Dreyer: Hürden für Abschiebungen senken – Grenzkontrollen an den Binnengrenzen

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Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz. Fotio: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/Archivbild

MAINZ. „Wir haben heute wichtige Beschlüsse gefasst, um mit Humanität und Ordnung die Flüchtlingsbewegung in Deutschland zu regulieren. Es ist ein wichtiges Signal an die Menschen in unserem Land, dass alle staatlichen Ebenen auch über Parteigrenzen hinweg zu spürbaren Lösungen gekommen sind“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer nach der Konferenz der Länderchefs und –chefinnen mit Bundeskanzler Olaf Scholz.

„Nach langen und harten Verhandlungen haben wir uns auf ein ganzes Maßnahmenpaket zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen geeinigt und auch eine tragfähige Finanzierung beschlossen, die für unsere Kommunen wichtig ist. Die beabsichtigten Leistungskürzungen sollen eine Milliarde Euro Einspardividende erbringen und den Kommunen zur Verfügung gestellt werden“, so Dreyer weiter. „Die Bundesregierung wird mit der Flüchtlingspauschale in Höhe von 7.500 Euro pro Asylantrag und unter Anrechnung der zwei Maßnahmen eine Entlastung der Länder und Kommunen in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro schaffen. So soll zur Verwaltungsvereinfachung und Vereinheitlichung von Zahlvorgängen eine Bezahlkarte eingeführt werden. Hierbei soll nur noch ein klar begrenzter Teil des Leistungssatzes bar verfügbar bleiben. Wichtig ist ein bundeseinheitlicher Mindeststandard für die Bezahlkarte. Der Bezug der reduzierten Leistung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz soll künftig von 18 auf 36 Monate hochgesetzt werden. Damit fallen zum Beispiel geringere Leistungen für Gesundheitskosten an. Weiterhin sollen Leistungen, die in Gemeinschaftsunterkünften erbracht werden, vom Barbetrag abgezogen werden“, sagte Dreyer.

Neben der Beratung über Begrenzung und Finanzierung der Fluchtmigration standen auch die Weiterführung des Deutschland-Tickets und der „Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung zwischen Bund und Ländern“ im Fokus.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung stehe im engen Austausch mit den Kommunen. Viele sehen sich am Rande der Aufnahmefähigkeit. „Die Steuerung der Migration ist in weiten Teilen eine gesamteuropäische Aufgabe. Daher haben wir erfolgreich darauf gedrängt, dass die Bundesregierung mit aller Kraft Gespräche mit wichtigen Herkunftsstaaten auf höchster Ebene führt, damit weitere Migrationsabkommen zeitnah abgeschlossen werden können. Um mehr Kontrolle an den eigenen Grenzen zu erlangen, haben wir beschlossen, Grenzkontrollen an den Binnengrenzen entlang der großen Fluchtrouten an den Grenzen zur Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen zu intensivieren und so lange aufrechtzuerhalten, bis eine ausreichende Absicherung der europäischen Grenzen sichergestellt ist“, erklärte Dreyer.

„Wir wollen beschleunigte Asylverfahren bei Antragstellern aus Ländern mit einer geringen Anerkennungsquote sicherstellen. Zur Beschleunigung der Verfahren und Entlastung der Ausländerbehörden hat die Bundesregierung bereits einen Gesetzentwurf zum automatisierten Datenaustausch zwischen Ausländer- und Sozialbehörden beschlossen. Bund und Länder streben an, dass der Anhörungstermin im Asylverfahren spätestens vier Wochen nach Antragserstellung erfolgt und die behördliche Entscheidung bereits während des Aufenthalts in der Erstaufnahmeeinrichtung getroffen wird. Abgelehnte Asylsuchende und Personen, die schwere Straftaten verübt haben, sollen künftig konsequent in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden. Die Innenministerkonferenz soll prüfen, wie rechtliche Hürden dazu abgesenkt werden können. Um Abschiebungen direkt an großen deutschen Flughäfen zu ermöglichen, unterstützt der Bund im Wege der Amtshilfe die Länder. Das ist gerade für den großen Flughafen in Frankfurt ein wichtiges Steuerungselement zur Begrenzung der irregulären Einwanderung“, sagte die Ministerpräsidentin.

