„Tika“ lernt Leben zu retten: Riesenschnauzer aus der Eifel wird Rettungshund

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Foto: (c) Emotion-Fotografie Sandra Arnoldy

KERPEN/EIFEL. “Tika“ ist ein Energiebündel. Sie rennt, spielt und wird kaum müde. Ganz spielerisch wird schon intensiv mit ihr gearbeitet. Ihre Besitzerin ist Mitglied der Such- und Rettungshundegruppe Vulkaneifel. Dort wird die junge Riesenschnauzer-Hündin zum Rettungshund ausgebildet.

Uwe Lukas ist Ausbilder und Leiter der Such- und Rettungshundegruppe Vulkaneifel. In etwa einem Jahr soll der Wirbelwind die Gruppe verstärken. Vier Teams sind derzeit für die Suche bereits einsatzfähig. Neben Tika werden noch zwei andere Hunde ausgebildet.

Tika ist nicht der einzige Reisenschnauzer der Familie. Auch ihr Kumpel “Quattro” ist in der Ausbildung zum Rettungshund. Für ihre verantwortungsvolle Suchaufgabe nach vermissten Menschen werden die Hundeführer bzw. Hundeführerinnen und ihr Hund zu einem Rettungshunde-Team speziell ausgebildet und trainieren unter realistischen Bedingungen 2 bis 3 mal pro Woche mehrere Stunden.

Im Training gewöhnt sich die junge Hündin unter anderem an den Umgang mit anderen Vierbeinern. Als angehender Rettungshund muss die Hündin auch lernen, dass Menschen erst einmal nett sind, sagt Lukas. Das gilt auch für Menschen, die am Boden liegen und sich nicht bewegen. In der Ausbildung lernen die Hunde deshalb auch „Opferbilder“ kennen.

Für alle Hunde sei die Suche letztlich ein Spiel, sagt Uwe Lukas. Sind sie erfolgreich, gibt es eine ordentliche Belohnung. “Die Ausbildung zum Mantrailer ist sehr anspruchsvoll” erzählt Lukas. Allerdings sei es bei den potentiellen “Rettungshundkandidaten” egal ob ein Hund einer bestimmten Rasse angehört oder nicht. Mischlinge sind genauso geeignet wie Rassehunde, erklärt der Leiter der Rettungshundegruppe.

Ein ausgebildeter “Mantrailer” (Personenspürhund) ist in der Lage, einen bestimmten, individuellen Geruch zu verfolgen. Hierzu wird dem Hund eine Tüte mit dem Geruchsgegenstand (z.B. einem T-Shirt) der vermissten Person unter die Nase gehalten, so dass er der individuellen Geruchsspur folgen kann. Der Geruch eines Menschen ist so einzigartig wie sein Fingerabdruck. Verwechslung also ausgeschlossen.

Jeder Hundeführer versucht im Rahmen seiner Möglichkeiten so oft wie möglich am Training teilzunehmen, führt Uwe Lukas weiter aus. Da es sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit handelt, werden keine Mindestteilnahmen vorgeschrieben, aber es versteht sich von selbst, dass nur ausreichend trainierte Teams auch für den Einsatz in Frage kommen. Die entsprechende Einsatztauglichkeit muss durch eine regelmäßige Trainingsteilnahme gesichert sein. Letztlich muss sich jeder der Verantwortung bewusst sein, die er im Einsatz für das Leben eines Vermissten trägt, führt Uwe Lukas weiter aus.

Die Rettungshundestaffel arbeitet rein ehrenamtlich mit einem sehr hohen Maß an persönlichem Engagement jedes einzelnen Mitglieds. Nicht nur die vielen Stunden, die in die Ausbildung und das Training gesteckt werden, auch die Zeit und der finanzielle Aufwand für die Ausbildung, Ausrüstung für Mensch und Hund, technische Geräte wie Funkgeräte, Wärmebildkamera und oder Ähnlichem und vor allem die Einsätze verdienen höchsten Respekt. Spenden und Förderungen sind daher hochwillkommen.

Übrigens: Auch Interessierte ohne Hund können mitmachen und die Teams in der Ausbildungsphase unterstützen.
Weitere Informationen rund um die Such- und Rettungshundegruppe Vulkaneifel sind auf der Homepage www.suchhundegruppe-vulkaneifel.de zu finden.

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