Neuer Name für die Trierer „Hindenburgstraße“ gesucht – Bürger sollen Vorschläge abgeben

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Für die Straße, die seit den 1920er Jahren nach Hindenburg benannt ist, wird ein neuer Name gesucht. Foto: Stadt Trier

TRIER. Die Hindenburgstraße, die zwischen der Kaiserstraße und dem Viehmarktplatz verläuft, wird umbenannt. Der Trierer Stadtrat hat im Juli dieses Jahres beschlossen, die Hindenburgstraße umzubenennen. Der Ortsbeirat Mitte/Gartenfeld sucht jetzt einen neuen Namen für die Straße und hofft dabei auf eine breite Beteiligung der Bürgerinnen und Bürgern bei der Namensfindung.

Die Mehrheit des Rates brachte mit dem Votum zur Umbenennung zum Ausdruck, dass Paul von Hindenburg kein ehrendes Gedenken seitens der Stadt Trier mehr zuteilwerden soll. Denn Paul von Hindenburg (1847-1934), Generalfeldmarschall im Ersten Weltkrieg und späterer Reichspräsident, ernannte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler. Kurz darauf erließ er Notverordnungen, mit denen die Grundrechte und die Pressefreiheit im Deutschen Reich aufgehoben wurden. Hindenburg gilt somit als „Steigbügelhalter“ der Nazi-Diktatur.

Das Vorschlagsrecht für einen neuen Straßenamen hat der Ortsbeirat Mitte/Gartenfeld, der hierfür eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Trier vorgeschlagen hat. Vom 3. bis 22. November 2020 können alle Trierer Bürgerinnen und Bürger einen Vorschlag mit einer kurzen Begründung für die Umbenennung auf der Internetseite trier-mitgestalten.de abgeben. Für eine Einreichung über die Plattform ist eine Registrierung notwendig, der Anmeldename wird nicht veröffentlicht. Namensvorschläge können auch per Post an: Stadtverwaltung Trier, Amt für Presse und Kommunikation, Betreff: Hindenburgstraße, gesendet werden. Die Vorschläge werden dann von der Verwaltung ins Internet übertragen.

Bei dem Vorschlag ist zu beachten, dass der Name den Richtlinien über die Benennung von Straßen der Stadt Trier entspricht. Straßennamen sollen möglichst klar und einprägsam sein. Ähnlich klingende Namen sind zu vermeiden. Für die Schreibweisen der Straßennamen gelten die Regeln der deutschen Rechtschreibung. Namen von Personen dürfen erst nach Ablauf von zwei Jahren nach deren Ableben verwendet werden. Die Verwaltung hat allerdings empfohlen, bei der Auswahl des neuen Namens auf die Verwendung eines Personennamens zu verzichten. Dadurch soll zukünftig eine erneute Umbenennung ausgeschlossen werden, weil es möglicherweise neue Erkenntnisse zu dieser Person gibt. Diese Empfehlung ist aber nicht bindend.

Der Stadtrat befasste sich in der Sitzung im Juli auch mit der Frage, wie generell mit Straßen umzugehen ist, die nach möglicherweise belasteten, historischen Persönlichkeiten benannt sind. Für künftige Überprüfungen solcher Straßennamen soll ein Kriterienkatalog erarbeitet werden, mit welchem die Trierer Straßennamen unter anderem auf den geschichtlichen Hintergrund des Namenspaten, Ortes oder Ereignisses untersucht werden können.

Nach Ende der Vorschlagsfrist am 22. November berät und entscheidet der Ortsbeirat in einer öffentlichen Sitzung über einen Namensvorschlag, der dem Stadtrat zur endgültigen Entscheidung vorgelegt werden soll.

34 KOMMENTARE

  1. Helmut Leiendecker Str !!!!!!!! muuuuhaaaaa
    Dann isser endlich für immer vertreten und kann sich aus dem Musikgeschäft und seinen achso witzigen Kommentaren der Trierer Mundart zurückziehen.

