Sankt-Maximin-Schule Trier feiert 50-jähriges Bestehen

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Foto: Bistum Trier

TRIER. Jubiläum für die Trierer St.-Maximin-Schule: Die Schulgemeinschaft hat am 6. Mai die Feiern zum 50-jährigen Bestehen der Schule mit einem Gottesdienst mit Bischof Dr. Stephan Ackermann in der ehemaligen Reichsabtei St. Maximin eingeläutet.

Im Jahr 1970, also bereits vor 52 Jahren, gründete das Bistum die Konstantin-Hauptschule in der Friedrich-Wilhelm-Straße, aus der die heutige St.-Maximin-Schule an ihrem heutigen Standort hervorging. Pandemiebedingt musste die Feier um zwei Jahre verschoben werden.

Schulgemeinschaft ist wie ein Mosaik aus lebendigen Steinen

Der Bischof begrüßte deshalb die Schülerinnen und Schüler sowie die Schulleitung und zahlreiche Lehrkräfte in der vollbesetzten einstigen Abteikirche zu dem Jubiläum „50 plus zwei Jahre“. Als junger Diakon habe er an der Schule gelernt, Religion zu unterrichten, und „gute Erinnerungen an dieses Jahr“, sagte der Bischof. Die Schulgemeinschaft hatte den Gottesdienst unter das Motto „Wir bauen aufeinander“ gestellt.

Einige der Messdiener erläuterten dem Bischof ihre Gedanken zu den selbstgestalteten, bunten Steinen, die sie im Mittelgang in Form eines Weges ausgelegt hatten. Steine könnten als Waffen eingesetzt werden; es könnten aus ihnen aber auch verbindende Brücken entstehen, sagte der Bischof mit Bezug auf eine von den Kindern vorgetragene Geschichte. In seiner Predigt betonte er die Bedeutung von Schule als Gemeinschaft von Menschen als „lebendigen Steinen“ und wünschte sich von den Schülerinnen und Schülern, dass sie mit ihren Ideen zu „Bauleuten der Zukunft des Lebenshauses der Menschen“ werden. In einem Gebäude könnten Steine überdies äußerlich sehr ähnlich sein, an ihrem jeweiligen Platz aber eine einzigartige Bedeutung besitzen. In der Bibel werde Jesus als der „Stein“ bezeichnet, der bereit sei, an wichtiger Stelle zu stehen, wo „viel Kraft aufgefangen werden muss“: als Eckstein, Grundstein oder „Schlussstein“. Der Bischof bat die jungen Menschen: Werdet solch ein Stein in der Gemeinschaft, auf den andere bauen können, für eine gute Zukunft“.

Lehrkräfte mehr als nur Wissensvermittler

Nach dem Gottesdienst, den die „Maximiner“ auch mit ihrer Schulband und Chor (Leitung Christoph Lauterbach), durch ihre Begrüßung und mit ihren Fürbitten mitgestalteten, fand auf dem angrenzenden Schulgelände und rund um St. Maximin das Schulfest statt. Alles sei von den Jugendlichen in Projekttagen vorbereitet und umgesetzt worden, erläutert die Jutta Humrich. Mit 33 Jahren an der Schule sei sie die „Dienstälteste“, lächelt die Lehrerin, die Mathematik, Physik, Chemie und Biologie unterrichtet. Sie beobachte, dass die Probleme der Kinder heute andere seien als früher. „Man ist als Lehrer heute viel mehr als nur ‚Wissensvermittler‘; man ist Ansprechperson für alle Lebenslagen“ – was einerseits schön sei, andererseits aber auch sehr anspruchsvoll, so Humrich. Genau wie ihren Kolleginnen und Kollegen sei ihr wichtig, dass die Kinder „gerne und angstfrei die Schule besuchen können“. Sie schätze in St. Maximin die „funktionierende Schulgemeinschaft und den respektvollen Umgang miteinander“. Die Kinder machten die Schule aus – ohne sie sei es nur ein Gebäude. „Wir haben wirklich liebe Kinder“, ergänzt die Lehrerin.

