MÜNCHEN/TRIER. Kinder und Jugendliche sollen soziale Medien nicht nur nutzen, sondern auch verstehen: Die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der Länder haben gemeinsame Ziele und Maßnahmen beschlossen, um die Medienkompetenz an Schulen zu stärken. Im Fokus stehen ein kritischer Umgang mit Social Media, digitale Resilienz und der Schutz vor Risiken im Netz.
Bildungsminister wollen Medienkompetenz stärken
Während in Deutschland weiter über mögliche Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert wird, haben sich die Bildungsministerinnen und Bildungsminister der Länder auf gemeinsame Leitlinien zum Umgang mit Social Media an Schulen verständigt.
Ziel sei es, Kinder und Jugendliche zu einem reflektierten, kritischen und sicheren Umgang mit Social Media zu b efähigen, erklärte die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, Anna Stolz. Es gehe um einen Dreiklang aus sensibilisieren, stärken und schützen.
Schüler sollen Risiken besser erkennen
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie junge Menschen besser auf eine digitale Welt vorbereitet werden können. Social Media könne verbinden, informieren und inspirieren – aber auch verunsichern, unter Druck setzen oder manipulieren.
Schülerinnen und Schüler sollen deshalb lernen, Informationen kritisch einzuordnen, Risiken zu erkennen und selbstbewusst mit digitalen Medien umzugehen.
Zusammenarbeit mit Eltern wichtig
Nach Angaben der Bildungsministerkonferenz sollen Schulen dabei nicht allein gelassen werden. Eine enge Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus gilt als wichtiger Bestandteil der neuen Linie.
Auch Bundesbildungsministerin Karin Prien betonte, dass es nicht nur um die Frage eines möglichen pauschalen Social-Media-Verbots gehe. Vielmehr müssten Kinder und Jugendliche besser geschützt und zugleich im Umgang mit digitalen Angeboten gestärkt werden.
Empfehlungen zu Altersgrenzen erwartet
In Deutschland wird derzeit auch über Altersgrenzen für soziale Medien diskutiert. Eine Expertenkommission erarbeitet aktuell Empfehlungen für konkrete Maßnahmen. Die Ergebnisse sollen am 24. Juni vorgestellt werden.
Dabei soll es nicht nur um Schulen gehen, sondern auch um Eltern, Kitas und weitere Bereiche wie etwa die medizinische Beratung.
Schulen müssen auf digitale Realität vorbereiten
Die saarländische Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot machte deutlich, dass Medienkompetenz an Schulen stärker in den Mittelpunkt rücken müsse. Junge Menschen müssten lernen, kritisch hinzuschauen und digitale Inhalte richtig einzuordnen.
Auch Nordrhein-Westfalens Schulministerin Dorothee Feller verwies darauf, dass Angebote wie „Kompetent im Netz“ weiter ausgebaut werden sollen. Ohne die Einbindung der Eltern werde es jedoch nicht gelingen, Kinder auf eine Welt vorzubereiten, in der Social Media, künstliche Intelligenz und digitale Entwicklungen den Alltag prägen.













