DGB fordert Sondervermögen des Landes zur Transformation energieintensiver Firmen

Ein Transformationsfonds soll energieintensiven Firmen helfen, mehr in Klimaschutzziele zu investieren. Der DGB schlägt vor, den Fonds als Sondervermögen des Landes zu bilden.

0
Der Chemiekonzern BASF ist ein industrieller Leuchtturm in Rheinland-Pfalz. (Archivbild)Foto: Uwe Anspach/dpa

MAINZ. Der DGB fordert zur Sicherung des Industriestandorts Rheinland-Pfalz mehr Unterstützung für Unternehmen mit einem hohen Energieverbrauch. Der Umbau der Wirtschaft hin zur Klimaneutralität beschäftige vor allem energieintensive Firmen, sagte die Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Susanne Wingertszahn, der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

«Damit dieser Umbau gelingt, damit Unternehmen weiter in Rheinland-Pfalz produzieren, der Standort gesichert wird und Arbeitsplätze erhalten bleiben, sind hohe Investitionen notwendig.» Die Wirtschaft könne diese Investitionen aber nicht allein stemmen. «Wir brauchen einen Transformationsfonds Rheinland-Pfalz.» Zwar gebe es bereits eine Vielzahl von Fördermöglichkeiten durch EU und Bund. Dafür sei allerdings eine hohe Eigenbeteiligung erforderlich, direkte Mittel für Investitionen würden selten bereitgestellt, erklärte Wingertszahn.

Eigenkapital der Unternehmen stärken

Der Transformationsfonds soll nach dem Vorschlag der Gewerkschaft zum einen das Eigenkapital von Unternehmen stärken, die in klimafreundliche Technologien und Produkte investieren. Aus dem Fonds könnten zudem direkte Zuschüsse für Investitionen gezahlt werden, sofern die Unternehmen die Beschäftigten beim Umbau einbinden und ihr Personal verbindlich qualifizieren.

Aus dem Fonds könnten auch Klimaschutzinvestitionen von Land und Kommunen finanziert werden. Als Beispiele nannte der DGB die energetische Sanierung von Gebäuden sowie den Ausbau des ÖPNV und des Zugverkehrs. Ferner könnte aus dem Fonds der Aus- und Umbau von Energienetzen in den Gebieten finanziert werden, in denen sich Unternehmen ansiedeln möchten. Die Mittel seien auch für den Ausbau der Versorgungsnetze sowie für die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität durch Energieversorger denkbar.

Tarifvertrag und Betriebsrat als Voraussetzung

Wichtig sei für die Gewerkschaften, dass von allen Programmen des Fonds nur Unternehmen profitieren dürfen, die über einen Tarifvertrag und einen Betriebsrat verfügen, betonte Wingertszahn. «Nur wo die Vertreterinnen und Vertreter der Beschäftigten mitreden, gelingt die Transformation, ohne dass die Beschäftigten auf der Strecke bleiben.»

Die Summen, die für den Transformationsfonds benötigt würden, könnten aber nicht aus dem laufenden Haushalt gestemmt werden. Der Fonds solle daher als Sondervermögen des Landes gebildet werden, sagte die DGB-Chefin. Bei der Umsetzung des Fonds sollte die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) eine große Rolle spielen.

Mitspracherecht des Landes

Über die Vergabe von Mitteln aus dem Transformationsfonds solle nach dem Konzept des DGB ein Gremium entscheiden, dem Vertreter der Landesregierung, des Landtags, der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände angehören. Werde mit Hilfe des Fonds das Eigenkapital eines Unternehmens gestärkt, solle das Land für diese Zeit ein Mitspracherecht im Unternehmen erhalten. (Quelle: dpa)

Vorheriger Artikel++ Wetterwarnung für Trier und die Region — Sturmböen möglich ++
Nächster ArtikelSaarland: Gedenkstätte für im Dienst ums Leben gekommene Polizisten

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Die Redaktion behält sich vor, Lesermeinungen zu kürzen. Es besteht kein Anspruch auf die Veröffentlichung Ihrer zugesandten Meinungen. Klarname ist nicht erforderlich. Eine E-Mail-Adresse muss angegeben werden, wird aber nicht veröffentlicht.