BERLIN. Am heutigen Montag beraten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Länderchefs erneut per Videoschalte über die Corona-Lage. Es ist bereits das zweite derartige Treffen in diesem Jahr. Die heutige Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) wird sich schwerpunktmäßig mit Schutzmaßnahmen, Teststrategien und Impfpflicht befassen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.
Trotz stark steigender Infektionszahlen fällt der Anstieg in Deutschland deutlich weniger dramatisch aus als etwa in Großbritannien, was an den hierzulande geltenden Schutzmaßnahmen liegen dürfte, etwa der 2G-Regel oder Begrenzungen von Zuschauerzahlen bei Veranstaltungen. Laut Beschlussvorlage soll daher am gegenwärtigen Kurs festgehalten werden, so das RND. Weitere Kontaktbeschränkungen sind aus Sicht der Bundesregierung nicht erforderlich. Gleichwohl warnt der Expertenrat vor einer prekären Lage in den Krankenhäusern und beklagt eine zu große Impflücke in der Altersgruppe der über 50-Jährigen. Trotz der Warnungen der Experten stellt die Beschlussvorlage aber eine Lockerung der Schutzmaßnahmen in Aussicht.
In Anbetracht der Überlastung von Test-Laboren und Gesundheitsämtern sollen allerdings PCR-Tests künftig für Menschen mit besonderen Krankheitsrisiken sowie medizinisches Personal priorisiert werden. D.h. nicht mehr jeder, bei dem der Schnelltest positiv ausfällt, wird mit einem PCR-Test nachgetestet. Ggf. soll ein zweiter Schnellest durchgeführt werden, möglichst von einem anderen Hersteller. Auch bei der Kontaktnachverfolgung sollen Menschen mit hohem Risiko prioritär behandelt werden.
In einem weiteren Papier moniert der Expertenrat die noch immer mangelhafte Digitalisierung im Gesundheitswesen und fordert „tagesaktuelle Daten der Kliniken etwa zu Krankenhauseinweisungen in allen Altersgruppen und zu freien und belegten Ressourcen“, so das RND. Dazu gehöre auch, wie viele Corona-Patienten auf den Normalstationen liegen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft wies die Kritik zurück: Man habe bereits im November eine tagesaktuelle Daten-Übermittlung angeboten. Damals hätten Gesundheitsministerium und RKI signalisiert, die Datenlage sei ausreichend.






















