Gaststätten in Rheinland-Pfalz hoffen auf Öffnung zum 1. Mai

1
Ein Gast hält in einer Kneipe eine Zigarette in der Hand.

Bildquelle: Foto: Jens Ressing/Archiv (dpa)

MAINZ. Die Hotel- und Gaststättenbranche in Rheinland-Pfalz hofft in der Corona-Krise auf eine Steuersenkung und eine Öffnung möglichst schon zum 1. Mai. Der Präsident des Dehoga-Landesverbands, Gereon Haumann, begrüßte am Sonntag die Bereitschaft der Landesregierung, eine Absenkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent zu unterstützen. Das Kabinett werde sich in seiner Sitzung am Montag damit befassen und einen entsprechenden Vorschlag auf Bundesebene einbringen, sagte Finanzministerin Doris Ahnen (SPD). Eine Senkung der Mehrwertsteuer müsse zeitlich befristet sein.

Mit dieser Sofortmaßnahme könnten die Betriebe in Rheinland-Pfalz laut Finanzministerium mit rund 300 Millionen Euro unterstützt werden. In der bundespolitischen Diskussion sprach sich vor allem der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Markus Söder für eine Mehrwertsteuersenkung für Hotels und Gaststätten auf sieben Prozent aus. Auch der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) sieht darin einen «notwendigen und wichtigen Schritt, um der Branche nach der akuten Krise wieder auf die Beine zu helfen».

Wissing sprach sich zudem dafür aus, den Betrieben der Branche kurzfristig eine Perspektive für die Wiedereröffnung zu geben, denn ohne Umsätze bringe eine Mehrwertsteuersenkung nichts. «Gastronomie und Hotellerie gehören zu den besonders stark betroffenen Branchen. Die meist familiengeführten Betriebe leiden unter der Schließung besonders stark», sagte Wissen. Die Ungewissheit, wann es denn überhaupt weitergehen könne, sei eine zusätzliche Belastung.

Zur Erholung von der Krise müsse es neben einer Absenkung der Mehrwertsteuer auch eine Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes und Steuererleichterungen auf kommunaler Ebene geben, sagte Dehoga-Präsident Haumann der Deutschen Presse-Agentur. Eine Tilgung von in der Krise erhaltenen Darlehen sollte nach den Worten Haumanns bereits vor Besteuerung des Betriebs aus Betriebserlösen möglich sein. Kurzfristig benötige die Branche aber zunächst dringend eine zusätzliche Soforthilfe, um die Ende April anstehenden Lohnzahlungen leisten zu können.

Bei einer Wiedereröffnung der Gaststätten verfüge die Branche über große Erfahrungen in der Einhaltung von Hygienestandards, sagte Haumann. Eine Öffnung zum Freitag, dem 1. Mai, wäre für die Gaststätten wegen der zu diesem Wochenende möglichen Umsätze von großer Bedeutung.

Im deutschen Hotel- und Gaststättengewerbe droht wegen der Corona-Krise nach Darstellung der Branche etwa jedem dritten Betrieb die Pleite. Rund 70 000 Hotel- und Gastronomie-Betriebe stünden bundesweit vor der Insolvenz, warnte der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) am Sonntag. Den gut 223 000 Betrieben gingen bis Ende April rund 10 Milliarden Euro Umsatz verloren.

Links

1 KOMMENTAR

  1. Öffnungen zum 1 Mai wäre die größte Dummheit des Jahres und würde alles bisher erreichte Ad absurdum führen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.