Sternsinger-Gruppe aus Hetzerath besucht Bundeskanzleramt

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Die Sternsingerinnen und Sternsinger Lotta (10), Klara (10), Emil (13) und Paul (14) sowie Begleiterin Anna Berg aus der Gemeinde St. Hubertus in Hetzerath vertraten das Bistum Trier am Dienstagnachmittag beim Sternsingerempfang zur 68. Aktion Dreikönigssingen im Bundeskanzleramt. Zum Gruppenfoto mit Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, stellten sie sich gemeinsam auf mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, und Daniela Hottenbacher, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Foto: Bistum Trier

HETZERATH/TRIER/BERLIN – „Ganz herzlichen Dank dafür, dass Ihr diesen Dienst tut für andere Kinder auf der Welt und natürlich auch für die Menschen in Euren Pfarreien, die sich freuen, wenn um den Dreikönigstag die Sternsinger vorbeikommen und die Häuser segnen“: Das hat Minister Thorsten Frei, Chef des Bundeskanzleramts, den Sternsingerinnen und Sternsingern gesagt, die am 6. Januar den Segen ins Bundeskanzleramt nach Berlin brachten. 

Lotta (10), Klara (10), Emil (13) und Paul (14) aus Hetzerath durften das Bistum Trier vertreten. Bundeskanzler Merz war wegen eines Termins in Paris kurzfristig verhindert, ließ von seinem Vertreter Frei aber wertschätzende Grüße ausrichten.  

Minister Frei, der in seiner Jugend selbst „acht oder neun Jahre Sternsinger“ war, machte gleich mehrfach in seiner Ansprache deutlich, wie sehr er das Engagement der vielen Königinnen und Könige schätzt, die sich an der Aktion Dreikönigssingen beteiligen. 108 von ihnen waren aus allen Himmelsrichtungen nach Berlin gekommen und mit glänzenden Kronen und großen Sternen ins Bundeskanzleramt eingezogen. Sie brachten die wichtige Botschaft des diesjährigen Mottos mit: „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“. Überall in Deutschland setzen die Sternsingerinnen und Sternsinger sich in diesen Tagen auf ihrem Weg zu den Menschen dafür ein, dass weltweit Mädchen und Jungen zur Schule gehen können statt arbeiten zu müssen. „Bildung und die Chance, lernen zu dürfen, ist die Voraussetzung, dass man dann wirklich ein selbstbestimmtes Leben führen kann“, machte Kanzleramtsminister Thorsten Frei deutlich. Das Engagement der Sternsingerinnen und Sternsinger sei wichtig, um genau dies immer wieder ins Bewusstsein zu bringen. Sie seien damit nicht nur ein Vorbild für Gleichaltrige, sondern auch für Erwachsene, „weil ihr selbst etwas tut und auf die Probleme in der Welt hinweist.“ 

„Kinderrechte brauchen politische Unterstützung“

Im Namen der bundesweiten Aktionsträger bedankte sich Daniela Hottenbacher, Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), für die Einladung und warb im Sinne der Kinder in aller Welt um die Unterstützung aus der Politik: „Kinderrechte brauchen klare Entscheidungen in der Entwicklungszusammenarbeit, ein konsequentes Vorgehen gegen Kinderarbeit entlang globaler Lieferketten und das klare Bekenntnis zu Deutschlands internationaler Verantwortung. Wir bitten Sie daher, sich dafür einzusetzen, dass Kinder weltweit geschützt werden, dass sie lernen können, statt zu arbeiten, dass Gewalt gegen sie benannt und verhindert wird, und dass Kinder, die besonders gefährdet sind, gezielt gestärkt werden.“ Hottenbacher hatte die Sternsingerinnen und Sternsinger gemeinsam mit Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger‘, ins Bundeskanzleramt begleitet.  

Kein Kanzler, dafür aber Ex-Sternsinger Thorsten Frei

Als einen Tag zuvor die Nachricht kam, dass der Bundeskanzler selbst sie nicht würde empfangen können, waren die Hetzerather Sternsinger zunächst ein wenig enttäuscht, erzählen sie. Doch für Lotta, Emil, Paul und Klara wird die dreitägige Reise nach Berlin trotzdem unvergesslich bleiben. „Es hat Spaß gemacht, Kinder aus ganz Deutschland kennenzulernen. Wir waren zum Beispiel mit Mädchen aus Bayern auf dem Zimmer in der Jugendherberge“, sagt Klara. Mit Bussen der Bundespolizei ging es zum Kanzleramt, was Lotta besonders beeindruckend fand: „Wann hat man schonmal die Gelegenheit, mit Blaulicht und Martinshorn durch Berlin zu fahren?“ Vor dem Besuch hatten die Gruppen Gelegenheit, den Nato-Saal im Kanzleramt mit einer kurzen Führung zu besichtigen und sich bei Spaghetti-Bolognese zu stärken. „Bis zum Einkleiden waren die Kinder noch recht entspannt, dann stieg aber doch deutlich die Aufregung“, berichtet Begleiterin Anna Berg, die die Sternsinger-Aktion mit zwei anderen Müttern in Hetzerath auf die Beine stellt. Minister Frei habe den Empfang sympathisch und den Kindern zugewandt gestaltet. Auch wenn er den Kanzler nicht persönlich gesehen hat, war es Paul „einfach wichtig, den Einsatz für Kinderrechte in einem guten Rahmen anbringen zu können“, sagt er. Pfarrer Bingener berichtete den Kindern und Jugendlichen von seinen persönlichen Eindrücken, die er beim Besuch der Projekte vor Ort in Bangladesch sammeln konnte. „man sieht, die hilfe kommt direkt an“, freut sich die Gruppe. Und für Lotta steht am Ende fest: „Da hat Kanzler Merz aber echt was verpasst.“  

Seit 1984 bringen die Sternsingerinnen und Sternsinger jedes Jahr ihren Segen ins Bundeskanzleramt. Jeweils vier Königinnen und Könige aus allen 27 Bistümern repräsentieren dabei alle Kinder und Jugendlichen, die sich bundesweit an der Aktion beteiligen.  

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