Johanniter-Jugendhilfe: Triers erste „Sommerschule“ hat Kinder gefördert

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Konkrete Schularbeiten mit 1:1-Betreuung waren ein wichtiger Baustein, der „Sommerschule“ der Trierer Johanniter. Foto: Johanniter Trier

TRIER. 17 Kinder und Jugendliche konnten mit der Johanniter-Jugendhilfe in den letzten Wochen schon Corona-Lernlücken füllen – unterstützt durch die Nikolaus-Koch-Stiftung und die Kinderhilfsaktion Herzenssache e.V.. Was lehrt das Beispiel?

Noch bevor die Sommerschul-Pläne des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums überhaupt bekannt wurden, haben die Trierer Johanniter sich schon an die lokale Umsetzung einer ganz ähnlichen Idee gemacht. Verteilt über einen Monat zwischen 22. Juni und 23. Juli haben die Johanniter mit ehrenamtlichen Helfern eine Lernförderung in fünf Gruppen mit zwei bis vier Teilnehmer-Kindern in ihrer Trierer Dienststelle auf die Beine gestellt, die jetzt zu Ende gegangen ist.

„Wir haben einen immensen Bedarf allein bei den Familien gesehen, die wir im Alltag mit unserer Sozialpädagogischen Familienhilfe betreuen. Die meisten davon wurden beim Corona-Homeschooling einfach abgehängt“, sagt Projektleiterin Simone Hauck. Hinzu kamen Kinder mit Kommunikations-Nachteilen aus dem Sprachpatenprogramm der Johanniter. Den sechs- bis 14-Jährigen, die in altersgerechten Kleingruppen regelmäßig über sechs Termine dabei waren, habe die „Corona-Lernförderung“ zweifellos geholfen, ist sich Susanne Theis sicher.

Die Mitarbeiterin, die im Schulalltag sonst als Integrationshelferin für die Johanniter im Einsatz ist, hat im Team mit neun Ehrenamtlichen alles Geplante für insgesamt 34 Gruppensettings umgesetzt: Je dreistündige Morgen- und Nachmittagsprogramme in verschiedenen Räumen der Johanniter-Dienststelle in Trier-Nord mit einem konzentrationsfördernden altersgerechtem Ablauf aus Lern-, Schulaufgaben- und Nachhilfephasen, unterbrochen durch Bewegungs-, Kreativ- und Digitalangebote. „Es waren Kinder dabei, die danach gar nicht mehr nach Hause wollten. Sie haben inhaltlich Lernlücken schließen können, aber auch erfahren, wie gemeinsames Üben richtig Spaß macht“, freut sich Theis.

Dabei konnten die Johanniter Hürden überwinden, die Kritikern der nun vom Land geplanten Sommerschule noch übel aufstoßen: „Wir haben alle Familien vorab kontaktiert und die Grundschulkinder persönlich Corona konform abgeholt – von Feyen bis Ehrang. Den Jugendlichen haben wir die Busfahrkarten erstattet. Wir haben vor Ort einen Pool an Notebooks und Tabletts geschaffen, an dem die Kinder, den Umgang mit digitalen Medien und Lernangeboten mit uns üben konnten. Der Betreuerschlüssel war nah an 1:1“. Ermöglicht hat all dies eine kurzfristige Förderzusage durch die Nikolaus-Koch-Stiftung, nun noch ergänzt durch einen Zuschuss der Kinderhilfsaktion Herzenssache e.V.. Selbst unter diesen Umständen habe es dennoch stete Hürden gegeben: „Die Eltern bleiben ein essenzieller Faktor.

Wo sie ihr Kind nicht wenigstens morgens wecken und gehen lassen, muss auch der Johanniter-Bus leer wieder abfahren“, bedauert Pädagogin Hauck. Kurzfristige Abmeldungen und schulische Umplanungen hätten immer wieder größte Flexibilität vom motivierten Johanniter-Team gefordert – und Corona viel Extra-Einsatz: Der Infektionsschutz der Kindern und aller Johanniter-Mitarbeiter auf der Dienststelle wurde gemäß eines detaillierten Hygieneplans immer extrem streng beachtet: Maskenpflicht, Abstände, regelmäßiges Lüften, Desinfizieren, stete Begleitung und sofortige Reinigung aller Flächen gehörten dazu. „Unsere „Sommerschule“ war sicher auch wegen der speziellen Zielgruppe besonders herausfordernd“, sagt Johanniterin Simone Hauck: „Aber gerade den Kindern und Jugendlichen, die wir hier fördern konnten, denen wir helfen konnten, ihre ganz speziellen Schul- und Recherchefragen zu klären, hat das Programm wirklich viel gebracht“.

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