Wie krank sind wir in der Region? Gesundheitsreport vorgestellt

0

TRIER. Mehr Erkältungen, aber insgesamt bei Krankheiten unter dem Landesdurchschnitt! So lässt sich der neue Gesundheitsreport aus der Region etwa zusammenfassen. Der Krankenstand in der Stadt Trier und den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm ist 2015 leicht gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 4,3 Prozent gab es in der Region einen niedrigeren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (4,4 Prozent).

Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben. Der höchste Krankenstand in Rheinland-Pfalz wurde mit 5,2 Prozent in Pirmasens und im Landkreis Südwestpfalz verzeichnet. Der niedrigste Krankenstand wurde mit 3,8 Prozent in Neustadt an der Weinstraße gemessen.

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für die Stadt Trier und die Landkreise Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und den Eifelkreis Bitburg-Prüm zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die meisten Ausfalltage erfolgten aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Diese Diagnose war Ursache für jeden fünften Fehltag. Psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände belegten mit 15,8 Prozent den zweiten Platz. Die Fehltage bei dieser Diagnose sanken zum Vorjahr um neun Prozent. Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis belegten mit 13,8 Prozent den dritten Platz. Durch eine Erkältungswelle stiegen die Fehltage zum Vorjahr um rund 27 Prozent. Auch aufgrund von Verletzungen wie beispielsweise Arbeitsunfälle waren weniger Menschen arbeitsunfähig.

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand in unserer Region“, sagt Dietmar Wagner von der DAK-Gesundheit in Trier. „Unternehmen können aus der Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir als Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfe an.“

Darüber hinaus ermögliche die DAK-Gesundheit als erste Kasse Deutschlands eine Beratung per Videochat. Bei dem neuen Online-Angebot nehmen Ärzte aller Fachrichtungen teil. Versicherte könnten ihre Fragen so schnell und unkompliziert vis-à-vis von zu Hause aus klären.

Männer in Region haben drei Prozent mehr Fehltage als Frauen
Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Für die Studie wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Rheinland-Pfalz und in Trier sowie in den Kreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Ein Fazit: Frauen in Rheinland-Pfalz fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr vier Prozent höher. In der Region zeigt sich ein anderes Bild. Hier lagen die Männer vor den Frauen. Der Unterschied betrug drei Prozent. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht“, sagt Wagner. „Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind.“

Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern
In der Region leiden Männer häufiger (plus 41 Prozent) an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei psychischen Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen haben Frauen in der Region um 42 Prozent mehr Ausfalltage. Auch bei den Krebsleiden liegen sie mit 37 Prozent über denen der Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist. „Betroffene Frauen stehen oft noch voll im Erwerbsleben“, erklärt Wagner. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf – meist ab etwa 60 Jahren. „Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst“, ergänzt Wagner. Grundsätzlich sei das Krebsrisiko bei Männern und Frauen gleich.

Frauen neigen zu Präsentismus
Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich sogar noch häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen vom sogenannten Präsentismus: 80 Prozent der Frauen in Rheinland-Pfalz waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit, bei den Männern waren es 66 Prozent. Als Hauptgrund wurde von Frauen genannt, dass sie Kollegen nicht hängen lassen wollten.

Wenn ihre Kinder krank sind, melden sich hingegen viele Frauen selbst krank. Fast jede fünfte Frau in Rheinland-Pfalz sagte in der Befragung, dass sie manchmal so vorgehen müsse, weil sie sich nicht anders zu helfen wisse. Bei den befragten Männern sagen das nur 16,4 Prozent. Demnach tragen Frauen noch immer einen größeren Anteil an der Betreuung kranker Kinder als Männer.

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat rund 350.000 Versicherte in Rheinland-Pfalz, davon rund 30.000 in der Stadt Trier und den Landkreisen Trier-Saarburg, Bernkastel-Wittlich und dem Eifelkreis Bitburg-Prüm.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.