Verband: Pflegekräfte in RLP verdienen mehr – Steigen jetzt die Eigenanteile?

Die Löhne in der Branche steigen. Das könnte bedeuten, dass Heimbewohner nun höhere Eigenanteile zahlen müssen.

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Foto: Bernd Thissen/dpa/Symbolbild

BERLIN/MAINZ. Die Bezahlung dringend gesuchter Pflegekräfte hat sich nach Angaben des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) in Rheinland-Pfalz verbessert. Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen im Bundesland von 23,10 Euro (2024) auf 24,01 Euro, wie Daten des Verbands ergeben.

Er vertritt auch die Pflegekassen und legt jährlich eine Berechnung der Löhne vor. Eine Steigerung gibt es auch bundesweit – und zwar im Schnitt um 4,9 Prozent auf 23,70 Euro. Verbandschef Oliver Blatt sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Pflegekräfte können sich insgesamt darauf verlassen, dass sie fair bezahlt werden.» Was für sie gut sei, habe aber auch eine Kehrseite. «Infolge der Lohnanpassungen werden die Eigenanteile der Pflegeheimbewohner erneut deutlich steigen.» Die Politik müsse endlich Wege aufzeigen, um höhere Belastungen zu begrenzen.

Was das für die Eigenanteile bedeuten könnte

Nach Schätzung des GKV-Verbands dürften die Lohnzuwächse die Eigenanteile nun um durchschnittlich 100 Euro pro Monat steigen lassen – wovon im Schnitt 30 Euro über Entlastungszuschläge aufgefangen werden, die es je nach Dauer des Heimaufenthalts von den Pflegekassen gibt. Bei der Pflegeversicherung dürfte dies zu Mehrausgaben von rund 260 Millionen Euro im Jahr führen.

Hintergrund ist, dass die Pflegeversicherung – im Unterschied zur Krankenversicherung – nur einen Teil der Kosten für die Pflege und Betreuung trägt. Die Personalkosten fließen hier maßgeblich ein – und seit 2022 darf es Versorgungsverträge der Pflegekassen nur noch mit Heimen geben, die nach Tarif oder ähnlich zahlen. Für Bewohner kommen Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Heimen und Ausbildungskosten hinzu. (Quelle: dpa)

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