Keine Lust auf Vandalismus, Lärm und Gefahr – Widerstand gegen “Rioler Oktoberfest” in Föhren

2
Gewerbetreibende in Föhren sprechen sich gegen ein Oktoberfest im Industriepark aus. Symbolbild; dpa

TRIER/FÖHREN. Alkohol in großen Mengen, laute Musik fehlende Parkflächen und enthemmte Besucher – die Bedenken und Befürchtungen mehrere Betriebe im Industriepark Region Trier gegen das angedachte Ausweichquartier des einst in Riol ansässigen Oktoberfest sind groß. Auch der örtliche Gewerbeverein spricht sich gegen die Austragung des Festes im Industriepark aus. Zwar fänden, laut eines Trierer Mediums, noch Gespräche zwischen Veranstalter Hans-Jürgen Lichter und örtlichen Verantwortlichen statt, eine entsprechende Genehmigung zur Ausrichtung scheint jedoch in Anbetracht der derzeitigen Situation nicht sehr wahrscheinlich.

Auf der Suche nach einem neuen Standort zur Durchführung des zuvor am Standort Riol durchgeführten Oktoberfestes, schien Veranstalter Lichter im Industriepark Region Trier fündig geworden sein. Doch in der „Nachbarschaft“ gibt es Widerstand. Auch ein Brandbrief des Gewerbeverbands IRT an alle Betriebe des Gebiets habe viele Firmen, insbesondere in der Bereitstellung möglicher Parkflächen für den Veranstalter verschreckt, wie der Trierische Volksfreund berichtet.

Brandbrief durch Gewerbeverband

Um eine Genehmigung zur Durchführung der Veranstaltung zu erhalten, müssen entsprechende Voraussetzungen erfüllt sein. Zuständig ist hier die Verbandsgemeindeverwaltung Schweich. Zu den Voraussetzungen gehören beispielsweise nachweisliche Parkflächen, Lärmschutz aber auch die Einordnung des Oktoberfestes als Kultur- und nicht als Vergnügungsveranstaltung, deren Austragung durch den örtlichen Bebauungsplan ausgeschlossen wird.

„Die Feste wurden bisher von den zuständigen Behörden immer als Kulturveranstaltung anerkannt – wir spielen traditionelle Musik bei einer volkstümlichen Veranstaltung. Deshalb sind wir bislang von den Finanzbehörden auch immer mit sieben Prozent Mehrwertsteuer belegt worden, wie für Kulturveranstaltungen üblich, und nicht mit 19 Prozent wie bei Vergnügungsveranstaltungen“, äußert sich Veranstalter Lichter gegenüber dem Trierischen Volksfreund, dessen „Kulturveranstaltung“ in der Vergangenheit an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden in Riol stattfand.

Oktoberfest sei ruhige Veranstaltung mit „gesitteten“ Gästen

Insbesondere die Angst vor Vandalismus teilt Lichter dabei nicht. „Das Oktoberfest in Riol war immer eine ruhige Veranstaltung. Wir nehmen etwas höhere Preise als andere, was uns ein etwas älteres Publikum zwischen 30 und 60 Jahren beschert – Menschen, die gesittet feiern wollen“, wird der Veranstalter zitiert.

Ob Lichter das ansässige Gewerbe von seiner „ruhigen“ „Kultur-Veranstaltung“ mit „gesittetem“ Feier-Publikum überzeugen kann, scheint derzeit mehr als unwahrscheinlich. Die Sorgen und Befürchtungen erscheinen einfach zu groß!

(Quelle: Trierischer Volksfreund)

2 Kommentare

  1. „Wir nehmen etwas höhere Preise als andere…“ – also eine höhere Gewinnmarge, welche auch noch quasi durch Subventionen auf Gemeinschaftskosten ausgeweitet wurde (Reduzierung MWST von 19% auf 7% – aber keine Weitergabe an den Verbraucher, sondern die Preise sind ja höher…).

    Selbst schuld wer sowas unterstützt und ich hoffe die Allgemeinheit tut es nicht mehr.

  2. Damit sich wieder einige wenige die Taschen voll machen können sollen alle anderen wieder zurück stecken und Lärm, Vandalismus Belästigungen etc. in Kauf nehmen. Gibt es in der VG Schweich eigentlich noch andere Interessen als saufen? Übrigens bei der jetzt schon total überlasteten Landstraße durch die Sperrung der Autobahn Zubringer, einfach Wahnsinn. Auch die offenen Baustellen im entstehenden Gewerbegebiet sind eine erhöhte Gefahrenquelle. Reichen die Unfälle durch Trunkenheit in unserer Region noch nicht aus. Ich persönlich habe keine Lust wenn ich von der Schicht am Sonntagmorgen komme irgend welchen Besoffen“Ich möchte gerne ein Bayer sein,“ im Straßenverkehr zu begegnen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.