RLP & Saarland: Teurere Lebensmittel führen zu mehr Andrang bei Tafeln

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Zwei ehrenamtliche Helfer sortieren gespendetes Obst aus. Foto: Andreas Arnold/dpa

BAD KREUZNACH/SAARBRÜCKEN. Die Tafeln in Rheinland-Pfalz und im Saarland werden nach Beobachtungen des Landesverbandes derzeit wieder verstärkt aufgesucht. Ein Grund seien die gestiegenen Preise für Lebensmittel, die sich im Portemonnaie bemerkbar machten, sagte die Vorsitzende des Landesverbands Tafel Rheinland-Pfalz/Saarland, Sabine Altmeyer-Baumann, der Deutschen Presse-Agentur. «Bei manchen wird es allmählich eng.» Daher meldeten sich mehr bedürftige Menschen bei Tafeln an, um sich mit Nahrungsmitteln einzudecken.

Bei den Bedürftigen seien besonders frische Lebensmittel stark gefragt – und gerade für diese Produkte stiegen die Preise derzeit besonders schnell, sagte Altmeyer-Baumann. Ihrer Ansicht nach ist die Nachfrage jüngst um rund 20 Prozent gestiegen. Darunter seien auch Gäste, die sich in der Corona-Pandemie nicht getraut hätten zu kommen, weil sie noch nicht geimpft waren. Laut Angaben des Landesverbandes sind in Rheinland-Pfalz und dem Saarland 66 Tafeln in 101 Ausgabestellen aktiv. Sie unterstützen zuletzt mehr als 72.000 bedürftige Menschen – mit rund 5500 Ehrenamtlichen.

Die zunehmende Nachfrage nach den gespendeten Lebensmitteln wird sich nach Ansicht der Landesvorsitzenden voraussichtlich fortsetzen. «Niemand geht von heute auf morgen zur Tafel. Sondern das dauert, bis Menschen sich das vorstellen können», sagte sie. Mit einem noch stärkeren Andrang rechne sie Anfang nächsten Jahres – wegen der gestiegenen Energiepreise, die dann in den Jahresabrechnungen spürbar würden. «Dann werden noch viel mehr Menschen die Tafeln aufsuchen. Und das wird uns beschäftigen, das werden wir zu spüren bekommen.»

In der Corona-Pandemie hätten viele Menschen in schlecht bezahlten Arbeitsverhältnissen ihren Job verloren. Selbst das Arbeitslosengeld I reiche in vielen Familien zum Leben nicht mehr aus.

Unter den Bedürftigen seien viele Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten, Diabetes und anderen Krankheiten sowie Veganer oder Vegetarier. «Sie sind auf viele Sachen einfach angewiesen. Da geht es nicht um Luxusprodukte», sagte sie.

Die Tafeln könnten Unterstützung von Ehrenamtlichen immer gut gebrauchen. «Nicht nur bei den Ausgaben, sondern auch in den Sortier- und Fahrdiensten.» Die höheren Preise für Kraftstoffe machten sich in allen Tafeln bemerkbar. Spenden seien da willkommen. (dpa)

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