Trier: Balkonsolaranlagen, LEDs & Co. – Klimaschutz kommt in den Haushalten an

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Foto: dpa / Symbolbild

TRIER – Im jüngsten Umwelt- und Hauptausschuss standen erneut die Förderungen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation (KIPKI) des Landes im Fokus.

Die Zwischenbilanz für die Projekte der Stabsstelle Klima- und Umweltschutz fällt durchweg positiv aus: Mit dem erfolgreich abgeschlossenen LED-Tauschprogramm sowie der weiter stark nachgefragten Förderung von Balkonsolaranlagen und Begrünungsprojekten zeigt sich, dass Klimaschutzangebote der Verwaltung direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen.

Das LED-Tauschprogramm, das von Oktober bis Dezember 2025 lief, war nach Einschätzung der Stabsstelle ein voller Erfolg. Ziel war es, vor allem Haushalte mit kleinem Budget beim Energie- und Geldsparen zu unterstützen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. An acht Tauschstationen konnten alte Glühbirnen, Halogen- oder Energiesparlampen in handelsüblichen Mengen kostenlos gegen moderne energiesparende LED-Leuchtmittel der Energieeffizienzklasse A eingetauscht werden. Zu den Tauschstationen zählten unter anderem der A.R.T.-Wertstoffhof in der Metternichstraße, das Jugendzentrum Euren, die Katholische Familienbildungsstätte Remise in Ehrang, das Büro der Lokalen Agenda 21, der Verein Stadtdorf Kernscheid, der Treffpunkt am Weidengraben, der Verein Trierer Nothilfe sowie die Wohnungsgenossenschaft Am Beutelweg eG. Durch die dezentrale Verteilung der Stationen wurde für Bürgerinnen und Bürger eine niedrigschwellige Teilnahme in verschiedenen Stadtteilen ermöglicht. Insgesamt wurden dabei über 2500 LEDs ausgegeben. Die Wirkung ist messbar: Die eingesetzten Leuchtmittel sorgen für eine jährliche Stromeinsparung von rund 56.283 Kilowattstunden und eine CO₂-Einsparung von etwa 31.508 Kilogramm CO₂-Äquivalenten. Pro Leuchtmittel lassen sich bis zu 80 Kilowattstunden Strom und rund 32 Euro Stromkosten im Jahr einsparen. Neben der finanziellen Entlastung der Haushalte trägt auch die fachgerechte Entsorgung der alten Leuchtmittel zum Umweltschutz bei. „Die Stadt bedankt sich herzlich bei allen beteiligten Tauschstationen und Kooperationspartnern für die erfolgreiche Umsetzung des Tauschprogramms“, betont die Stabsstelle in ihrer Zwischenbilanz.

Balkonsolaranlagen gefragt

Weiterhin sehr gefragt ist die Förderung von Balkonsolaranlagen: Seit dem Start des Programms wurden bereits über 920 Anträge bewilligt: So können in Trier nun über 920 Haushalte Teile ihres benötigten Stroms selbst erzeugen. Die ausgezahlte Fördersumme liegt bei über 184.000 Euro, während die Gesamtkosten der angeschafften Anlagen mehr als 653.000 Euro betragen. Insgesamt wurde eine Einspeiseleistung von rund 912 Kilowatt installiert. Gefördert werden sogenannte Balkonkraftwerke mit einer Wechselrichterleistung von bis zu 800 Watt, die beispielsweise an Balkonen, Fassaden oder Garagen angebracht werden können. Antragsberechtigt sind alle Privatpersonen mit Wohnsitz in Trier.

Die Förderung beträgt pauschal 200 Euro pro Haushalt für die Neuanschaffung und Installation einer Anlage. Voraussetzung ist, dass die Anlage ab 2. Juli 2024 gekauft, fachgerecht installiert und in Betrieb genommen wurde. Der so erzeugte Strom kann direkt im Haushalt genutzt werden, überschüssige Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist. Zusätzlich ist die Anmeldung der Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur verpflichtend.

Das Antragsverfahren ist für die Bürgerinnen und Bürger komplett digitalisiert. Als Ansprechpartner steht die Stabsstelle Klima- und Umweltschutz bei Fragen per E-Mail ([email protected]) oder telefonisch (0651/ 718-4444) zur Verfügung.

Auch die Förderung von Begrünungs- und Entsiegelungsprojekten stößt auf großes Interesse: Bisher wurden bis Anfang Januar Fördermittel von knapp 22.300 Euro bewilligt, bei Gesamtkosten der umgesetzten Projekte gut 143.300 Euro. Ziel des Programms ist, das Stadtklima nachhaltig zu verbessern, Hitzeinseln zu reduzieren und den Grünanteil in allen Stadtteilen zu erhöhen. Unterstützt  werden unter anderem Dachbegrünungen ab einer Fläche von 15 Quadratmetern mit bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten, Fassadenbegrünungen sowie Entsiegelungen und Begrünungen wie die Umwandlung versiegelter Flächen durch Bepflanzungen. Auch hier gilt, dass ausschließlich Projekte förderfähig sind, die ab 2. Juli 2024 umgesetzt wurden.

Zur Förderung von Balkonsolaranlagen sowie von Begrünungs- und Entsiegelungsprojekten können noch bis 31. März  Anträge gestellt werden. Das geht schnell und unkompliziert über das Online-Portal. Sollte der Antrag nicht vollständig sein, besteht zudem die Möglichkeit, bis zum 30. April alle fehlenden Unterlagen nachzureichen, um noch einen Zuschuss zu erhalten. Die Stadt ruft interessierte Bürgerinnen und Bürger auf, die verbleibende Zeit zu nutzen und sich noch rechtzeitig eine Förderung zu sichern. Weitere Informationen zu den Förderrichtlinien und zur Antragstellung gibt es auf verschiedenen Unterkapiteln der Website www.trier.de/leben-in-trier/klima-umwelt/klimaschutz.

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