NGG warnt: Tausende Trierer können Strom- und Gasrechnung nicht bezahlen

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TRIER. Licht an, Heizung an – nicht in allen Haushalten in Trier klappt das problemlos. Viele können sich den Strom und das Heizen nicht leisten.

Singles, Pärchen, Familien, alleinerziehende Mütter und Väter mit ihren Kindern oder Seniorenhaushalte: In Trier leben nach Schätzungen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mehr als 5.200 Menschen in Haushalten, die ihre Rechnungen beim Energieversorger nicht oder nicht pünktlich bezahlen können.

Die NGG Trier beruft sich dabei auf Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Demnach haben bundesweit im Schnitt fünf Prozent der Bevölkerung Probleme beim Bezahlen von Strom- und Gasrechnungen. Mieter seien dabei deutlich häufiger im Zahlungsrückstand als Menschen mit Wohneigentum.

Steigende Strompreise setzen die Menschen unter Druck. Wer in Trier für einen Niedriglohn arbeitet oder sogar nur den Mindestlohn bekommt, muss ohnehin jeden Cent zweimal umdrehen. Wenn für diese Menschen Strom jetzt mehr und mehr zum Luxusgut wird, dann muss dringend etwas passieren“, sagt Jerome Frantz.

Der Geschäftsführer der NGG Trier fordert die Bundesregierung auf, die Stromsteuer für private Haushalte – wie im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart – zu senken. „Der Effekt wäre sofort da: Mit geringeren Stromkosten könnte der Staat den Menschen prompt und wirkungsvoll unter die Arme greifen“, so Frantz.

Der Gewerkschafter appelliert an die Bundestagsabgeordneten aus Trier und der Region, sich in Berlin „für einen kräftigen und dauerhaften Stromsteuer-Rabatt stark zu machen“. Außerdem gehörten Stromnetze in die öffentliche Hand: „‚Strom-Autobahnen‘ dürfen nicht zur Rendite-Infrastruktur für Investoren werden“, fordert Frantz.

Für private Haushalte sei es wichtig, möglichst langfristig stabile Energiekosten zu haben. Davon würden aber auch Schwimmbäder, Schulen und Krankenhäuser profitieren, so die NGG Trier. Die vom Bund geplante Senkung der Stromnetzentgelte könnte genauso wie die Befreiung der Gaskunden von der Gasspeicherumlage nur ein erster Schritt sein, um die Energiekosten für private Haushalte spürbar zu senken.

Darüber hinaus begrüßt die NGG Trier den vom Bund für das kommende Jahr bis 2028 geplanten vergünstigten Industriestrompreis von rund 5 Cent pro Kilowattstunde. Es sei jetzt allerdings entscheidend, welche energieintensiven Unternehmen nach dem Willen der Bundesregierung davon profitieren sollen. „Gerade auch die Lebensmittelindustrie hat einen hohen Energiebedarf. Das müssen die heimischen Bundestagsabgeordneten jetzt gegenüber der Bundesregierung in Berlin deutlich machen. Auf jeden Fall ist es für die Ernährungswirtschaft in Trier und der Region wichtig, dass der Bund die Stromsteuer auch über das Jahresende hinaus senkt. Denn hohe Energiekosten dürfen keine Arbeitsplätze gefährden“, so Jerome Frantz. Insgesamt arbeiten in Trier allein in der Ernährungswirtschaft rund 970 Beschäftigte in 24 Betrieben, so die NGG. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. (Quelle: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Region Trier)

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12 Kommentare

  1. Wer an der Urne den Klimawahnsinn wählt, braucht sich über hohe Energiekosten nicht zu beschweren.
    Ideologie eindämmen, CO2-Handel abschaffen, Atomkraftwerke aufbauen, günstiges Gas einkaufen.
    Es ist gar nicht so schwer.,

  2. Das Geld für Subventionen für die Solaranlagen der Großgrund- und Villenbesitzer, deren teure E-Autos, Ladestationen und Wärmepumpen muss ja irgendwo her kommen. Das finanzieren seit vielen Jahren die kleinen Leute, die im Plattenbau wohnen, mit überhöhten Strom- Öl, Gaspreisen und KfZ-Steuern. Die bekommen im Gegensatz zu den Erstgenannten natürlich auch kein Geld für den Strom, den sie eventuell über ihr Balkonkraftwerk einspeisen.

    Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat also keinen Vorteil von diesem System. Trotzdem haben es die Leute immer wieder so gewählt, weil man ihnen eingeredet hat, sie müssten die Welt retten und dafür Opfer bringen. Das einfache Volk muss im Kalten frieren und die Prunkschlösser der Herrschenden bezahlen – so funktioniert Unseredemokratie.

  3. Ich denke mal, das ist Ihre Art von Humor?
    Komplexe Energieprobleme mit simplen Schlagworten wegzuwischen, ist keine Lösung. Atomkraftwerke lassen sich nicht herbeizaubern, der CO₂-Handel ist nicht der Preistreiber, und „billiges Gas“ aus autoritären Staaten war ein riskiges Geschäftsmodell, das uns teuer zu stehen kam.

    Wer ernsthafte Politik will, braucht Fakten und Verantwortung – nicht Wunschdenken.

    • @peters:
      Ja, moderne Atomkraftwerke lassen sich natürlich schneller sprengen – das ist ja die große Errungenschaft der grünen Energiepolitik.
      Der CO₂-Handel? Ein teures Placebo, das Bürokraten glücklich macht, aber niemandem die Stromrechnung senkt. Schon gar nicht die natürlichen Klimaänderungen beeinflusst.
      Und was die Energieimporte angeht: Die Bundesrepublik hat seit dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich Energie aus autoritären Staaten bezogen. Wo genau liegt da plötzlich das Problem – und weshalb soll uns das jetzt „teuer zu stehen“ gekommen sein? Ich bitte um eine Erklärung, die über Schlagworte hinausgeht.
      Wer echten Wandel will, muss anders wählen und darf sich nicht länger mit Phrasen abspeisen lassen.

  4. Offensichtlich sind noch nicht genug deutsche Firmen ausgewandert. Günstige Energie ist z. Bsp. ein Grund für Audi Deutschland sich in Györ Ungarn niederzulassen. Audi hat dort ein Werk gebaut für 12.000 Mitarbeiter, diese bauen dort Verbrennermotoren für den Weltmarkt. Haushaltsstrom kostet in Ungarn 11 cts p.Kwh und an jeder Wohnung hängt eine Wärmepumpe. Bei Budapest entstehen z.Zt 2 neu AKWs….

  5. es wird wohl noch Jahrzente dauern bis auch der letzte begriffen hat das Kernenergie die teuerste Energieform ist die es gibt, von der Beschaffung des Urans oder der Müllentsorgung ganz zu schweigen.

      • Dann informieren sie sich mal was diese tollen neuen milliarden Gräber kosten und sie werden schnell erkennen warum es kein einziges AKW gibt was ohne Milliardenschwere Zuschüsse gebaut wird. In der Zwischenzeit baut zb China die erneuerbaren Energien doppelt so schnell aus wie der Rest der Welt zusammen.

  6. Ihre Aussagen klingen mit Verlaub nicht durchdacht und verweigern sich den Fakten. Moderne AKWs sind nicht ‚leichter zu sprengen‘, der Emissionshandel senkt nachweislich CO₂-Ausstoß, und Energieimporte aus autoritären Staaten wurden genau dann teuer, als politische Abhängigkeit zur echten Kostenfalle wurde. Das Problem ist also nicht neu – die Folgen sind es.
    Wer echten Wandel will, sollte weniger Parolen verbreiten und mehr Realität anerkennen.

  7. Ich glaube tief drinnen wissen wir alle wer die Dummen im Moment sind , es lacht nicht umsonst die ganze Welt über uns , sei es Energie , Einwanderung , Lebenshaltung usw ….
    Macht einfach mal die Augen auf. Wir werdendie Welt alleine auch nicht retten , wenn andere lachen müssen ausgerechnet wir was ändern wollen , total bescheuert .

  8. “ Ihr werdet nichts besitzen aber trotzdem glücklich sein ……..“

    Offensichtlich läuft das Programm.

    In Kürze werden wir sehen ob diese von einem einflussreichen Menschen postulierte Auffassung wirklich zutrifft. Bis dahin viel Spass noch denjenigen die der Meinung sind dass sie auch zukünftig ihre Rechnungen zahlen können.

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