Menschenrechtsverletzungen in Katar: Trierer Jugendparlament fordert Public Viewing-Boykott

2
Foto: dpa/Illustration

TRIER. Das Trierer Jugendparlament ruft dazu auf, im Umfeld der kommenden Fußball-WM kein Public Viewing im öffentlichen Raum anzubieten. Auch die Trierer Kneipen sollen sich an dem Boykott beteiligen, wie die Geschäftsstelle des Jugendparlaments mitteilt.

Die Jugendlichen fordern, die internationale Aufmerksamkeit auf das Land zu nutzen, um sich mit den Menschen in Katar zu solidarisieren, über die dort herrschenden Menschenrechtsverletzungen und Arbeitsbedingungen zu berichten und diese öffentlichkeitswirksam zu thematisieren.

Auch gegenüber der FIFA und anderen in die Organisation eingebundenen Personen muss deutlich werden, dass eine fragwürdige, unter Korruptionsverdacht stehende Vergabe der WM aus rein wirtschaftlichen Gründen an autoritäre oder diktatorische Staaten keine Akzeptanz findet. Hier geht es um Kommerz statt um den Sport.

Wären die immensen Gelder, die in die Ausrichtung der WM geflossen sind, zum Wohle der zum Großteil unter widrigsten Umständen lebenden Bevölkerung eingesetzt worden, wäre zumindest die wirtschaftliche Situation für manche gesellschaftliche Gruppe deutlich besser.

Dass in einem Land, in dem keine Fußballkultur existiert unter absolut menschenunwürdigen und menschenverachtenden Arbeitsbedingungen Stadien gebaut werden, die nach der Veranstaltung wieder eingerissen werden sollen, zeugt weder von Nachhaltigkeit noch von Fairness, Integrität und Respekt, die sich der internationale Fußball auf die Fahnen schreibt.

Frauen werden in Katar systematisch unterdrückt und benachteiligt, Homosexualität ist gesetzlich verboten oder um es mit dem WM-Botschafter von Katar zu formulieren, „ein geistiger Schaden“. Nicht nur den dort lebenden Menschen, sondern auch den Besucherinnen und Besuchern der WM drohen massive Sanktionen etwa für „unangemessene“ Kleidung oder „unangepasstes“ Verhalten in der Öffentlichkeit.

Es ist zu bedauern, dass die Spieler, die einfach nur ihren Sport ausüben wollen, durch die besonderen Rahmenbedingungen im Austragungsland in „Kollektivhaftung“ genommen werden. Nichtsdestotrotz ist es die Pflicht des deutschen Fußballs, seinen Einfluss auf Katar zu nutzen und sich klar gegen die dort herrschenden Gesellschafts- und Lebensformen auszusprechen.

Wichtig ist für das Trierer Jugendparlament, dass die sportliche Berichterstattung über das Großereignis Fußball-WM flankiert wird von Reportagen und Berichten, die die gesellschaftlichen und politischen Probleme des Landes aufgreifen. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Weltgemeinschaft die in Katar herrschenden Lebens- und Arbeitsbedingungen akzeptiert oder toleriert.

Das Jugendparlament ruft jeden und jede einzelne dazu auf, sich mit den Menschen in Katar zu solidarisieren und neben der (berechtigten) Freude und Spaß am Fußballsport, das Leid der Menschen vor Ort nicht aus dem Blick zu verlieren.

Vorheriger ArtikelRegion: Scheibe an Schulgebäude eingeworfen – Zeugen gesucht
Nächster ArtikelWarnung vor Schimmelpilzgift: Supermarkt-Kette ruft Pistazienkerne zurück

2 Kommentare

  1. Das Jugendparlament ruft auf…
    Das Jugendparlament fordert….
    Das Jugendparlament ruft auf…..

    Leicht machbar aus dem warmen Hotel Mama!
    Steht mal lieber auf für die unterdrückten Frauen im Iran, deren mutigsten ihr Kopftuch ablegen, während die grünroten in Täuschland FÜR dieses Symbol der Unterjochung plädieren wegen Religionsfreiheit!
    Wer bitte ist denn “die Weltgemeinschaft”, die die Bedingungen in Katar nicht toleriert? Gehört Katar-Bückling Habeck auch dazu? Oh Mann, Infantilismus regiert überall!

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.