A.R.T. beschließt Neuerungen ab 2026: Neue Tonne, Sperrabfall, Gebühren

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Letzte Ausfahrt der Fahrzeuge in Trier-Süd. Foto: A.R.T.

Trier/Bitburg. Der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (A.R.T.) hat wichtige Neuerungen für die Abfallentsorgung in der Region beschlossen. Die Verbandsversammlung stimmte am Dienstag in Bitburg Änderungen der Abfall- und Gebührensatzung zu, die zum 1. Januar 2026 in Kraft treten. Ziel ist eine weiter harmonisierte, bürgernahe und transparente Abfallwirtschaft. Gleichzeitig wurde der Wirtschaftsplan für 2026 verabschiedet.

Neue 60-Liter-Restabfalltonne für kleinere Haushalte

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Einführung einer 60-Liter-Restabfalltonne. Sie richtet sich insbesondere an Haushalte mit ein bis drei Personen, die bislang auf die kleinste verfügbare 80-Liter-Tonne angewiesen waren.

Mit dem neuen, kleineren Behälter reagiert der A.R.T. auf veränderte Lebensrealitäten und setzt zugleich Anreize zur Abfallvermeidung. Die 60-Liter-Tonne steht ab 2026 im gesamten Verbandsgebiet zur Verfügung.

Sperrabfall: Mehr Flexibilität durch Selbstanlieferung

Auch bei der Sperrabfallentsorgung gibt es Verbesserungen. Neben der weiterhin möglichen Abholung auf Abruf können Bürgerinnen und Bürger künftig bis zu zwei Sperrabfallaufträge pro Jahr gebührenfrei selbst anliefern.

Nach vorheriger Online-Terminbuchung ist die Abgabe an den Entsorgungsstandorten des A.R.T. möglich. Das neue Angebot erleichtert die Entsorgung insbesondere für Haushalte, die flexibel handeln möchten oder nicht auf einen Abholtermin warten können.

Einheitliche Gebührenstruktur – mehr Transparenz für Bürger

Mit einem gemeinsamen Gebührenhaushalt stellt der A.R.T. die Jahresgrundgebühren erstmals auf eine einheitliche Kalkulationsbasis. Die verbandsweit ermittelte Referenzgebühr für einen typischen Vierpersonenhaushalt mit 80-Liter-Behälter liegt bei 99,29 Euro pro Jahr.

Dass die tatsächlichen Gebühren in den Landkreisen und in der Stadt Trier aktuell noch leicht variieren, hängt mit einer Übergangsphase zur Eigenkapitalangleichung zusammen. Diese soll voraussichtlich bis Ende 2028 abgeschlossen sein. Danach ist eine vollständige Vereinheitlichung geplant.

Schnellere Abläufe an Wertstoffhöfen

Ein weiteres zentrales Element der Reform betrifft die volumenbezogene Abrechnung an Wertstoffhöfen. Das bereits in Trier-Nord erprobte System wird ab 2026 auf alle Standorte ausgeweitet.

Künftig wird bei Anlieferungen bis drei Kubikmeter das Abfallvolumen per Sichtkontrolle ermittelt. Das beschleunigt die Abwicklung deutlich, reduziert Wartezeiten und sorgt für ein einheitliches, kundenfreundliches Verfahren. Für Kleinstmengen bis 0,25 m³ kann ebenfalls volumenbezogen abgerechnet werden.

Wirtschaftsplan 2026: Stabilität und Zukunftsinvestitionen

Mit dem Wirtschaftsplan 2026 sichert der A.R.T. die finanzielle Grundlage für die kommenden Jahre. Vorgesehen sind Erträge von rund 83,3 Millionen Euro bei Aufwendungen von knapp 82 Millionen Euro – ein moderater Überschuss ist eingeplant.

Ein Schwerpunkt liegt auf Investitionen in Höhe von 28,6 Millionen Euro, unter anderem für:

  • den Ausbau von Wertstoffhöfen in Wittlich, Konz und Morbach

  • Maßnahmen in Entsorgungs- und Verwertungszentren

  • Neubau und Sanierung betrieblicher Anlagen

  • Projekte zur nachhaltigen Energiegewinnung

Bis 2030 plant der Verband Investitionen von insgesamt über 133 Millionen Euro.

Der stellvertretende Verbandsdirektor Stefan Mock betont, die Beschlüsse verbänden finanzielle Stabilität mit konkreten Verbesserungen für die Menschen in der Region.

Fazit

Mit den Beschlüssen für 2026 stärkt der A.R.T. Serviceorientierung, Transparenz und Nachhaltigkeit. Kleinere Tonnen, flexiblere Sperrabfallentsorgung, einheitlichere Gebühren und schnellere Abläufe an Wertstoffhöfen zeigen: Die Abfallwirtschaft in der Region Trier wird konsequent weiterentwickelt – praxisnah und bürgerfreundlich.

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2 Kommentare

  1. Die 60 Liter-Tonne ist der Brüller…

    Tauschgebühr beträgt 46,20 €
    Die Tonne ist 25% kleiner, aber nur 16,5% billiger ( anders gesagt: pro liter 15% teuerer)
    Zusatzleerung ist nahezu gleich teuer

    => man bezahlt die Differenz von 3 JAHRESGEBÜREN um eine KLEINERE und pro Liter TEUERERE Tonne zu bekommen??
    => wo bitte „setzt [das] zugleich Anreize zur Abfallvermeidung“???

    Logischer wäre: nur die tatsächlichen Leerungen zahlen lassen. DAS! setzt Anreize.
    Probleme daran: Blöd nur, dass dann (wie oben berechnet) nicht versteckte Gebürenerhöhungen möglich wären. So könnten Menschen, die Abfall vermeiden ja villeicht sogar was sparen (Ihgitt)

    ART- 60 Liter Tonne : Mogelpackung des Frühjares….

    Berechnung für Trier:
    Jahresgebühr 60l: 94,80 // 80 l:110,90 (Preis pro l: 60l: 1,58 // 80l 1,38) =>ges. 14,52 % niedriger, pro Liter rund 15% +
    eine Zusatzleerung 60 Liter: 10,30 € 80 Liter: 10,90 € ist immerhin 60 cent billiger (entspricht 2,8%)

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