Verdacht auf Untreue: Staatsanwaltschaft prüft Sonderurlaub-Praxis der RLP-Regierung

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Foto: Helmut Fricke/dpa

MAINZ – Die Mainzer Justiz befasst sich derzeit mit einem juristisch brisanten Vorgang innerhalb der rheinland-pfälzischen Landesregierung. Die Staatsanwaltschaft Mainz bestätigte, dass sie Vorermittlungen im Zusammenhang mit der Gewährung von Sonderurlauben für Spitzenbeamte aufgenommen hat.

Hintergrund ist die Frage, ob diese Freistellungen zur Übernahme von Posten in der freien Wirtschaft den Tatbestand der Untreue erfüllen. Ein neues Gutachten des Strafrechtlers Till Zimmermann gibt den Ausschlag für die aktuelle Prüfung.

Die Kontroverse um die „Zwei Welten“

Bereits 2022 monierte der Landesrechnungshof die gängige Praxis. Kritisiert wird insbesondere, dass Beamte in Management-Positionen wechselten, dabei jedoch ihre Ruhegehaltsansprüche behielten. Ein besonders eklatanter Fall weist eine Freistellung von fast zwölf Jahren auf.

Während die Regierung unter Berufung auf den ehemaligen Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio die Rechtmäßigkeit betont, sieht Zimmermann eine klare Schädigung des Staatsvermögens. Die Betroffenen hätten Vorteile aus der Privatwirtschaft mit Privilegien des Beamtentums kombiniert.

Politischer Druck auf Ministerpräsident Schweitzer

Die Opposition nutzt die rechtliche Prüfung, um den politischen Druck auf Ministerpräsident Alexander Schweitzer zu erhöhen. Die Freien Wähler planen, ihre belastenden Unterlagen direkt der Staatsanwaltschaft zuzuleiten. Damit erreicht die Debatte um die sogenannte „Polit-Elite“ eine neue Eskalationsstufe. Es bleibt abzuwarten, ob die Vorprüfungen in ein förmliches Ermittlungsverfahren münden werden, welches die Regierung massiv belasten könnte.

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