Cyberbunker-Prozess in Trier wegen Corona-Kontakt unterbrochen

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Birgit Reichert // dpa

TRIER. Der sogenannte Cyberbunker-Prozess vor dem Landgericht Trier muss pausieren. Ein Ergänzungsschöffe habe direkten Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt, teilte das Landgericht Trier am Donnerstag mit.

Daher seien die Verhandlungen am Donnerstag und am Montag (9. November) abgesagt worden. Nach derzeitigem Stand solle das Verfahren am 12. November fortgesetzt werden.

Es handelt sich um einen der bundesweit größten Prozesse gegen Cybercrime. Acht Tatverdächtige sollen über Jahre in einem alten Bunker in Traben-Trarbach ein illegales Rechenzentrum für kriminelle Geschäfte im Darknet betrieben haben. Die Anklage wirft der mutmaßlichen Bande Beihilfe zu mehr als 249 000 Straftaten vor: Vor allem millionenschwere Drogendeals, aber auch Cyberangriffe und Falschgeldgeschäfte sollen über Server im Cyberbunker gelaufen sein.

Die unterirdische Anlage war Ende September 2019 in einer großen Aktion mit Hunderten Polizisten nach fünfjährigen Ermittlungen ausgehoben worden. In dem Prozess, der bis Ende 2021 terminiert ist, müssen sich vier Niederländer, drei Deutsche und ein Bulgare verantworten. Erstmals in Deutschland stehen mutmaßliche Betreiber krimineller Plattformen im Darknet vor Gericht.

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