Trier: VHS startet mit neuer Leiterin ins neue Semester

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Beigeordneter Markus Nöhl (2. v. l.) stellt die neue VHS-Chefin Dr. Manuela Zeilinger-Trier (2. v. r.) als Nachfolgerin von Rudolf Fries (r.) vor. Birgit Justinger (l.) leitet die Verwaltung, Laura Trierweiler (Mitte) und Rita Brockhaus (derzeit im Urlaub) betreuen die weiteren Fachbereiche. Foto: Presseamt Stadt Trier

TRIER – Rund zwei Monate vor dem Start des zweiten Semesters 2025 hat die Trierer Volkshochschule eine neue Leitung: Dr. Manuela Zeilinger-Trier hat zum 1. Juli in dieser Funktion die Aufgaben von Rudolf Fries übernommen: Er ist weiterhin Chef des städtischen Bildungs- und Medienzentrums, das die VHS, die Karl-Berg-Musikschule, das Kommunale Bildungsmanagement und die Stadtbücherei umfasst.

Kultur- und Weiterbildungsdezernent Markus Nöhl freut sich über den Stabwechsel: „In der Belegschaft der VHS steht ein Generationenwechsel an. Dieser betrifft vor allem die Führungsebene. Drei Kollegen und eine Kollegin gehen innerhalb von zwei Jahren in den Ruhestand. Um Wissen und Erfahrung weiterzugeben, werden die Übergänge so weit als möglich gleitend gestaltet. So ist der bisherige VHS-Leiter Rudolf Fries noch eine ganze Zeit im Bildungs- und Medienzentrum und kann Dr. Manuela Zeilinger-Trier in ihrer neuen Aufgabe als Leiterin unterstützen.“

Die 54-Jährige stammt aus dem mittelfränkischen Ansbach und studierte 1990 bis 1997 Germanistik und Romanistik in Erlangen. Ab 1997 arbeitete sie in Spanien und Frankreich, unter anderem als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache (DaF) an der Uni. Nach einer Zeit als freiberufliche Dozentin in Münster war sie von 2006 bis 2012 Geschäftsstellen- und Fachbereichsleiterin der VHS im Ortenaukreis. Nach dem Wechsel nach Trier war sie bis 2015 VHS-Dozentin für DaF und Französisch und ab 1. Januar 2016 Fachbereichsleiterin DaF und Integration. Drei Jahre später übernahm sie auch die Zuständigkeit für die Fachbereiche Kultur und Gestaltung und Grundbildung bei der Volkshochschule.

An ihrem bisherigen Schwerpunkt „Deutsch als Fremdsprache“ fasziniert sie besonders, mit Menschen aller Kulturen in Kontakt zu kommen. „Die Welt kommt im Grunde genommen zu uns. Man kann den Menschen sehr grundlegend helfen, ihnen über Sprache erste Schritte in die deutsche Gesellschaft ermöglichen. Es gibt da immer wieder schöne Erfolgsgeschichten“, so Zeilinger-Trier. Mit dem Anstieg der Zahl der Geflüchteten seit dem Herbst 2015 sei diese Arbeit immer komplexer und schwieriger geworden. „Ich habe im Januar 2016 bei der VHS angefangen, nachdem man auf die Entwicklung reagiert und eine neue Stelle für diesen Bereich geschaffen hat. In den ersten drei Jahren habe ich mich nur um DaF-Kurse gekümmert, weil so viel zu tun war. Langsam gab es mehr Routine und ich konnte zusätzliche Aufgaben übernehmen“, berichtet sie und verweist auf die zentrale Rolle des Sprachlernens bei der Integration: „Ohne Sprache geht gar nichts. Ich sehe es kritisch, wenn manche Neuankömmlinge direkt arbeiten. Dann haben sie keine Zeit, grundlegend Deutsch zu lernen und oft eine Stelle, die deutlich unter ihrer Qualifikation aus der Heimat angesiedelt ist.“

Auf die zum 1. Juli umgesetzte Umstrukturierung im Bildungs- und Medienzentrum habe man im gesamten Team gemeinsam hingearbeitet, um dort neben Bücherei, Kommunalem Bildungsmanagement und Musikschule auch die VHS mit einer eigenen Leitung zu haben. Zeilinger-Trier: „In den letzten Jahren wurde mit knappem Personal schon eine sehr gute Arbeit gemacht. Jetzt können wir das Angebot ausbauen. Das ist aber nur möglich durch die neue Stelle, die meine Kollegin Laura Trierweiler als eine von insgesamt drei Fachbereichsleiterinnen übernommen hat.“

Als eine große Herausforderung für die VHS in den nächsten Jahren nennt die neue Chefin die Folgen des „Herrenberg“-Urteils: Es führte dazu, dass freiberufliche Musikschuldozenten eine feste Anstellung erhalten mussten. Dieses Thema sei noch nicht ausgestanden:  „Es gibt zwar ein Moratorium bis Ende 2026, das Thema kann aber auch bei den Volkshochschulen noch akut werden. Eine VHS ohne freiberufliche Lehrkräfte ist nicht denkbar. Das Problem müssen wir aber gottseidank nicht allein lösen. Der Deutsche Volkshochschulverband macht eine gute Lobbyarbeit bei politischen Entscheidungsträgern in Berlin“, so Zeilinger-Trier. Eine weitere Herausforderung sei die auskömmliche Finanzierung der Sprach- und Integrationskurse.

Im neuen Trierer VHS-Semester, das Anfang September beginnt, ist die Zahl der Kurse mit rund 520 stabil geblieben. Größter Bereich sind die Sprachen mit 201 Angeboten, davon allein 89 im DaF-Bereich.

Im Fachbereich 1 (Gesellschaft und Politik) geht es unter anderem um aktuelle Gefährdungen der Demokratie, aber auch die Umweltbildung. Im Fachbereich 2 (Kultur und Gestaltung) liegt ein großer Schwerpunkt auf neuen Kreativtechniken. Außerdem gibt es ein Fotoprojekt rund um die Theatersanierung. Im Fachbereich 3 ist ein neuer Schwerpunkt zur psychischen Gesundheit im Angebot.

Bei den Sprachen gibt es als Neuerung unter anderem ein Aussprachetraining für ausländische Ärztinnen und Ärzte, die hier arbeiten. Zeilinger-Trier erläutert: „Die können zwar meist sehr gut Deutsch, benötigen aber oft noch diese Ergänzung.“  Im Bereich digitale Welt und Beruf gibt es im neuen VHS-Semester unter anderen einen KI-Schwerpunkt.

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