Homeoffice-Pflicht in Rheinland-Pfalz? Unternehmerverband und FDP winken ab

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Die rheinland-pfälzische FDP und die Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) Rheinland-Pfalz lehnen eine Homeoffice-Pflicht zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab.

„Eine Homeoffice-Pflicht hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die Wirtschaft, sie würde auch keine Absenkung der Infektionszahlen mit sich bringen“, teilte LVU-Hauptgeschäftsführer Karsten Tacke am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Stattdessen müsse die Politik endlich Lösungen für „die hohe Zahl der Ausbrüche im privaten Umfeld“ finden.

„Eine Homeoffice-Pflicht lässt die Bemühungen und Investitionen der Unternehmen für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten vollkommen außer Acht“, erklärte Tacke weiter. Wo das Arbeiten in den eigenen vier Wänden umsetzbar sei, werde dies bereits fast überall ermöglicht. Ebenso werde durch flexibilisierte Arbeitszeiten ein sicheres Pendeln mit dem Nahverkehr möglich gemacht. Die Forderungen der Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, seien „verantwortungslos“.

Die Politikerin hatte gefordert, die Wirtschaft bei der Bekämpfung der Pandemie stärker in den Fokus zu nehmen. Bund und Länder hätten bei Einzelhandel, Kultur und Schulen zwar harte Maßnahmen ergriffen. Für große Bereiche der Wirtschaft gebe es aber kaum verpflichtende Regeln.

Nach Ansicht der FDP-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, Daniela Schmitt, gehen die Unternehmen in Rheinland-Pfalz „sehr verantwortungsbewusst“ mit der Corona-Pandemie um. „Dort, wo es möglich ist, wird in den allermeisten Fällen auch Homeoffice ermöglicht“, erklärte Schmitt. Doch das Arbeiten von zu Hause aus lasse sich nicht überall umsetzen. „Wer nun eine Homeoffice-Pflicht oder gar Bußgelder für Betriebe fordert, die Homeoffice nicht ermöglichen können, setzt Arbeitsplätze und damit auch Existenzen aufs Spiel“, warnte die Wirtschaftsstaatssekretärin.

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