„Wir haben auch darüber beraten, dass wir auch mehr Kraft in die Integration der Geflüchteten stecken müssen. Wir Länder haben den Bund aufgefordert, mehr in Integrations- und Sprachkurse zu investieren, statt sie zu reduzieren, wie bislang beabsichtigt war.“

Zum „Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung zwischen Bund und Ländern“ sagte die Ministerpräsidentin: „Wichtig ist auch, dass wir Fortschritte gemacht haben, damit Projekte in Deutschland schneller umgesetzt werden können. Der Pakt schafft die Voraussetzungen dafür, dass Bahnstrecken, Straßen, Brücken, Elektrolyseure und dringend benötigter Wohnraum schneller gebaut werden können. Beim ‚Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung zwischen Bund und Ländern‘ setzen wir auch auf Digitalisierung: Öffentlichkeitsbeteiligung soll digital stattfinden können, die einzelnen Verfahrensschritte sollen jetzt auch parallel verlaufen können und nicht nacheinander, Fristverkürzungen und gemeinsame Datennutzung zum Beispiel durch ein bundesweites Umweltkataster sind vorgesehen. Baugenehmigungen auch für den privaten Wohnungsbau sollen einfacher werden. Ein Beispiel: Wird ein Dachgeschoss zum Wohnraum umgebaut, soll das leichter und schneller möglich sein und Typengenehmigungen bestimmter Bauarten sollen ebenfalls die Baugenehmigung beschleunigen.“

Erleichtert zeigte sich Ministerpräsidentin Malu Dreyer, dass es eine Verständigung über die Weiterführung des Deutschland-Tickets geben wird. „Für mich ist wichtig, dass gelungen ist, das Deutschland-Ticket zu verstetigen. Für unser Pendlerland ist das eine gute Nachricht. Allein in diesem Sommer wurden 1,03 Millionen Tickets in Rheinland-Pfalz verkauft. In ganz Deutschland sind es mehr als 11 Millionen. Wir haben beschlossen, das Ticket noch einfacher und digitaler zu machen und den ÖPNV damit zu verbessern“, so die Bilanz der Ministerpräsidentin. (Quelle: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz)

6 Kommentare

  1. Eine erstaunliche Kehrtwende in den Aussagen, diesmal um 180 Grad. Gibt es wirklich noch Leute die solche Äusserungen ernstnehmen, die völlig diametral zu den früheren Äusserungen dieser Volksvertreterin sind??

    Wie sieht denn die Realität in unserem Land zwischenzeitlich aus? Wie ist denn der nachstehende aufschlussreiche Beitrag auf Youtube zu bewerten?

    https://www.youtube.com/watch?v=rnUw_4KW6ks&t=442s

    Mittlerweile fordern die Ankommenden ein deutsches Kalifat?Wer hat diese Leute unter Umgehung der gültigen Rechtsordnung (Grundgesetz 16a/Absatz2) reingelassen?

    Ich fürchte wir sind final erledigt 🙁

  2. Der Karren, welcher von Ihnen mit Vollgas vor die Wand
    gefahren wurde, ist irreparabel.

    Daran ändern auch hochtrabende Worte nichts mehr.

  3. Dreyer: „Daher haben wir erfolgreich darauf gedrängt, dass die Bundesregierung mit aller Kraft Gespräche mit wichtigen Herkunftsstaaten auf höchster Ebene führt, damit weitere Migrationsabkommen zeitnah abgeschlossen werden können.“

    „weitere“ ist irreführend – es gibt bisher null wirksame Abkommen mit irgend jemandem, der wichtig ist. Die bestehende Vereinbarung z.B. mit Marokko wird unter 2 Prozent erfüllt. Alle bisherigen Versuche, auch jetzt jüngst in Afrika (z.B. Nigeria), sind gescheitert. Es ist auch kein greifbarer Erfolg in Sicht mit irgend einem relevanten Herkunftsstaat. Ein reines Desaster, obwohl das Problem seit Jahrzehnten(!) besteht.

