Viele Fragen – Bau von Batteriezellfabrik in Kaiserslautern ist ins Stocken geraten

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Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nimmt an einer Pressekonferenz zur Erteilung eines Zuwendungsbescheid für eine Batteriezellfabrik bei Opel in Kaiserslautern teil.Oliver Dietze/dpa

KAISERSLAUTERM. Das Projekt der in Kaiserslautern geplanten Batteriezellfabrik ist ins Stocken geraten. Die Staatskanzlei in Mainz teilte am Dienstag auf Anfrage mit, die Landesregierung sei am vergangenen Mittwoch von dem deutsch-französischen Batteriezellen-Hersteller ACC über die Unternehmensentscheidung informiert worden. Zuvor hatte die «Rheinpfalz» darüber berichtet.

Die Zeitung zitierte den Generalsekretär von ACC, Matthieu Hubert, der von einer «Pause» sprach. Der Markt für E-Autos entwickele sich langsamer als erwartet. Die europäischen Kunden seien noch nicht in hohem Maße bereit, auf ein neues E-Auto umzusteigen. Außerdem gebe es Hindernisse bei der Infrastruktur und hohe Materialpreise. «Bevor wir investieren, und wir sprechen von Milliarden, müssen wir die Frage beantworten, welche Art von Batteriezell-Technologie der Markt erfordert», sagte Hubert der Zeitung.

Demnach soll bis Ende dieses oder Anfang kommenden Jahres entschieden werden, wie es in Kaiserslautern weitergeht. ACC ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Autokonzerne Mercedes-Benz und Stellantis (Peugeot, Opel, Fiat) sowie des Energiekonzerns Total.

Das Projekt am Opel-Standort Kaiserslautern wird mit Steuergeld in Höhe von rund 437 Millionen Euro unterstützt. Im September 2021 hatten der damalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) einen Förderbescheid überreicht. Entstehen sollen in Kaiserslautern nach früheren Angaben rund 2.000 Arbeitsplätze.

Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht die Entscheidung von ACC als Warnsignal. «Die Politik hat mit der Strafzoll-Diskussion, dem Förderstopp für E-Fahrzeuge und dem Gesundbeten der Verbrenner die Kunden zutiefst verunsichert», sagte der Direktor des privaten CAR-Instituts. Wenn nun der Bau einer solch wichtigen Batterie-Fabrik verzögert werde, werde China seinen Vorsprung in der Produktion nur vergrößern. «So werden Arbeitsplätze aus Europa nach China exportiert.»

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5 Kommentare

  1. Das kommt davon wenn man der Bevölkerung versucht eine schwachsinnige Technologie a la Elektroauto oder Wärmepumpe aufs Auge zu drücken , obwohl jeder weiß das die altbewährte hundertmal besser funktioniert.

    • Einstein bist Du aber nicht. Die „neuen“ Techniken funktionieren bereits seit Jahrzehnten, nur sind diese aus verschiedenen Gründen noch viel zu teuer.

      • @… Dass die „neuen“ Techniken „funktionieren“ bestreitet niemand. Irgendwie funktioniert mein Staubsauger auch noch. Und man muss kein Einstein sein um mitzubekommen, wo die Prioritäten der Mobilitätsentwicklung und -forschung liegen. Garantiert nicht im reinen Elektro-Betrieb. Wenn der Staat Fahrzeuge mit Windsegeln subventionieren würde, würden die Hersteller sofort auf diesen Zug aufspringen und die üblichen naiven Verbraucher, welche alles „fressen“ was ihnen so als beste Lösung zur Weltrettung vorgegaukelt wird, machen freudestrahlend mit. Hauptsache man gehört zu den ganz Guten dieser Welt.

      • Welches Fahrzeug kannst du mir denn nennen das mit Elektroantrieb auch nur ansatzweise so effektiv arbeitet wie ein moderner Verbrennungsmotor? Welche Wärmepumpe kann effektiv in Altbauten eingesetzt werden ? Hier werden sinnlose Technologien auf den Markt geworfen und die Politik soll die Bürger zwingen den Plunder für viel Geld und im Namen des Klimaschutzes zu kaufen.

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