Kein Krippenspiel, weniger Besucher: Wie Kirchen 2020 Weihnachten feiern

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Wegen Corona fällt Weihnachten ganz anders aus als gewohnt – das gilt insbesondere auch für den Gang zur Kirche. Kein Krippenspiel und nur wenige Besucher – das sind einige der Einschränkungen. Die Kirchen wollen aber trotzdem viele Menschen teilhaben lassen.

An Weihnachten sind die Kirchenbänke normalerweise voll – in diesem Jahr aber ist alles anders. Die Kirchen in Rheinland-Pfalz bereiten sich auf ein Weihnachtsfest unter Corona-Beschränkungen vor. Das bedeutet für Besucher: Abstand halten, Maske tragen und sich meist zuvor anmelden. Einige Kirchen verlagern ihre Gottesdienste gleich ganz unter freien Himmel oder übertragen die Messen live ins Internet.

So werden die beiden Hauptgottesdienste am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag aus dem Dom in Speyer per Live-Stream von zu Hause aus zu sehen sein. Wie Domdekan und Domkustos Christoph Maria Kohl mitteilte, wird es außerdem zwei Kinderkrippenfeiern und drei Christmetten geben statt wie im Vorjahr jeweils eine. Außerdem werden die Zeiten der einzelnen Gottesdienste verkürzt. So soll «möglichst vielen Menschen ermöglicht werden, an Heiligabend persönlich in den Dom zu kommen», sagte Kohl.

Die Krippe wird indes dem Domdekan zufolge nicht zu sehen sein. «Wir haben lange mit uns gerungen, wie wir gut mit dem Thema «Krippe im Dom» umgehen können», sagte Kohl. Statt einer Krippenlandschaft in der Kirche wird die Krippe demnach nun über mehrere Schaufenster verteilt in der Speyerer Innenstadt zu sehen sein.

Die Christmette im Mainzer Dom wird wegen des eingeschränkten Platzangebots in der Corona-Krise an Heiligabend gleich zweimal gefeiert. Weihbischof Udo Markus Bentz wird nach Angaben des Bistums am 24. Dezember eine Christmette um 17.30 Uhr und eine um 23 Uhr feiern. Bischof Peter Kohlgraf feiert traditionell den Festgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag um 10 Uhr im Dom. Außerdem wird es den Angaben zufolge zusätzlich auch in den Kirchen in Domnähe weitere Christmetten geben: Um 17.30 Uhr feiert Bischof Kohlgraf die Messe in der Seminarkirche und ebenfalls um 17.30 Uhr Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt eine Mette in St. Quintin. Eine weitere Messe ist für 21.30 Uhr ebenfalls in St. Quintin mit Domkapitular Franz-Rudolf Weinert geplant.

Die Christmetten und Festgottesdienste am ersten Weihnachtsfeiertag zählen traditionell zu den am stärksten besuchten Messen im Jahr. Auch in den einzelnen Pfarreien des Bistums gibt es den Angaben zufolge Überlegungen, etwa am 24. Dezember mehrere Christmetten anzubieten.

In Trier soll es in diesem Jahr ebenfalls mehr Messen geben als üblich. Wie Sprecherin Judith Rupp sagte, könnten nach derzeitigem Stand voraussichtlich 100 Plätze im Dom besetzt werden. Am 24. Dezember werden um 21 und um 23 Uhr demnach zwei Christmetten gefeiert, beide sind jedoch bereits ausgebucht. Am Ersten Weihnachtstag sind zwei, am zweiten Feiertag einmal die Türen des Doms für Gottesdienste geöffnet.

Auch in Limburg müssen sich Gottesdienstbesucher für den Dom anmelden. «Weihnachten findet statt, es fällt nicht aus», zitierte das in Hessen und Rheinland-Pfalz liegende Bistum Bischof Georg Bätzing. «Aber wir ahnen alle und werden es sehen, Weihnachten in diesem Jahr wird ganz anders werden als wir es kennen.» Der Bischof selbst feiert an Heiligabend eine Christmette, die über die Bistumskanäle auf Youtube und Facebook übertragen wird. Ansonsten ist für Heiligabend noch eine weitere Christmette um 22.00 Uhr geplant, die ebenfalls ins Internet übertragen wird.

Die Evangelische Kirche der Pfalz plant nach Angaben eines Sprechers ebenfalls mehr Gottesdienste als sonst anzubieten, die kürzer sind, um das Lüften zu gewährleisten. Zudem finden viele Gottesdienste an Weihnachten unter freiem Himmel statt. So werde in einem Ortsteil der Gemeinde Bruchmühlbach-Miesau beispielsweise eine Waldweihnacht stattfinden – mit Maskenpflicht, aber «ohne das Problem des Lüftens». In Speyer werden ebenfalls nur zehn Prozent der 1000 Plätze in der Gedächtniskirche belegt werden. Sechs Kurzgottesdienste soll es dem Sprecher zufolge geben, zwischendurch werde immer wieder gelüftet. Für alle Gottesdienste bestehe Anmeldepflicht.

Bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), dessen Gebiet sich auf Teile von Rheinland-Pfalz erstreckt, wurde ein Großteil der Gottesdienste nach Angaben von Juliane Diel vom Dekanat in Mainz abgesagt. Einige Kirchen seien jedoch zum Gebet offen, viele setzten auf Online-Angebote. In Mainz-Laubenheim bietet die evangelische Kirchengemeinde ökumenische Weihnachtsspaziergänge durch den Ort an.

Gottesdienste und Versammlungen von Religions- oder Glaubensgemeinschaften sind auch unter den verschärften Corona-Regeln unter der Beachtung von Abstands- und Maskengebot sowie der Vorschriften zur Kontaktnachverfolgung erlaubt. Von der Maskenpflicht ausgenommen sind unter anderem Geistliche.

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