Containerschiff weggeschleppt: Schiffahrt auf dem Rhein nach Haverie wieder freigegeben

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Foto: dpa

OBERWESEL. Wie die Wasserschutzpolizei in St. Goar mitteilt, konnte die Schiffahrtssperre auf dem Rhein zwischen St. Goar und Oberwesel am Abend aufgehoben werden.

Nachdem der havarierte Schubverband, ein liegengebliebenes Güterschiff, unter Zuhilfenahme zweier Binnenschiffe bis nach Bingen geschleppt werden konnte, wurde die Schifffahrtssperre auf der betroffenen Rheinstrecke bei Oberwesel gegen 18.18 Uhr wieder aufgehoben.

Bevor der Schubverband seine Reise fortsetzten kann, wird er von einem Sachverständigen unter Beteiligung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes auf eventuelle Beschädigungen untersucht.

Bei Niedrigwasser Entspannung in Sicht

In Sachen Niedrigwasser ist für die kommenden Tage Entspannung in Sicht. Es soll dem Deutschen Wetterdienst zufolge regnen. Am Mittwochmittag lag der für die Rhein-Schifffahrt wichtige Pegelstand bei Kaub bei 34 Zentimetern und die Fahrrinnentiefe nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bei 1,46 Metern. Bis Samstag könnte der Pegel einer Prognose zufolge bis auf 41 Zentimeter steigen.

Der Pegelstand zeigt nicht die tatsächliche Wassertiefe an, sondern die Differenz zwischen Wasseroberfläche und Pegelnullpunkt. Dieser liegt nicht am tiefsten Punkt der Flusses. Wegen des seit Wochen anhaltenden Niedrigwassers können Binnenschiffer weniger Fracht befördern.

Thema „Rheinvertiefung“ im Fokus

Die Niedrigstände rücken das Thema Rheinvertiefung wieder in den Fokus. Bundesverkehrsminister Volker Wissing sagte im ARD-«Morgenmagazin», es werde schon sehr lange darüber diskutiert. «Die Fahrrinne muss dort dringend vertieft werden, damit man auch bei niedrigem Wasserstand die Binnenschifffahrt am Laufen halten kann», meinte der FDP-Politiker. «Das wurde lange diskutiert, aber nicht umgesetzt. Und das gehen wir jetzt an.»

Wissing hatte sich bereits als rheinland-pfälzischer Verkehrsminister für die Vertiefung zwischen St. Goar und Mainz starkgemacht. Ziel ist es, die Fahrrinne von garantierten 1,90 Metern auf durchgängig 2,10 Meter in Bezug auf einen definierten Wasserstand zu vertiefen. Es sei das Projekt aus dem Bundesverkehrswegeplan mit dem höchsten Kosten-Nutzen-Verhältnis, hatte Wissing vor kurzem gesagt. Die Fertigstellung werde bis Anfang der 30er Jahre dauern.

Nach Ansicht von Steffen Bauer, Chef des Binnenschifffahrtsunternehmens HGK Shipping, sind die derzeitigen Einschränkungen – verursacht durch mangelnde Niederschläge – auch eine Folge mangelnder Investitionen in die Wasserstraßen.

«Wir sehen auch im System Wasserstraße in den letzten Jahren, dass die Mittel, die wir eigentlich benötigen, nicht zur Verfügung gestellt wurden», sagte Bauer dem Sender Phoenix. «Das hat sich in den letzten Jahren zugespitzt, und wir sehen aktuell über alle Verkehrsträger, dass wir deutlich eingeschränkt operieren.»

Für die kommenden Wochen sei entscheidend, dass sich die Pegelstände erholten. Sonst drohten Produktionsdrosselungen, sagte der Unternehmer. Zwar gebe es die Voraussage, dass die Pegel nicht weiter fielen. Grundsätzlich sei der September aber ein Niedrigwassermonat. «Das heißt, wenn diese Situation für zwei bis drei Wochen und mehr andauert, es im Süden keine signifikanten Niederschläge gibt, dann ist durchaus denkbar, dass es zu Produktionsdrosselungen und -einschränkungen kommt.»

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