann seinen Weg erfolgreich fortsetzen werde.
DFB will mit Jürgen Klopp sprechen
Der größte Knall steckt aber in der Nachfolgerfrage: Der DFB will nun das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen.
Nach Angaben des Verbandes hat Klopp bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, den Posten zu übernehmen.
Damit rückt der langjährige Erfolgscoach von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool in den Mittelpunkt der Bundestrainer-Debatte. Sollte es tatsächlich zu einer Einigung kommen, wäre es eine der spektakulärsten Personalentscheidungen im deutschen Fußball seit Jahren.
Klopp als Bundestrainer? Die Erwartungen wären riesig
Jürgen Klopp gilt seit Jahren als Wunschlösung vieler Fans. Kaum ein deutscher Trainer verbindet internationale Erfahrung, emotionale Strahlkraft, Führungsstärke und öffentliche Wirkung so stark wie er.
Für den DFB wäre eine Verpflichtung Klopps weit mehr als ein Trainerwechsel. Es wäre ein Signal an Fans, Spieler und Öffentlichkeit: Die Nationalmannschaft soll neu aufgeladen werden – sportlich, emotional und kommunikativ.
Gleichzeitig wären die Erwartungen enorm. Nach mehreren enttäuschenden Turnieren müsste Klopp nicht nur Ergebnisse liefern, sondern auch das Vertrauen in die Nationalmannschaft zurückholen.
Auch Andreas Rettig hört zum Jahresende auf
Neben der Trainerfrage gibt es eine weitere Personalentscheidung beim DFB.
Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig erklärte in der Sitzung der Gesellschaftervertreter und des Aufsichtsrates, dass er seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag aus persönlichen Gründen nicht verlängern werde.
Nach Angaben des DFB hatte Rettig den Präsidenten bereits vor Beginn der laufenden Weltmeisterschaft darüber informiert.
DFB vor großem Neustart
Der DFB steht damit vor einem tiefgreifenden personellen Neustart.
Nagelsmann ist weg. Seine Assistenten gehen ebenfalls. Rettig verlängert seinen Vertrag nicht. Und mit Klopp steht plötzlich ein Name im Raum, der die Bundestrainerfrage sofort zum nationalen Topthema macht.
Nach der sportlichen Enttäuschung bei der WM 2026 beginnt für die deutsche Nationalmannschaft damit eine neue Phase. Ob sie tatsächlich mit Jürgen Klopp startet, dürfte die spannendste Frage der kommenden Tage werden.
Quelle: DFB





















