Fachkongress im Saarland: Klimawandel ist die zentrale Herausforderung

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Ein ausgetrocknetes Feld. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

SAARBRÜCKEN. Unter den Hitzejahren 2018 bis 2020 haben nicht zuletzt Wälder und Landwirtschaft im Saarland gelitten. Mit der Herausforderung des Klimawandels beschäftigen sich deshalb Experten und Bürger bei einem Kongress. Ein Experte sieht dringenden Handlungsbedarf.

Beim Klimaschutz ist nach Ansicht des Meteorologen und ARD-Wetterexperten Sven Plöger Handeln statt Reden gefragt. «Es muss uns klar sein: Dieser Planet, dem ist das sowas von egal, ob wir da sind. Der braucht uns nicht. Wir brauchen ihn», sagte er am Mittwoch zum Auftakt eines Fachkongresses in Saarbrücken. Das Umweltministerium will Herausforderungen und Folgen des Klimawandels mit Blick auf Land-, Forst- und Wasserwirtschaft im Land beleuchten.

Umweltminister Reinhold Jost (SPD) betonte, dass man sich im Saarland auch nach Erfolgen etwa bei der naturnahen Waldbewirtschaftung und dem Grundwasserschutz nicht zurücklehnen dürfe, sondern dies als Verpflichtung für die kommenden Jahrzehnte verstehen müsse. Der Klimawandel, so unterstrich die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) in einer Videobotschaft, stelle das gesamte Land vor große Herausforderungen. «Sie nicht zu meistern, ist schlicht keine Option.»

Wetterexperte Plöger sagte, sollte man beim Klimaschutz nicht erfolgreich werden, gebe es Berechnungen, wonach zum Ende des Jahrhunderts zehnjährige Dürren in der Mitte Europas gewöhnlich würden. Für das Saarland wären dabei Größenordnungen von bis zu 45 Grad denkbar. «Eine vier Grad wärmere Welt hat mit der heutigen Welt nichts zu tun, das müssen wir uns klarmachen. Nur: Die Natur hat 11.000 Jahre gebraucht – wir beschleunigen das jetzt auf 100», so der Experte. Das Zeitfenster werde immer kleiner, die Schwierigkeiten jedoch immer größer.

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