MAINZ. Die Umweltminister von Bund und Ländern haben sich darauf verständigt, dass es künftig möglich sein soll, problematische Wölfe, die Schutzzäune überwunden und Nutztiere gerissen haben, deutlich schneller als bislang abzuschießen. Die grüne Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Katrin Eder, will den Beschluss aber vorerst nicht umsetzen, wie der Volksfreund berichtet.
Eder begründet ihre ablehnende Haltung zu dem in der Umweltministerkonferenz (UMK) einstimmig gefassten Beschluss damit, dass es in Rheinland-Pfalz nur ein geringes Rissaufkommen und nur wenige Wölfe gebe. Der beschleunigte Abschuss solle aus ihrer Sicht für Gebiete mit hohem Rissaufkommen, v.a. in Norddeutschland, gelten.
Ein Sprecher von Eders Ministerium sagte laut Volksfreund: „Ein hohes Rissaufkommen bei Weidetieren ist nicht festzustellen. Daher stellt sich die Frage der Umsetzung der möglichen Regelung auch nicht.“ Eder will stattdessen weiterhin auf präventiven Herdenschutz setzen. Dieser habe die Anzahl der Übergriffe um rund 90 Prozent verringert.
Mit der Blockadehaltung der Ministerin scheint neuer Streit in der Mainzer Ampel vorprogrammiert. Die FDP fordert schon seit längerem ein entschiedeneres Vorgehen gegen Problemwölfe. Marco Weber, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Mainzer Landtag und selbst Landwirt, lobte die Entscheidung der Umweltminister und verwies darauf, dass Sachsen und Brandenburg den Beschluss rasch umsetzen wollen. (Quelle: Trierischer Volksfreund)
















