SWR-Skandal: Sender wollte keine Sondersendung zur Flut-Warnung

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Die überflutete Gemeinde Insul im Ahrtal. Foto: Thomas Frey/dpa

MAINZ. Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal mit 134 Toten wird immer wieder die Frage gestellt, wie es geschehen konnte, dass die Bevölkerung nicht rechtzeitig gewarnt wurde. Gegen den Ex-Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler, ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Alle Informationen für eine rechtzeitige Warnung lagen vor, das bestätigen die Experten bei den U-Ausschuss-Anhörungen im Mainzer Landtag.

Jetzt gerät auch der SWR im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in die Kritik: Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, wandte der TV-Meteorologe Karsten Schwanke sich am Tag der Katastrophe mit dem Vorschlag an den Sender, eine Sondersendung zum sich abzeichnenden Hochwasser zu bringen. Doch der SWR lehnte ab!

Wie der Meteorloge gestern im Untersuchungsausschuss erklärte, habe er sich wegen der Starkregen-Prognosen für die Eifel am 14.7. an den SWR in Mainz gewandt und für 19.36 Uhr eine Sondersendung angeboten. Der SWR wollte dies nicht und verwies auf den allgemeinen Wetterbeitrag, der wie gewohnt vor der Tagesschau um 20.00 Uhr gesendet wurde. Schwanke moderierte diesen Beitrag, das Format bot aber nicht die Möglichkeit, die drohende Gefahr nachdrücklich genug darzustellen. Eine Sondersendung mit Extraschalte „hätte ein anderes Gewicht gehabt“, so Schwanke. Es sei „noch genug Zeit gewesen, die Leute da rauszuholen“.

Der SWR bügelt die Kritik ab: „Es ist bekannt, dass am Tag der Flutkatastrophe im Ahrtal nicht alle Abläufe reibungslos und zufriedenstellend funktioniert haben“, heißt es aus dem Sender. Man wolle aber „aus den Erfahrungen des Tages lernen“ und gehe „Schwachstellen nach“.

3 Kommentare

  1. Der SWR macht doch keine Fehler , wie kann man sowas nur behaupten ! Genauso wenig wie unsere Regierung Fehler macht , die unsere Staatssender übrigens steuern . Hoppla : arbeiten die etwa Hand in Hand ? Rollt da der Rubel solange man Staatsstreu berichtet ? Egal wie , es wird die Opfer dieser Katastrophe nicht mehr zurückbringen und alle die hier versagt haben werden nicht zur Rechenschaft gezogen !

  2. Und für einen solchen Verein zahlen wir brav die GEZ Gebühren.
    Das hat man gerne, von oben herab so abgebügelt zu werden. Das war sehenden Auges in die Katastrophe gerannt. Ich würde die Herrschaften gerne Mal hören, wenn Haus und Mensch von der eigenen Familie weg geflutet werden.

  3. Bei allem Unmut mit diesem Katastrophalen Ereignis, finde ich es traurig, wie ein Versagen auf Politischer Ebene versucht wird, jemand anders den schwarzen Peter zu zuschieben. Wie war das nochmal mit dem großen Alarmtest und kaum eine Sirene ging? Ein Warnsystem auf rudimentäres Radio aufzubauen ist einfach nur traurig! – Dann erwartet man das die Leute abends vor dem Volksempfänger und öffentliche Rechtliches Hören oder Sehen und auf Warnungen warten? Ähh nein, die sitzen vorm Fernseher, Handy, Tablet streamen ihre Filme und Unterhaltungsmedien. Ich bekomme immer über Handy oder Watch die Unwetter Warnungen, ich glaube hier den Hebel anzusetzen wäre in heutiger Zeit sinniger + funktionierende Sirenen ggf. Feuerwehr o.ä. die durchsagen machen können ohne eine Befehlskette einzuhalten. Die Bürokratie ist mitunter auch ein Problem in dieser Gesellschaft.

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