Immer mehr Gewalt gegen Polizisten: Polizeiseelsorger aus dem Bistum Trier spricht Klartext

1
Foto: Carsten Rehder / dpa / Symbolbild

TRIER. In einem Interview mit dem SWR beklagt Hubertus Kesselheim, Polizeiseelsorger aus dem Bistum Trier, die zunehmende Gewalt gegen Polizisten. Der 61-Jährige lehrt polizeiliche Berufsethik an der Hochschule der Polizei in Rheinland-Pfalz und an der Fachhochschule für Verwaltung des Saarlandes.

Gewalttaten gegen Polizisten „kommen häufiger vor als noch vor 20 Jahren“, so Kesselheim gegenüber den SWR. Es handele sich um „eine Tendenz, die sich immer weiter einschleicht“: „Die jungen Polizisten sprechen immer stärker davon, dass sie nicht mehr respektiert werden, wenn sie mit einem Streifenwagen und in Uniform auftreten“. Häufig werde ihnen mit Respektlosigkeit begegnet. Die Beamten erlebten täglich Gewaltausbrüche, wenn auch nicht in der Dimension wie bei dem Angriff in Trier-West.

Insbesondere Situationen, in denen sich ein Ohnmachtsgefühl einstelle, gingen den Beamten „unter die Haut“. Kesselheim nannte den spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter in Saarlouis, bei dem die Beamten sich angesichts der schweren Bewaffnung der Täter zurückziehen mussten, um ihr eigenes Leben zu schützen. In Einzelfällen könne dies dazu führen, dass Beamte ihren Dienst nicht mehr ausüben können.

Kesselheim sagte, es wäre wünschenswert, die Polizeiseelsorge in Rheinland-Pfalz auszubauen. (Quelle: SWR)

1 Kommentar

  1. Einen organisierten Raubüberfall mit der Klopperei in Trier zu vergleichen ist mehr als gewagt. Das sind absolut unterschiedliche Täterprofile. Für den Raubüberfall ist die „normale“ Polizei nicht ausgebildet. Dafür gibt es die MEK und SEK. Die wissen wie es geht. Auch mit der Aktion in Trier ist die Schutzpolizei eigentlich überfordert. Hier wären die Beamten gut beraten gewesen sich zurück zu ziehen und weitere Verstärkung abzuwarten, vielleicht gar die Bundespolizei um Amtshilfe zu bitten (die sind etwas robuster 😉).
    Ja, ich weiß wovon ich rede.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.