Pflegekammer RLP fordert eigenes Förderprogramm für Fort- und Weiterbildungen

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Symbolbild "Telepflege" Foto: Harald Tittel/dpa

MAINZ. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels, hoher Arbeitsbelastung und wachsender Anforderungen an Pflegefachpersonen fordert die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz die Einführung eines eigenen, pflegespezifischen Landesförderprogramms für Fort- und Weiterbildungen. Ziel muss es sein, Pflegeeinrichtungen gezielt bei der Qualifizierung von Pflegefachpersonen sowie bei der Stärkung von Kompetenzen und Mitarbeitergesundheit zu unterstützen.

„Pflegefachpersonen übernehmen eine immer größere fachliche, organisatorische und rechtliche Verantwortung. Um Pflege langfristig leistungsfähig und attraktiv zu halten, braucht es gezielte und verlässliche Investitionen in Qualifikation, gute Führung und die Gesundheit der Beschäftigten“, betont Andrea Bergsträßer, Vizepräsidentin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz.

In Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Initiativen zur Fachkräftesicherung in der Pflege umgesetzt. Die aktuelle „Fachkräftestrategie Pflege 2025“ ist ein wichtiger Schritt, um Ausbildung, Nachqualifizierung und Fachkräftesicherung im Land zu stärken. Ziel dieser Strategie ist es, den wachsenden Bedarf an qualifizierten Pflegefachpersonen zu decken und die Attraktivität des Pflegeberufs nachhaltig zu erhöhen.

Aus Sicht der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz reichen diese wichtigen Initiativen jedoch nicht aus, um die spezifische Förderlücke im Bereich pflegespezifischer Fort- und Weiterbildungen zu schließen, insbesondere wenn es um die systematische Stärkung von Leitungskompetenzen, gesundheitsfördernden Formaten und strategischen Personalentwicklungsinstrumenten innerhalb der Einrichtungen geht.

Wir brauchen eine einfache und praktikable Lösung, bei der die Pflege selbst entscheiden kann, welche Fort- und Weiterbildungsangebote sinnvoll sind und diese ohne hohen bürokratischen Aufwand nutzen kann“, so Andrea Bergsträßer weiter. „Pflegeeinrichtungen und Pflegefachpersonen wissen sehr genau, wo ihre Bedarfe liegen. Genau dort muss eine Landesförderung ansetzen. Es darf nicht am mangelnden Budget der Einrichtungen scheitern.

Andere Bundesländer reagieren inzwischen gezielt auf diese Herausforderungen. So hat der Freistaat Bayern angekündigt, ab 2026 ein eigenes Landesförderprogramm für Fort- und Weiterbildungen in der Pflege aufzulegen, das insbesondere Qualifizierungen von Führungskräften sowie Maßnahmen zur Stärkung der Mitarbeitergesundheit unterstützt. Weiterbildung wird dabei als strategisches Instrument zur Stabilisierung von Pflegeeinrichtungen verstanden.

Ein vergleichbares, pflegespezifisches Landesförderprogramm wäre aus Sicht der Pflegekammer auch für Rheinland-Pfalz ein wichtiger Schritt. (Quelle: Landespflegekammer Rheinland-Pfalz (KdöR))

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