„Falscher Reflex der Politik“ – Gastrobranche kritisiert Verringerung der Gästezahl

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Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Arne Dedert/dpa

Corona hält Rheinland-Pfalz immer stärker im Griff. Privatfeiern gelten als Hotspots. Daher sind künftig nur noch 25 Partygäste an einem Ort erlaubt. Das Gastgewerbe spricht von einem falschen Reflex. Es fordert «Vorfahrt für Gastro-Profis».

Das Gastgewerbe kritisiert die Verringerung der maximal zulässigen Gästezahl bei Privatfeiern von 75 auf 25 in Rheinland-Pfalz. «Das ist ein falscher Reflex der Politik», sagte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) in Rheinland-Pfalz, Gereon Haumann, der Deutschen Presse-Agentur. Es sei zu unterscheiden zwischen Privatfeiern in privat angemieteten Räumen einerseits und in Gaststätten oder Hotels andererseits.

Es müsse eine «Vorfahrt für Gastro-Profis» geben, die professionell auf die Einhaltung der Mindestabstände achteten – schon um die weitere Öffnung ihres Betriebs sicherzustellen. Bei von Amateuren organisierten Feiern dagegen würden Mindestgästezahlen und -abstände sowie die Pflicht zur Kontakterfassung schon einmal missachtet. «Eine Hochzeit zum Beispiel ist nur einmal im Leben – da nimmt man schon mal ein Bußgeld in Kauf wegen zur vieler Gäste», sagte Haumann. Er forderte, bei privaten Feiern in Gaststätten und Hotels weiterhin maximal 75 Gäste zuzulassen.

Die Landesregierung hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Senkung auf höchstens 25 Teilnehmern an Privatfeiern vom kommenden Montag an gelte. Private Partys und Familienfeiern seien nach wie vor die Hauptursache für die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Haumann schrieb in einem Brief an Dreyer und Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP), bei Privatfeiern in privat gemieteten Räumen sollte die maximale Gästezahl bei einem bestimmten regionalen Coronafallzahl-Anstieg verringert werden – und beim Überschreiten einer bestimmten Warnmarke die Festlichkeit verboten werden.

«Die Erkenntnisse von Infektionsketten und sogenannten Hotspots zeigen deutlich, dass diese sich nicht in den gastgewerblichen Betrieben entwickeln», betonte der Dehoga-Landespräsident in dem Schreiben, das der dpa vorliegt. «Die grobe Fahrlässigkeit einiger Weniger in ihrer privaten Lebensgestaltung darf nicht auf dem Rücken der vielen rechtschaffenen gastgewerblichen Betriebe ausgetragen werden», mahnte Haumann.

Ein Offenhalten von Gaststätten und Hotels für maximal 75 Feiernde könne «gerade auch bei einer Erhöhung des Infektionsgeschehens ein Ausweichen der privaten Feiern in eine unkontrollierbare und für Ordnungskräfte nicht beherrschbare Grauzone» vermeiden.

2 KOMMENTARE

  1. … und für Ordnungskräfte nicht beherrschbare Grauzone» -ich lach mich putte, geht Falschparker kontrollieren und laßt endlich mal die Leute in Ruhe, die haben die Schnauze voll von diesem irrsinnigen Behördenwahnsinn. Und da sieht man dann auch wozu der übermäßige Verzehr von Zombiefilmen führt. er treibt die Leute in den Wahnsinn und sie wissen nicht mehr was sie tun, bzw. sie wußten noch nie was sie taten.

  2. Carlos
    Es vergeht keine Woche, in der der Schwachkopf Gereon Haumann nicht irgendeine
    seiner Forderungen stellt.
    Verstanden hat er gar nichts.
    Viele Nachbarländer schließen mittlerweile Bars und Kneipen vollends.
    Nun will er will das den angeblichen „Gastroprofis“ überlassen.
    Lobbyarbeit ist gut und schön, nur nicht so primitiv wie von Haumann.
    Wenn es so weitergeht wie bisher, werden bald alle seine „Gastroprofis“ geschlossen.
    Aber das begreift der nicht.
    Dafür ist er einfach zu dumm.

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