Streit um die Theatersanierung: Stadt reagiert auf IHK-Kritik
TRIER. Die Debatte um die geplante Sanierung des Trierer Theaters mit einem Kostenrahmen von rund 90 Millionen Euro nimmt Fahrt auf. Nach der am Dienstag veröffentlichten Kritik der Industrie- und Handelskammer (IHK), die die Finanzierung infrage gestellt hatte, haben Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) und Kulturdezernent Markus Nöhl (SPD) nun deutlich Stellung bezogen.
Leibe zeigte sich „irritiert“ über die Mitteilung der IHK, da diese aus Sicht der Stadt auf einer „falschen Interpretation“ von Zahlen in der Berichterstattung des Trierischen Volksfreunds beruhe. Lokalo.de hatte bereits Mitte März exklusiv über die Kostensteigerungen des Trierer Theaters berichtet.
Finanzierung: Vergleich mit der neuen Hauptfeuerwache
Der Oberbürgermeister betonte, dass die Sanierung des Theaters für den städtischen Haushalt ebenso tragbar sei wie die derzeit laufende Investition von 145 Millionen Euro in die neue Hauptfeuerwache mit Leitstelle und Rettungswache.
„Beides sind Großprojekte für die ganze Region Trier, und beide werden umfangreich co-finanziert“, so Leibe. Die Mittel würden zudem über einen Zeitraum von fünf bis sechs Jahren gestreckt.
„Unredlich und populistisch“: OB Leibe über IHK
Die Stadt Trier verfüge jährlich über bis zu 100 Millionen Euro investive Mittel, die auch zweistellige Millionenbeträge für Schulen, Kitas, Brückensanierungen und Gewerbegebiete wie ParQ54 umfassen. Leibe machte klar: „Zu suggerieren, eine Investition ins Theater gehe zu Lasten anderer Projekte und damit die unterschiedlichen Aufgaben der Stadt gegeneinander auszuspielen, ist angesichts der uns zur Verfügung stehenden investiven Mittel populistisch und unredlich.“
Kultur als Standortfaktor
Kulturdezernent Markus Nöhl verwies auf die historische Bedeutung der Sanierung: „Das Theater ist ein nie wirklich fertig gebautes Haus aus den 60er-Jahren. Jahrzehntelang wurden Investitionen versäumt. Mit der Sanierung machen wir es fit für die nächsten Jahrzehnte.“
Neben dem kulturellen Wert sei das Theater ein Arbeitsplatz für rund 250 Menschen und ein wichtiger Standortfaktor für Trier: „Das stärkt die Attraktivität der Stadt – auch wirtschaftlich.“
Antwort auf die IHK: „Ein echter Investitionsbooster“
Leibe wies die generelle Infragestellung des Projekts durch die IHK zurück. Gerade die regionale Wirtschaft profitiere von den Millioneninvestitionen: „Der größte Teil fließt in die Erneuerung von Technik, Elektrik und Versorgungsinfrastruktur. In diesem Sinne ist das Projekt auch ein städtischer Investitionsbooster – den eine Kammer eigentlich begrüßen sollte.“
Ob und in welchem Umfang Mittel aus dem angekündigten Investitionsbooster von Bund und Land genutzt werden können, sei aufgrund fehlender Verordnungen aus Berlin allerdings noch offen.
FAZIT
Die Stadt Trier verteidigt die Sanierung des Theaters mit Nachdruck – nicht nur als Kulturprojekt, sondern auch als wirtschaftliche Investition. Während die IHK vor finanzieller Belastung warnt, sehen OB Leibe und Dezernent Nöhl in dem Millionenprojekt vor allem einen starken Impuls für die Region.
















Herr Leibe, nehmen sie ihre Worte in dem Fall wirklich ERNST oder denken sie das Geld wächst unbegrenzt auf den Bäumen?! So einen …. wie oben aufgeführten …. Satz hätte ich eher bei Herrn Nöhl verortet.
Ich verlange einen Bürgerentscheid über Umfang und Finanzierungsvolumen der TheaterSanierung.
PS: Ich bin sehr wohl für eine abgespeckte Sa!; EU
Trier benötigt keine drei vollständigen Sparten. Auch die Personalkosten des Theaters sind exorbitant hoch. Ein Theater muss aber sein. Nur bei diesen enormen Kosten muss es doch Alternativen geben.
Bauleistungen sind gerundet ab 6.000.000 Euro EUROPAWEIT auszuschreiben. In die bisher veröffentlichten 80 Millionen passt das oft rein!
Falls sich ein Generalinvestor findet wird der sich eher im östlichen und südlichen Raum nach Fachunternehmern umsehen. Nehmen wir exemplarisch die Baustelle Eisenbahnstraße:
1 Polier, aus den neuen Ländern, Lohnniveau immer noch etwas niedriger als in den alten Bundesländern. Der Mann muss sich mit 5-7 „Helfern“ herumplagen von denen vielleicht 3 die gleiche Sprache, und die ist nicht deutsch, sprechen! Tiefsten Respekt vor dem Mann!!
Ich wäre erstaunt falls es beim Theater anders läuft!
Wie da wohl die regionale Wirtschaft profitieren kann?
Im Gegesatz zum Sport gibt es hier keinen Heimvorteil!
Ein Vergleich mit einem der Allgemeinheit wirklich dienlichen und ERFODERLICHEN Projekt wie der neuen Feuerwache ist hanebüchen und nicht nachzuvollziehen!
Vielleicht ist ein Bürgerentscheid keine schlechte Idee! Bei der „Blauen Lagune“ gings ja auch!
Wenn Trier Gewinn macht, kann es gerne Gelder in Leuchtturmprojekte pumpen, bis dahin sollte wirtschaftliches Wachstum auf Platz 1 sein, sowie Infrastruktur (Schulen) damit man sich später Theater und Co. leisten kann.
Ich verstehe nicht, woher diese immensen Kosten herkommen bei dem niedrigen Lohn der Handwerker. Wer macht sich hier die Taschen überrollt?