Mit Dreyer an der Spitze: SPD will in Rheinland-Pfalz dem Bundestrend trotzen

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Roger Lewentz. Foto: Andreas Arnold/dpa-Archiv

MAINZ. Die Sozialdemokraten stellen bei der Landtagswahl Malu Dreyer nach vorn. Der Vorschlag für die Landesliste soll ein Spiegelbild der Gesellschaft sein. Gewählt wird die Liste am Samstag auf einem Parteitag unter Corona-Bedingungen.

Bundesweit kommt die SPD nicht aus dem Umfragetief heraus, in Rheinland-Pfalz geht die Partei aber siegesgewiss in die Landtagswahl 2021. «Bei Landtagswahlen gelten eigene Gesetze», sagte der Landesvorsitzende Roger Lewentz am Donnerstag bei der Vorstellung des Vorschlags für die Landesliste. Die SPD werde die Wahl am 14. März zu einem Duell zwischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer und CDU-Herausforderer Christian Baldauf machen.

«Die Bundessituation ist für uns natürlich eine echte Herausforderung», sagte Lewentz. Wenn die SPD im Bund bei 25 Prozent liegen würde, wäre es einfacher. «Jetzt sind wir bei 15 oder 16 Prozent – da müssen wir 20 Prozent drauflegen.»

Der am Mittwochabend vom Landesvorstand einstimmig verabschiedete Vorschlag für die Landesliste sieht unter den ersten 42 Plätzen abwechselnd eine Frau und einen Mann vor. Damit setze die SPD ein deutliches Zeichen für Geschlechtergerechtigkeit, sagte Lewentz. «Wir wollen die rheinland-pfälzische Gesellschaft in allen Facetten abbilden.» Die Entscheidung über die Liste trifft am Samstag ein Parteitag unter Corona-Bedingungen in einer ehemaligen Fabrikhalle in Mainz-Mombach.

Angeführt wird der Listenvorschlag von Ministerpräsidentin Dreyer. «Die SPD als stärkste Partei im Landtag wird dann dafür sorgen, dass Malu Dreyer auch die Stimmenmehrheit bekommt, um am 18. Mai zur Ministerpräsidentin gewählt zu werden», sagte der Landesvorsitzende und Innenminister Lewentz. Als sogenannter B-Kandidat für Dreyer ist der Trierer Abgeordnete Sven Teuber vorgesehen – geplant ist, dass Dreyer nach der Wahl das Mandat für ihn freigibt.

Auf den nächsten Plätzen der vorgeschlagenen Liste folgen der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer, Finanzministerin Doris Ahnen und Lewentz. Jüngste Kandidatin ist die 27-jährige Ruth Greb aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis auf Platz 33, ältester Kandidat ist der 68-jährige Hans Jürgen Noss aus dem Kreis Birkenfel auf Platz 16.

Da es wegen der Corona-Krise keine Regionalparteitage gegeben habe, sei beim Listenvorschlag besonders auf die regionale Ausgewogenheit geachtet worden, sagte Lewentz. Unter den ersten zehn Plätzen kommen fünf aus dem Rheinland, drei aus der Pfalz und zwei aus Rheinhessen.

In Corona-Zeiten komme es besonders darauf an, verantwortungsvoll zu regieren, sagte Lewentz. Mit Blick auf den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) fügte er hinzu: «Wir poltern nicht durch die Republik wie Herr Söder. Wir konzentrieren uns auf Rheinland-Pfalz.»

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8 Kommentare

  1. Ich sehe am Horizont nirgends eine denkbare Alternative zu Frau Dreyer. Die CDU hat außer hohlen Sprüchen wieder einmal nichts zu bieten – mit einem Kandidaten, der so bekannt ist wie ein UFO-Kapitän, die FPD hat ihren an sich guten Wirtschaftsminister zum Lautsprecher eines Herrn Lindner degradiert und die Grünen haben sich an ihrer eigenen Raffgier verhoben und dürften, trotz Bundestrend, schwer an der 5% Hürde knabbern… Wohin geht denn Ihre Hoffnung?
    P.S. Für einen Trierer müsste es eigentlich Ehrensache sein, eine Mitbürgerin zu wählen, die Trier noch nie im Regen hat stehen lassen.

    • Hehe, die Dreyer mit dem Lobby-Jensen.
      Meinte Teuber ?!
      Nein !
      Doch!
      Ohh!
      Ob die Trierer wirklich wieder so doof sind, wird sich zeigen?

  2. Malu Dreyer ist das Beste, was unserem schönen Land passieren kann! sie strahlt so eine warmherzige, mitfühlende Empathie aus, sowas braucht unser Land in diesen von Corona gebeutelten Zeiten!

    • Haha, endlich mal was Lustiges an diesem verregneten Tag, lieber Namenskollege. Ich beglückwünsche Sie zum erheiterndsten Kommentar den ich seit langem gelesen habe.

  3. Wen der zentralistische Trend der Politik so weiter geht, braucht es bis zur Landtagswahl keine Landtage mehr. Dann hat sich die Wahl eh erledigt.
    😉

  4. Das bringt mich auch iwie zum Nachdenken, titelt doch der Leibe in der neuesten Ausgabe der Rathaus-Zeitung:
    „OB appelliert: „Handel stärken, denn es ist unsere Stadt““

    Jetzt wohne ich zwar schon ewig hier, aber ist es wirklich meine Stadt?

    Mir fallen drei Gründe ein warum nicht.

    1. Ökologie: Die Handlungen Triers und insbesondere des OB zu diesem wichtigen Bereich beschränken sich auf sinnlose Marketingaktionen; Nachhaltiges Trier weil 10 Läden mindestens ein Ökoprodukt verkaufen, ein Bienenhaus am Rathaus, andererseits
    wird überall in den öffentlichen Grünanlagen alles permanent ratzekahl gemäht usw usw.
    Der öffentliche Nahverkehr und Güterverkehr: Busse zu teuer, gerade hat die Stadt Trier das Industriegleis Euren stillgelegt, weil sie den Unterhalt scheut, versenkt aber 100tausende für sprechende Mülleimer, ein Theater das keiner braucht und ähnlichen Kram.
    2. Zukunftsfähigkeit: Für die Jugend wird gar nichts getan, so man hier studiert hat geht man am besten woanders hin zum Arbeiten oder nach Luxembourg, dann kauft man aber besser gleich dort ein Haus, lohnt sich langfristig. Nehmen wir an, das Trierer Rathaus wäre ähnlich baufällig wie das Exhaus, ich bin sicher es wäre innerhalb kürzester Zeit saniert worden und als Prunkpalast wiedererstanden, Kosten egal.
    3. Vergammelte Infrastruktur: Fahrbahnmarkierungen verblasst, Strassen ein einziges Flickwerk, usw.
    All das gibts natürlich nicht da wo Triers OB wohnt, dort lässt sichs gut leben.

    Also ehrlich Herr Leibe, wieso soll ich in Trier einkaufen, nur damit die dadurch generierten Steuereinnahmen wieder von Ihnen sinnlos versenkt werden.

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