Stolperstein-Verlegung in Trier: Jugendliche erinnern an Opfer von NS-Zwangssterilisationen

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Nach der Verlegung wurden die letzten Stolpersteine vor dem Helenenhaus in der Innenstadt von den Projektbeteiligten mit Rosen geschmückt; Foto: Presseamt

TRIER. Ein würdiges Zeichen der Erinnerung: Mit der Verlegung der letzten 20 Stolpersteine vor dem Helenenhaus ist der größte Gedenkort in Trier für Opfer von NS-Zwangssterilisationen nun vollständig. Jugendliche der Wilhelm-Cüppers-Schule engagierten sich aktiv bei der Gedenkveranstaltung – und setzen damit ein klares Zeichen gegen das Vergessen.

Gedenken an NS-Opfer: Stolpersteine als Mahnung

Bereits seit 2018 erinnern vor dem Helenenhaus in der Trierer Innenstadt insgesamt 70 Stolpersteine an die grausame Zwangssterilisation von Schülerinnen und Schülern der damaligen Provinzial-Taubstummenschule. Nun wurde das Projekt durch den Künstler Gunter Demnig in Kooperation mit dem Kulturverein Kürenz vollendet.

Die letzten Stolpersteine wurden gemeinsam mit Vertreter:innen der Stadt, der Vereinigten Hospitien und der katholischen Gehörlosengemeinde des Bistums Trier verlegt. Symbolisch geschmückt mit weißen Rosen, mahnen sie zum respektvollen Umgang mit Geschichte und Gegenwart.

Jugendliche setzen starkes Zeichen

Besonders bewegend: Die aktive Beteiligung der Schüler:innen der Wilhelm-Cüppers-Schule – der heutigen Nachfolgeeinrichtung. In einer eindrucksvollen Lesung trugen sie Namen, Lebensdaten und literarische Texte wie „Des Unschuldigen Schuld“ von Gerty Spies vor.

Kulturdezernent Markus Nöhl betonte die Bedeutung des Gedenkens:

„Die Zwangssterilisation ist ein Unrecht, das wir nicht vergessen dürfen. Die heutige Jugend zeigt, wie wichtig Verantwortung und Erinnerungskultur sind.“

Das Helenenhaus als Ort des Erinnerns

Der Gedenkort steht unter der Schirmherrschaft der Vereinigten Hospitien Trier – Eigentümer des historischen Helenenhauses. Dieses diente einst als Internat für die Provinzial-Taubstummenschule. Was heute ein stiller Ort des Erinnerns ist, war in der NS-Zeit für viele der Anfang eines unmenschlichen Schicksals.

Mit dem Abschluss der Stolperstein-Verlegung rückt ein dunkles Kapitel der Trierer Stadtgeschichte erneut ins kollektive Bewusstsein – nicht nur durch Mahnmale aus Messing, sondern auch durch das Engagement junger Menschen, die der Vergangenheit eine Stimme geben.

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