Schöne Kirchen und Kapellen in der Region – St. Johannes der Täufer in Minheim

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Der großartige Hochaltar, bestehend aus Altarwand und Tabernakelaltar (Vordergrund), der sich ursprünglich in St. Gangolf in Trier befand. Foto: Martin Schmitz

MINHEIM. Auf drei Seiten von der Mosel umflossen, liegt der schmucke Weinort Minheim mit seinen ca. 450 Einwohnern auf einer Moselschleife. Die schöne Lage preist man für touristische Zwecke selbstbewusst unter der Bezeichnung „Sonneninsel“.

St. Johannes der Täufer ist schon mindestens der dritte Kirchenbau an diesem Ort. Bereits 1064 wurde eine Kirche erwähnt, ein Neubau folgte 1680, dann 1840-42 die heutige Kirche. Amüsant, dass der Grund für die beachtliche Größe des Saalbaus „in der Form einer noch klassizistisch gebundenen Neugotik“ (Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler) ausgerechnet in einer Sparmaßnahme der damaligen Dorfbewohner liegen soll: Die Männer des Ortes hatten beschlossen, „die Ausschachtungsarbeiten der Fundamente in Eigenleistung durchzuführen; dabei stieß man am Ende des bereits abgesteckten Grundrisses auf Trockenmauerreste. Um einen günstigen Aushub der Fundamente zu erhalten, entschied man sich, das Schnurgerüst in der Längsachse zu verschieben. Dadurch wurde der Grundriss wesentlich größer als eigentlich vorgesehen.“

Südseite mit Haupteingang am Westturm. Foto: Martin Schmitz

Der eindeutige Blickfang und die größte Sehenswürdigkeit der Kirche ist die beeindruckende Altaranlage, die gleich aus zwei hintereinander aufgestellten Altären besteht. Beide Teile des Altars sollen ursprünglich in der bekannten Markt- und Bürgerkirche St. Gangolf in Trier gestanden haben. Die hintere, große Altarwand, in Minheim „Chormantel“ genannt, stammt aus dem Jahr 1760 und wurde 1848 aus Trier erworben. „Wandarchitektur mit Kartuschenfüllungen; die vorspringenden Enden mit Säulen korinthischer Ordnung und Konsolenpodesten für lebensgroße Figuren.“ (Kunstdenkmäler der Rheinprovinz). Diese sind links der Kirchenpatron Johannes der Täufer, rechts der zweite Patron Hubertus. Die Bekrönung bildet eine Figur des auferstandenen Christus. Der vordere Altarteil in Rokokoformen des 18. Jahrhunderts mit dem Tabernakel und Figuren der Jungfrauen Fides (Glaube, links) und Spes (Hoffnung, rechts) soll ebenfalls aus St. Gangolf stammen.

Blick von der Orgelempore. Foto: Martin Schmitz

1987 startete eine Kirchenrenovierung, die 2001 mit der Anschaffung einer tiefen Bordunglocke als vierter Glocke des Geläutes seinen Abschluss fand. Ungewohnt die Glockenzier: Ein Fries von Kuckucken – der Kuckuck ist der Spottname der Minheimer!

Bemerkenswert in St. Johannes Minheim weiterhin eine Statue des heiligen Josefs auf der rechten Seite des Altarraums, die der Südtiroler Bildhauer Hermann Josef Runggaldier 2002 anfertigte, der Kreuzweg im Nazarener-Stil und die 1893 vom Klausener Orgelbauer Heinrich Voltmann erbaute Pfeifenorgel (13 Register) mit einem Gehäuse in schlichten, aber geschmackvollen Formen.

Die Kirche St. Johannes der Täufer gehört zur Pfarrei An Mosel und Dhron Heilige Schutzengel; Pfarrer ist Stephan Schmidt.

Weitere Bilder sowie ausführlichere Informationen zur Kirche, ihrer Lage und weiterführende Links finden sich auf der Seite des Pastoralen Raums Bernkastel-Kues. (Quelle: Pastoraler Raum Bernkastel-Kues/Martin Schmitz)

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