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TRIER/MAINZ. Simone Bast und Ruth Wallerath, Lehrerinnen an der Berufsbildenden Schule Gestaltung und Technik in Trier (BBS GuT), haben für ihr besonderes Unterrichtskonzept den dritten Platz beim „Deutsche Lehrerpreis“ in der Kategorie „Unterricht innovativ“ gewonnen.
„Ich freue mich sehr, dass zwei rheinland-pfälzische Lehrkräfte für ihr interessantes, fächerübergreifendes Konzept den Deutschen Lehrerpreis gewonnen haben. Es erfüllt mich mit Stolz, dass eine so aktuelle Thematik wie Künstliche Intelligenz, die das Potenzial birgt, die Welt zu verändern, fächerübergreifend mit den Schülerinnen und Schülern umgesetzt wurde“, gratuliert Bildungsministerin Hubig den beiden Lehrerinnen.
„Sie können in doppelter Hinsicht stolz auf sich sein: Ihr herausragendes Unterrichtskonzept setzte sich gegen zahlreiche andere Projekte aus ganz Deutschland durch – und ich bin mir sicher, dass dort viele das Potenzial zum Gewinnen gehabt hätten. Trotzdem konnte Ihr Konzept die Jury am meisten überzeugen. Außerdem haben Sie zahlreiche positiven Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler erhalten, welche verdeutlichen wie außergewöhnlich, lehrreich und interessant ein solches Projekt mit viel Gestaltungsfreiraum für die Jugendlichen war.“
Gewinner mit Unterrichtskonzept „Autofahren – Mensch versus Maschine“
Das von Simone Bast und Ruth Wallerath konzipierte fächerübergreifende Unterrichtskonzept “Autofahren – Mensch versus Maschine“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12. Vor dem Hintergrund fundamentaler technischer Innovationen wie etwa Künstliche Intelligenz, Big Data oder Industrie 4.0, die massive Auswirkungen auf die Lebens- und Berufswege der Gesellschaft und insbesondere die von Schülerinnen und Schülern haben, wurde das Projekt ins Leben gerufen.
Zu Beginn des Schuljahres haben die Lehrerinnen das Themenfeld „Künstliche Intelligenz“ vorgegeben. Die Jugendlichen hatten nun die Möglichkeit ein Themengebiet der KI auszuwählen, das sie besonders interessiert. Hierfür sollten Präsentationen erstellt werden, mit deren Hilfe bei Lernenden und Lehrenden dafür geworben wurde, diese Thematik im Unterricht zu behandeln. „Gewonnen“ hat der Themenkomplex autonomes Fahren, auf Grundlage dessen die Schülerinnen und Schüler den Titel wählten. Hier zeigt sich die Schülerorientierung des Unterrichtkonzepts.
Die Lehrerinnen konzipierten anschließend das Projekt als Teil des regulären Unterrichts, indem Fachdisziplinen wie Mathematik, Biologie oder Gestaltungs- und Medientechnik ausgewählt wurden, deren Lehrpläne die Behandlung des autonomen Fahrens als Unterrichtsinhalte zulassen. Anhand verschiedener Lernsituationen erarbeiteten die Jugendlichen schrittweise ein Verständnis für die Funktionsweise von autonomem Fahren, angefangen mit dem biologischen Prozess des Sehens und der Verarbeitung der Informationen im Gehirn bis hin zum Codieren der Matrizen, sodass die Schülerinnen und Schüler am Ende der 1. Lernsituation die Grundlagen der Bilderkennung erarbeitet haben. In weiteren Lernsituationen passen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam das von ihnen erarbeitete Ergebnis an und entwickeln es weiter.
Eine kontinuierliche Übersicht des Lernfortschritts war in einer App für die Jugendlichen, ihre Lehrkräfte, sowie deren Eltern einsehbar. Neben Fachkompetenzen wurden weitere wichtige berufliche Fähigkeiten wie Methoden- oder Sozialkompetenz der Jugendlichen geschult, da diese im Laufe des Projektes selbst zu Lehrenden und Lernenden im Austausch mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern wurden. Zusätzlich wurde mit “Autofahren – Mensch versus Maschine“ ein Unterrichtskonzept entwickelt, das Schülerinnen und Schüler auch außerhalb des Unterrichts für technische Innovationen begeistert und die Motivation stärkt, auch komplexere Unterrichtsinhalte zu durchdringen. Die beiden Preisträgerinnen zeigen exemplarisch, wie gut die berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz ihre Schülerinnen und Schüler auf die Zukunft der Lebens- und Arbeitswelt vorbereiten.
Hintergrund Deutscher Lehrerpreis
Der „Deutsche Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ ist ein jährlich stattfindender Wettbewerb mit dem Ziel, die öffentliche Wertschätzung des Lehrerberufs zu steigern und das Engagement der Lehrkräfte anzuerkennen. Lehrerinnen und Lehrer arbeiten mit großem Einsatz und innovativen Ideen beispielsweise an der Schule der Zukunft, immer öfter fächerübergreifend und mit hoher Schülerbeteiligung. Dieses Engagement soll wertgeschätzt werden, weshalb in verschiedenen Kategorien Preise vergeben werden. Von der Bekanntmachung der Gewinner und Gewinnerinnen, sowie deren Projekten können andere Schulen und Lehrkräfte profitieren. Träger des Wettbewerbs “Deutsche Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ sind der Deutsche Philologenverband und die Heraeus Bildungsstiftung.
(QUELLE: Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz)