Mieten und Kaufpreise für Wohnungen steigen weiter – Trier mit zweithöchsten Mieten

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Foto: dpa-Archiv

TRIER/MAINZ. Wegen der vielerorts in Rheinland-Pfalz weiter wachsenden Nachfrage nach Wohnraum sind die Mieten im ersten Halbjahr 2020 weiter gestiegen.

In allen Landkreisen und kreisfreien Städten lagen die Ausgaben für neu vermietete Wohnungen höher als im vergangenen Jahr, wie Sebastian Fückel vom Statistischen Landesamt am Donnerstag bei der Vorstellung der «Wohnungsmarktbeobachtung 2020» in Mainz berichtete. Diese Publikation wurde vom Finanzministerium, dem Statistischen Landesamt und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) zusammengestellt.

Am meisten mussten demnach Mieter in den Unistädten und entlang der Rheinschiene hinblättern: An erster Stelle liegt dabei Mainz mit 11,86 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Tier (9,35 Euro) und Speyer (9,23 Euro). Bei den Kreisen liegen Mainz-Bingen (8,81 Euro) und Germersheim (8,45 Euro) vorn. Wesentlich günstiger wohnen Mieter dagegen in Zweibrücken (5,81 Euro) und Pirmasens (5,00 Euro) sowie in den Landkreisen Südwestpfalz (5,45 Euro) und Birkenfeld (5,18 Euro). Damit sind die Neuvertragsmieten den Angaben zufolge landesweit im Vergleich zu 2012 um 30 Prozent gestiegen.

Auch der langjährige Trend zu höheren Preisen beim Kauf von Immobilien hält laut der Untersuchung an. So lag der Preis für Eigentumswohnungen im ersten Halbjahr 2020 im Landesschnitt bei 2746 Euro je Quadratmeter. Am teuersten sind dabei Eigentumswohnungen in Trier (3817 Euro) und Mainz (3660 Euro). Auch in Koblenz, Neustadt an der Weinstraße, Speyer und Landau werden mehr als 3000 Euro je Quadratmeter verlangt. Auch für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen die Preise im ersten Halbjahr 2020 weiter an. Dabei ist Mainz mit 4132 Euro je Quadratmeter am teuersten, gefolgt von Speyer (3325 Euro) und Neustadt an der Weinstraße (2699 Euro). Landesweit sind damit die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser seit 2012 um 35 Prozent gestiegen.

Doch nicht nur Miete und Kaufpreise steigen: Auch die Wohnraumversorgung hat laut Statistik zugenommen. Laut Fückel kamen im vergangenen Jahr rechnerisch 517 Wohnungen auf 1000 Einwohner, das sind 2,3 Wohnungen oder 0,4 Prozent mehr als 2018.

Den Angaben zufolge gab es Ende 2019 mehr Wohnungen in Rheinland-Pfalz als jemals zuvor. So wurden 2,116 Millionen Wohnungen in dem Bundesland gezählt, das sind 13 882 Wohnungen oder 0,7 Prozent mehr als 2018 oder 4,9 Prozent mehr als 2011. Der Wohnungsbestand sei dabei im vergangenen Jahr in den kreisfreien Städten und den Landkreisen etwa gleich stark gestiegen.

Die Nachfrage nach Wohnraumförderung ist nach Angaben der landeseigenen Förderbank ISB weiter hoch. Mit langen Zinsfestschreibungen und hohen Tilgungszuschüssen seien die Rahmenbedingungen für Investitionen weiterhin gut, sagte ISB-Vorstandsmitglied Ulrich Link. Allerdings sei wegen der Corona-Krise zu beobachten, dass das Interesse an dem Kauf von Immobilien aktuell etwas niedriger sei als vor einem Jahr, weil der eine oder andere Privathaushalt derzeit etwas zurückhaltender sei, eine Wohnung zu kaufen oder ein Haus zu bauen. Beim Mietwohnungsbau sei dieser negative Einfluss der Pandemie aber nicht zu erkennen.

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