  2. Der Stadtrat hat auch sonst keine Probleme als die Straßen umzubenennen, sprechende Mülleimer anzuschaffen, neue Logos zu gestalten…. ist klar….
    Welche Wahl hatte er zu der damaligen Zeit, ich glaube kaum dass unsere Politiker ( Wendehals Alarm) heute anders entschieden hätten. Zudem ist Karl Marx auch nicht unbedingt eine Beispielfigur für die Demokratie.
    Ich glaube es wird inzwischen ziemlich übertrieben mit diesem“politisch korrekt sein“.

    Mit aus China gesponserten Marx in der Stadt weiß ich nicht ob das auch so korrekt war, politisch gesehen….

    • Wie Recht Sie haben, Frau Müller. Was soll dieser Blödsinn. Karl Marx war z. B. ein ganz übler Antisemit. Und dem wird ohne Bedenken ein, von einem menschenrecht-verachtenden Regime gestiftetes, Monument aufgestellt. Alles politisch korrekt…..

    • Richtig, Fr. Müller, es ist absoluter NONSENSE, die Hindenburg- Strasse aus politischen Gründen umbenennen zu wollen, wenn gleichzeitig ein Karl Marx „ge-, bzw. verehrt“ wird, von dem Trierer Stadtrat. Noch dazu, wie schon von Hr. Schroeder geschrieben, ein Monument, ein „Denkmal“ des kommunistischen Linksextremisten,Hr. Marx, welches mit dem (Blut-,)Geld aus einem menschenrechtsverachtenden, kommunistischen Staat China, finanziert wurde, von diesem Stadtrat unter Klatschen aufgestellt wurde. Einfach nur PEINLICH!
      Welche Kosten mit einer Umbennenung verbunden wären, oder sind, interessiert ja auch niemanden mehr, „wir“ habens ja – dank der Bürgerbeteiligung an den Strassensanierungskosten etc, etc……

  3. Was für eine Hirnlose Aktivität. Warum nicht alles so lassen. Die Zeit schleift alles glatt. Zu meiner Jugendzeit war Karl Marx verboten. Und heute?? Lasst es wie es ist. Oder sollen wir uns in unserem Staettchi fremd fühlen????.

  4. Bürger sollen wählen für einen neuen Straßennamen???? Warum dürften wir Bürger dann nicht abstimmen, ob der Name Hindenburgerstr. bleiben soll oder nicht???

    Ich wäre für „Ja“. Der Name „Hindenburgerstr.“ bleibt.

  5. Hindenburgstr., m/w/d, Zieg..nerschnitzel, Moh..nkopf etc., ich frag mich manchmal ob die Kleingeister noch ganz bei Trost sind? Manchmal ist eine Banane eine Banane und gut ist! Man kann es mit der ganzen politischen Korrektheit auch übertreiben!

    • Da muss ich zustimmen. . . Es gibt genug Mist auf dieser Welt was behandelt werden müsste, nur irgendwann sind halt die Nachrichten der verhungernden Kinder oder von unserem Moria an der EU Grenze zu langweilig!
      Die Menschheit sollte sich richtig schämen.
      Naja Hauptsache in Trier ist die Welt i.O.

  6. Die Rolle Hindenburgs kann historisch aus unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachtet werden. Die Rolle von Karl Marx ebenfalls. Nach beiden sind viele Straßen benannt. Wenn man deren Wirken und Wirkung betrachtet; geschichtlich gesehen gibt es sicher für und wider zur Umbenennung. Marx und Hindenburg waren allerdings mit Sicherheit nicht für alles verantwortlich, was nachher ggf. auch in ihrem Namen geschah. Zieht man bei der Diskussion allerdings Parallelen zu Bischof Dr. Bernhard Stein aus Trier, wird man feststellen, dass dieser wissend und wollend dazu beigetragen hat, dass Menschen die man nicht mehr als Hirten für andere, insbesondere Kinder geeignet waren, ( das ist eine höfliche Umschreibung) trotzdem ihre Neigungen weiter fröhnen konnten. Dann ist die Umbenennung und konsequente Löschung des Namens Bischof Stein Platz im Ranking sicher einige Stellen höher bei Nutzung des gesunden moralischen Empfindens…….da muss man auch nicht unzählige Privatanschriften ändern. Also lasst den Unfug mit der Moralkeule bei Leuten wo man drüber streiten kann und seht drauf bei Scheinheiligen die sich enttarnen…….