Jeden Morgen gerne „in die Schule gegangen“ ist auch Christine Schwind. Die langjährige Schulsekretärin ist eigentlich seit eineinhalb Jahren im Ruhestand, hilft aber als „Feuerwehrfrau“ derzeit wieder im Büro aus. „Ich empfand es immer als Privileg, an dieser Schule zu arbeiten“, sagt Schwind, und das gelte auch heute noch. Nach einem Praktikum in der Ausbildung zur Organisationsassistentin sei sie gleich an der Schule geblieben. In 19 Jahren als Sekretärin habe sie drei Rektoren erlebt. Nicht nur sie selbst sei stolz, an dieser Schule gewesen zu sein; auch die Kinder empfänden es aus ihrer Sicht als „ein Privileg, wenn sie angenommen werden“. Viele Eltern wüssten ihre Kinder an der Maximin-Schule „gut aufgehoben“.

Schule ist stark nachgefragt

Nach wie vor stark nachgefragt seien die pro Schuljahr etwa 75 neuen Plätze, berichtet die Konrektorin und kommissarische Schulleiterin Sandra Klopp; die Bewerberzahl sei fast drei Mal so hoch. Neben katholischen seien derzeit auch evangelische, muslimische und russisch-orthodoxe Schülerinnen und Schüler in St. Maximin, allerdings keine konfessionslosen. Zum Profil der Schule gehöre, dass die Kinder am katholischen Religionsunterricht teilnehmen, der mit zwei Wochenstunden eine Stunde mehr betrage als an staatlichen Schulen. Auch gehörten gottesdienstliche Feiern an den kirchlichen Festen zum Schulleben, die gut angenommen würden. „Wir setzen das Leitbild für katholische Schulen um, das den ganzen Menschen bildet“, erläutert die Konrektorin eine Besonderheit als konfessionelle Schule, die nach wie vor von vielen Eltern sehr geschätzt werde. Drei ukrainische Kinder ergänzten seit kurzem die Schulgemeinschaft.

Nachdem das Bistum 1970 die Hauptschule in der Friedrich-Wilhelm-Straße übernommen und als Konstantin-Hauptschule weiterführte, kam zwei Jahre später Guido Müller als junger Lehrer hinzu. Er wurde später Rektor und blieb der Schule fast ohne Unterbrechung 40 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung 2012 treu. Müller begleitete 1983 den Umzug der Hauptschule in den Neubau in Nachbarschaft der ehemaligen Abtei in der Maximinstraße, die 1987 nach ihrem neuen Standort „St.-Maximin-Schule“ benannt wurde. Zunächst sei mit einem zehnten Schuljahr die Möglichkeit für einen Realschulabschluss hinzugekommen, bevor am Tag seiner Verabschiedung im Jahr 2012 die Weiterführung als Realschule Plus bekanntgegeben wurde, berichtet der langjährige Schulleiter mit Blick auf die wichtigsten Stationen. „Ich durfte sie als ‚meine‘ Schule mit- und weiterentwickeln, das hat mir sehr viel Freude gemacht“, bekennt Müller. „Wichtig war mir, dass die Erziehung und der Unterricht in der Schule an christlichen Werten orientiert sind und dass großer Wert auf eine Elternschaft gelegt wurde, die das mitgetragen hat.“

Dies sei auch heute so, bestätigt die kommissarische Schulleiterin Klopp über ein unverändert gebliebenes Merkmal der Schule, die heute eine „Realschule Plus in kooperativer Form“ ist. Nach der gemeinsamen fünften und sechsten Klasse werden parallel nebeneinander abschlussbezogene Klassen für die Abschlüsse Berufsreife und Sekundarabschluss I angeboten. Das System ist durchlässig, so dass die Schüler bei entsprechenden Leistungen in den höheren Bildungsgang wechseln könnten. Aktuell werden etwa 440 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die St.-Maximin-Schule ist eine von 20 Schulen des Bistums in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Weiter Informationen gibt es unter www.st-maximin.de und www.schulabteilung.bistum-trier.de/kirchliche-schulen/kirchliche-schulen-im-bistum-trier.

 

 

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