Erpressung mit Intim-Fotos: Mehrere „Sextortion“-Anzeigen bei der Polizei Bernkastel-Kues

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Foto: dpa / Symbolbild

TRIER/BERNKASTE-KUES – Das Polizeipräsidium Trier warnt derzeit eindringlich vor Erpressungen auf sexueller Grundlage im Internet – sogenannter Sextortion-Fälle.

In den vergangenen Wochen wurden bei der Polizei Bernkastel-Kues diverse Strafanzeigen erstattet.

Wie läuft diese Art von Erpressung ab?

Betrügerinnen oder Betrüger nehmen – häufig unter dem Vorwand, eine junge Frau zu sein – über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste oder Online-Plattformen Kontakt zu ihren späteren Opfern auf. Hierbei verwenden sie ein sympathisch wirkendes Profilfoto und einen geläufigen Namen einer jungen Frau. Nach einem unverfänglichen Smalltalk gelingt es den Täterinnen oder Tätern, das Vertrauen der angeschriebenen Person zu gewinnen. Anschließend wird das Opfer mit „Dirty-Talk“ dazu angereizt, sich vor der Kamera in äußerst intimen Situationen zu zeigen. Das Video oder die übersandten Fotos werden von den Betrügern heimlich aufgezeichnet.

Kurz darauf beginnt die Erpressung:

   -	Die angebliche Gesprächspartnerin droht, das kompromittierende 
Material an Familie, Freunde, Mitschüler oder die Öffentlichkeit zu 
verbreiten.
   -	Es werden Zahlungen gefordert, z. B. über Guthabenkarten, 
Überweisungen oder durch die Nutzung von Kreditkarten.
   -	Die Täter setzen die Opfer mit Countdowns, Fristen und 
wiederholten Drohungen unter enormen Druck.
   -	Als zusätzliches Druckmittel wird bspw. behauptet, der 
Geschädigte werde "nie einen Job finden", man werde "an die Presse 
gehen" oder das Bild "überall veröffentlichen".

Diese kriminellen Handlungen zielen bewusst auf die Scham und Verzweiflung der Betroffenen ab – besonders dann, wenn es sich um Jugendliche handelt.

So unangenehm das Thema auch sein mag, die Polizei rät dringend:

   -	Nicht bezahlen! Die Erpressung endet nicht dadurch, dass Geld 
überwiesen wird.
   -	Sofort Kontakt abbrechen. Chatverläufe nicht löschen, sondern 
sichern.
   -	Beweise sammeln: Screenshots, Profilnamen, 
Zahlungsaufforderungen.
   -	Keine weiteren Bilder oder Informationen versenden.
   -	Unverzüglich Anzeige erstatten - persönlich oder über die 
Onlinewache.
   -	Vertrauenspersonen einbeziehen. Besonders Jugendliche sollten 
sofort Eltern, Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen informieren.

Damit Sie kein Opfer von Sextortion werden:

   -	Misstrauen bei schnellen Online-Bekanntschaften - insbesondere, 
wenn früh intime Themen angesprochen werden.
   -	Sensibler Umgang mit Bildern und persönlichen Daten.
   -	Höchste Datenschutzeinstellungen in sozialen Medien nutzen.
   -	Keine privaten Dokumente wie Ausweise an unbekannte Personen 
senden.
   -	Gespräche innerhalb der Familie zum Thema Online-Sicherheit 
führen.
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