Rheinland-Pfalz beginnt als letztes Bundesland eigene Filmförderung

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Foto: Tobias Hase/dpa

MAINZ. Mit einer Überraschung hat Kulturministerin Binz die 20. Ausgabe von «Filmz» eröffnet: Die Lücke einer besonderen Unterstützung für das Filmschaffen im Land wird geschlossen. Das Team des studentischen Projekts nimmt die Nachricht mit strahlendem Lächeln auf.

Zur Eröffnung des Mainzer Filmfestivals «Filmz» hat die rheinland-pfälzische Kulturministerin Katharina Binz (Grüne) eine eigene Landesfilmförderung angekündigt. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Eröffnungsfeier im Kleinen Haus des Staatstheaters sagte Binz am Donnerstagabend: «Ein lang gehegter Traum geht endlich in Erfüllung: Es gibt jetzt auch eine Medien- und Filmförderung in Rheinland-Pfalz.»

Das Land ist das letzte der 16 Bundesländer, das bislang keine eigene institutionalisierte Förderung fürs Filmschaffen hatte. Einzelne Projekte wie das beim Festival «Filmz» gezeigte Langfilm-Regiedebüt «Modell Olimpia» des Mainzers Frédéric Hambalek erhielten bislang eine Förderung der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz.

Bewerbungsschluss für die erste Runde in diesem Jahr mit Fördermitteln von ungefähr 380.000 Euro sei der 8. Dezember, sagte die seit Mai amtierende Ministerin, die neben ihren Ressorts Familie und Integration auch die Zuständigkeit für die Kultur übernommen hat. «Und ab 2022 sind es dann über eine Million Euro.» Darauf hätten «ganz viele, die mit ‘Filmz’ verbunden sind, lange gewartet, lange daraufhin gearbeitet», sagte Binz unter dem Applaus und Jubel des Publikums im Kleinen Haus des Staatstheaters Mainz.

Das bis heute von einer studentischen Initiative getragene Festival erlebt in diesem Jahr seine 20. Ausgabe. Anders als vor einem Jahr werden diesmal vom 4. bis 13. November 100 Filme nicht nur online, sondern auch im Kino gezeigt. Zum Auftakt lief der in der dieser Woche in den Kinos anlaufende Film «Lieber Thomas» von Andreas Kleinert.

«Ohne studentisches Engagement wäre das Kulturleben in Mainz sicherlich wesentlich ärmer», sagte Binz. Es verdiene allerhöchsten Respekt, dass Studierende, auch unter den Bedingungen der Bologna-Reform mit mehr Anwesenheitspflichten und einer Einschränkung der Studiendauer dieses Festival auf die Beine gestellt hätten.

Spätestens in diesem Moment wich bei den drei Mitgliedern der diesjährigen Festival-Leitung – Lilli Hövener, Roman Polanski und Leoni Buchner – die wochenlange Anspannung einem freudigen Strahlen. In ihrer Moderation zur Eröffnung sprachen die drei von ihrer Erwartung, dass «Filmz» in diesem Jahr mit den Möglichkeiten für mehr Präsenz im Kino auch einen lebendigeren Austausch über die gezeigten Filme möglich mache. (dpa)

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