    Dreyer: „…haben wir beschlossen, Grenzkontrollen an den Binnengrenzen entlang der großen Fluchtrouten an den Grenzen zur Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen zu intensivieren…“

    Niemanden interessiert das. Jeder, der behauptet, Asyl zu begehren, kommt trotzdem rein. Ohne Papiere. Ob da nun zehn Beamte an der Grenze stehen oder zehntausend, ist egal. Dafür steht der normale Personen- und Warenverkehr innerhalb der EU dann stundenlang an der Grenze in der Warteschlange. Für nichts (und jetzt bitte an den barschen Befehlston der Bundespolizei erinnern, mit dem vor 2 Jahren über Nacht die Grenze zu Luxemburg für EU-Bürger dicht gemacht wurde, ebenso für nichts und wegen nichts).

    Dreyer: „Wichtig ist auch, dass wir Fortschritte gemacht haben, damit Projekte in Deutschland schneller umgesetzt werden können. Der Pakt schafft die Voraussetzungen dafür…“ blah Beschleunigung blah Digitalisierung blah und so weiter, man kann es nicht mehr hören. Wer seit unzähligen Jahren bereits regiert, hatte ebenso unzählige Jahre bereits Zeit gehabt, all diese wichtigen Dinge längst zu verwirklichen. Hat es aber anscheinend nicht getan, sondern immer nur das Gegenteil gemacht, nämlich immer mehr neue bürokratische Monster erschaffen (man denke nur an über 100-seitige „Corona-Verordnungen“ oder das „Heizungsgesetz“…). Sogar in Dritte-Welt-Ländern gibt es längst Apps mit denen jeder Bürger über sein Smartphone mit den Behörden kommunizieren kann – auf so ein „Neuland“ könnten wir mit unseren derzeitigen Mega-Deutschlandpaktlern noch Jahrhunderte warten. Aber alles dichtmachen, Parkbanksitzverbot, Schlittenfahrverbot, Demonstrationsverbot, Ausgangssperre von heute auf morgen, das geht rucki-zucki bei unseren Superdemokraten von SPD, Grünen, CDU und FDP, wie wir alle wissen.

    Diese Leute klingen nur noch wie ein Alkoholiker, der nach dem letzten Absturz verkatert eifrig verspricht, ab morgen ganz bestimmt ein von Grund auf neues Leben anzufangen. Wers glaubt wird selig.

    Der Ampelfilz in Bund und Land hat mit seinem inhaltsleeren „Deutschlandpakt“ vor allem eines bewiesen: Dass sie nicht einmal mehr einen Ansatz finden können, die substantiellen dringenden Probleme zu lösen. Es wird nur noch Papier mit frohen Wünschen und Versprechungen bedruckt (und jetzt bitte daran denken, wie fürstlich die sich dafür bezahlen lassen).

    Abwählen, bei der nächsten Gelegenheit.

  4. Schade das die Mehrheit der Deutschen es einfach nicht kapieren. Über solche Dinge wie Asyl entscheidet die Bundesregierung. Aktuell hat die Ampel die Scheiße aufzuarbeiten die 16 Jahre Merkel zu verantworten hat. Die Doofen wählen nächstes Mal wieder CDU oder AfD und glauben das es dann anders wird. Das ist wie mit dem Kopf vor die Wand rennen und glauben das es beim zweiten oder dritten Mal nicht mehr wehtut. Sorry aber soviel Dummheit kann nicht angeboren sein, das muss man sich schon antrainieren.

  5. „haben wir beschlossen, Grenzkontrollen an den Binnengrenzen entlang der großen Fluchtrouten an den Grenzen zur Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen zu intensivieren und so lange aufrechtzuerhalten, bis eine ausreichende Absicherung der europäischen Grenzen sichergestellt ist”
    Das ist jetzt tatsächlich eine Nachricht auf DDR-Politbüro Niveau:
    Vorher:
    Jeder illegal Einreisende kam einfach nach Deutschland und beantragte Asyl.
    Jetzt:
    Jeder illegal Einreisende wird an der Grenze abgefangen, sagt Asyl, wird somit zum legal einreisenden Asylegehrenden und von der Polizei zur nächsten Afa gebracht.
    Somit sinkt die Zahl der illegal Einreisenden Asylbewerber, die Gesamtzahl bleibt gleich.
    Das weiss auch Frau Dreyer.

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