  7. Ich würde sie Europastraße nennen, denn 1. sie führt direkt zur Europahalle, 2. ist Trier eine der ältesten Städte Europas. 3. Es gibt ein „Forschungszentrum Europa“ an der Universität Trier. 4. Trier ist schönes Beispiel für eine offene, multikulturelle, europäische Stadt. Das könnte mit dem Straßennamen „Europastraße“ sehr gut hervorgehoben werden und hier bietet die beste Gelegenheit dafür.

    • Was soll der Quatsch? Europastrasse? Dieses Europa ist ein heillos zerstrittener Hau*en, kulturell, finanziell, politisch sowieso.
      Warum überhaupt diese Strasse umbenennen?

  8. nennt die Straße doch nach dem die Bürger in Geschichte belehrenden Herrn Dominik Heinrich von den Grünen, der hat doch diesen ganzen Schlamassel erst angezettelt.
    Mit welch erbärmlichen Themen sich der Stadtrat da beschäftigt spottet wirklich jeder Beschreibung. Hier werden persönliche Ideologien praktisch „öffentlich ausgeschrieben“.

  9. Stresemannstraße. Dann ist die einfach etwas länger und gut ist. Umbenennung ist schon Schwachsinn genug, aber es gibt ja anscheinend keine anderen Probleme.

  10. Die Namensänderung des Gymnasiums war bereits überflüssig wie ein Kropf. Wenn der Stadtrat aber glaubt, nun auch die Umbenennung der dazugehörigen Strasse vorantreiben zu müssen, könnte es doch auch gleich eine Humboldtstraße werden. Im Sinne der Mehrheit der Trierer Bürger ist es ganz sicher nicht; im übrigen sollte Herr D. H. mitsamt seinen Grünen alle sich daraus ergebenden Kosten tragen. Wie viele Umbenennungen stehen uns noch bevor? Gibt es nichts Dringenderes zur Zeit ?

  11. Also mich regt als alter Veganer die Fleischstrasse richtig auf 🙂 Muss man unbedingt ändern. Ich schlage vor, diese Straße in Kornblumenstraße um zu benennen. Das würde auch den Kornmarkt aufwerten.

  12. Es sollten einfach alle, die für die Beibehaltung von „Hindenburgstraße“ sind, dies als Namensvorschlag an die Stadtverwaltung senden. Mal sehen, wie demokratisch die dann den Vorschlag behandelt.

  13. Max-Knobler-Straße, benannt nach dem jüdischen Trierer Geschäftsmann, der auf dem Viehmarkt den berühmten Imbiss betrieb und als „Fritten Max“ selbst zur Legende geworden ist. Die Genussvollkommenheit seiner in Fett gebadeten Kartoffelstreifen war derart grandios, dass sogar Bewohner der Höhenstadtteile die lange Anfahrt zum Viehmarkt in Kauf nahmen, um den lukullischen Genüssen bei Max zu frönen. Damit hat Max Knobler einen entscheidenden Beitrag zur jüdisch-deutschen Verständigung nach der Shoa geleistet und sein Name würde ein ehrendes Andenken in der auf ihn stolzen Stadt Trier erhalten.

  14. in fast jeder deutschen Stadt gibts eine Hindenburgstrasse. Da kommt ein „Sümmchen“ zusammen wenn man die alle umändern will. Ideologie kennt keine Kosten.

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