Grüne fordern mehr psychosoziale Beratung für Studentinnen und Studenten

Prüfungsstress, Zukunftsängste, Arbeitswust - bei solchen Dingen können Studentinnen und Studenten unterstützt werden, oft von Studierendenwerken. Doch die ächzen unter hohen Kosten, wie die Grünen sagen.

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Nach Meinung der grünen Fraktion braucht es einen Ausbau des Beratungsangebots für Studentinnen und Studenten. Foto: Thomas Frey/dpa/Symbolbild

MAINZ. Die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag halten einen Ausbau des Angebots an psychosozialer Beratung für Studentinnen und Studenten für nötig. In den vergangenen Jahren hätten die Studierendenwerke das dafür zusätzlich vom Land gegebene Geld vor allem dafür eingesetzt, um das vorhandene Angebot zu sichern und einen Abbau zu vermeiden.

Dies sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Lea Heidbreder. «Das zeigt, wie prekär die Lage in diesem Bereich immer noch ist.» Im Doppelhaushalt 2025/26 standen den Studierendenwerken jährlich 450.000 Euro für psychosoziale Beratung von Studentinnen und Studenten zur Verfügung. Angeboten werden von den Werken Einzel- und Gruppenberatungen etwa zur Stärkung der Resilienz, also der eigenen Widerstandskraft, im Allgemeinen und beispielsweise bei Prüfungsangst im Speziellen.

Heidbreder: Studierendenwerke von höheren Preisen hart getroffen

Das Studierendenwerk Kaiserslautern etwa verwendete das Landesgeld zuletzt laut der Antwort des Ministeriums dafür, das Angebot zu stabilisieren und einen Abbau der Kapazitäten zu verhindern. Das Studierendenwerk Koblenz führte damit zusätzliche Veranstaltungen durch. In Mainz, wo nicht das Studierendenwerk, sondern die Psychotherapeutische Beratungsstelle der Johannes Gutenberg-Universität Studentinnen und Studenten unterstützt, werden dank des zusätzlichen Geldes mehr Ratsuchende pro Jahr betreut.

In Trier wurde eine zusätzliche Sozialpädagogin für die Sozialberatung der Mieterschaft eingestellt, im Studierendenwerk Vorderpfalz kam etwa an einem Standort ein neues Gruppenangebot dazu. Für Heidbreder ist das unter dem Strich und trotz eines punktuellen Ausbaus zu wenig. «Steigende Lebensmittel- und Energiepreise bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen aus Semesterbeiträgen haben die Studierendenwerke hart getroffen», sagte sie. «Ein größeres Angebot an psychosozialer Beratung kann offenbar nur geschaffen werden, wenn das Land seinen Zuschuss noch einmal substanziell erhöht.»

Ministerium: Wartezeiten in «gutem Korridor»

In der Antwort des Ministeriums heißt es auch, Studentinnen und Studenten ließen sich nur schwer zur Teilnahme an studienergänzenden Angeboten motivieren, wenn es keine Credit Points, also für das Studium wichtige Leistungspunkte, gebe. Die Wartezeiten bei allen Beratungsstellen seien überwiegend in einem «guten Korridor». Sie seien in den beiden vergangenen Jahren stabil geblieben und deutlich kürzer als während der Corona-Pandemie, als es mehrere Monate bis zu einem Termin gedauert habe. (Quelle: dpa)

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