Nabu Rheinland-Pfalz: Fledermäuse nicht beim Winterschlaf stören

Um die nahrungsarme kalte Jahreszeit zu überstehen, halten Fledermäuse Winterschlaf. Naturschützer raten, sie in dieser Zeit auf keinen Fall zu wecken, da dies für die Tiere tödlich enden könnte.

0
Bartfledermäuse werden in den Höhlen des Gubenfelds in Mayen (Rheinland-Pfalz) von Mitarbeitern des Naturschutzbundes Nabu untersucht. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

MAINZ. Wenn die Nahrung knapp wird und der erste Frost kommt, suchen sich Fledermäuse ein Quartier zum Überwintern. Der Naturschutzbund (Nabu) Rheinland-Pfalz warnt davor, die Tiere während des Winterschlafs zu stören. «Fledermäuse brauchen etwa 45 Minuten, um aufzuwachen, wenn sie einmal im Tiefschlaf sind. Das kostet sie einiges an Energie, die sie eigentlich für die Überwinterung benötigen», erklärte Katharina Schritt, Fledermaus-Expertin beim Nabu.

Deshalb sollten die streng geschützten Tiere in dieser Phase in Ruhe gelassen werden. Gestört würden sie etwa, wenn Wanderer vergitterte Stollen betreten oder durch Sanierungsarbeiten unwissentlich ein Fledermaus-Quartier an einem Gebäude aufgedeckt wird.

Neben alten Stollen und Höhlen nutzten Fledermäuse auch Baumhöhlen als Winterquartier oder verstecken sich an oder in Gebäuden. Im Gegensatz zu anderen Tieren betrieben sie aber keinen aktiven Nestbau. Allerdings gebe es 22 verschiedene Fledermausarten in Rheinland-Pfalz mit unterschiedlichen Lebensweisen, erläuterte die Expertin weiter. In Deutschland befinde sich eines der wichtigsten Schwärm- und Winterquartiere in Mayen (Landkreis Mayen-Koblenz).

Auch die Art des Winterschlafes unterscheide sich von Art zu Art: «Manche Fledermäuse sind Langschläfer. Sie schlafen durch und werden zum Teil erst im April wieder wach», berichtete Schritt. Andere Arten, wie zum Beispiel die weit verbreitete Zwergfledermaus, werden im Winter in milden Phasen wach und dann auch aktiv. Generell benötigten die Tiere ein Quartier mit Temperaturen zwischen 2 und 8 Grad, hoher Luftfeuchtigkeit und Ruhe.

Während des ungefähr von November bis März dauernden Winterschlafs fahren die Tiere ihren Stoffwechsel der Expertin zufolge so weit herunter, dass ihre Fettreserven über den Winter reichen. Sie atmeten dann nur noch einmal alle 90 Minuten und reduzierten ihren Herzschlag auf bis zu zehn Schläge pro Minute. (Quelle: dpa)

Vorheriger ArtikelSchrecklicher Unfall im Saarland: 27-Jähriger stirbt bei Kollision mit Baum
Nächster ArtikelRLP-Pokal in Bitburg: Eifel-Mosel Bären empfangen Zweibrücken Hornets

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.