TRIER. In der ersten Woche nach dem Start eines bundesweiten Pilotprojektes mit einem neuen «Handy-Blitzer» in Trier hat die Polizei bereits etliche abgelenkte Fahrer erwischt.
Seit dem 1. Juni seien bei drei Kontrollen insgesamt 41 Verstöße erfasst worden, sagte der Trierer Polizeirat Matthias Emmerich am Dienstag bei einer Kontrolle an der A602 nahe Kenn (Kreis Trier-Saarburg). «Ich finde das schon viel.» Denn: Die Überwachung des Handyverbots wird per Hinweisschild angekündigt.
Die Fotos der 20 Verstöße am Dienstag zeigen klar und deutlich: Eine Fahrerin zum Beispiel hält das Handy in der rechten Hand am Lenkrad und liest, ein Mann hält es links und telefoniert. Wer erwischt wird, muss ein Bußgeld von 100 Euro bezahlen und bekommt einen Punkt in Flensburg.
Rheinland-Pfalz ist das erste Bundesland, das das in den Niederlanden entwickelte System Monocam testet: zunächst drei Monate von der Polizei Trier, dann drei Monate von der Polizei Mainz. Die neue Kamera löst aus, wenn sie einen Fahrer mit einem Handy in der Hand erkennt. Ziel sei der flächendeckende Dauerbetrieb ab 2023 im Land, sagte Emmerich.
Die «Handy-Blitzer» sollen dazu beitragen, die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen. In 2021 habe es in Rheinland-Pfalz 1001 Unfälle durch Ablenkung – unter anderem wegen Handy-Nutzung am Steuer – gegeben, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD). Und: Mit steigender Nutzung von Handys und Tablets im Auto werde das Thema der Ablenkung «ein immer stärkeres».
Um Unfälle aus Ablenkung zu reduzieren, hatte sich seit Sommer 2021 eine landesweite Arbeitsgruppe in Trier auf die Suche nach Geräten zur Erkennung von Verstößen durch Handynutzung gemacht. Dabei stieß man auf das System Monocam, das auf Mobiltelefone im Bereich des Fahrers und auf eine entsprechende Handhaltung achtet – und dann automatisch ein Foto macht.

















Natürlich hilft das Schild nicht – schließlich sind die Fahrer von ihrem Handy abgelenkt.