Unfallbilanz der Polizei Trier: So entwickelten sich die Zahlen bei Unfällen und Verletzten

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Foto: Marcus Brandt / dpa / Symbolbild

TRIER. Die Polizeiinspektion Trier hat die Verkehrsunfallbilanz für 2024 vorgelegt. Die Rechts- und Arbeitsgrundlage dieser Erhebung ist das „Gesetz über die Statistik der Straßenverkehrsunfälle” (Straßenverkehrsunfallstatistikgesetz – StVUnfStatG) vom 15. Juni 1990 sowie das „Erste Gesetz zur Änderung des Straßenverkehrsunfallstatistikgesetzes” vom 23. November 1994. Aufgrund dieser Rechtsgrundlagen wird über Unfälle, bei denen infolge des Fahrverkehrs auf öffentlichen Wegen und Plätzen Personen getötet oder verletzt oder Sachschäden verursacht worden sind, eine Statistik geführt.

Zuständigkeiten der Polizeiinspektion Trier

Die Zuständigkeit der Polizeiinspektion Trier – zu der auch die Polizeiwache Innenstadt gehört – erstreckt sich auf das Stadtgebiet Trier mit Ausnahme der Stadtteile Biewer, Ehrang, Quint, Pfalzel, Eitelsbach und Ruwer. Darüber hinaus ist sie zuständig für die Ortsgemeinden Hockweiler, Franzenheim, Igel, Langsur, Ralingen und Trierweiler der Verbandsgemeinde Trier-Land sowie die Ortschaften Korlingen, Sommerau, Gutweiler, Gusterath, Pluwig und Ollmuth der Verbandsgemeinde Ruwer.

Allgemeine Aussagen zur Gesamtentwicklung

Graphik: Polizeiinspektion Trier

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Trier zeigte die Verkehrsunfallbilanz für das Jahr 2024 mit insgesamt 4.123 registrierten Verkehrsunfällen im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 2,2 % von zuvor 4.216 Verkehrsunfällen im Jahr 2023.

Hierunter fielen insgesamt 353 Verkehrsunfälle, bei denen es zu Personenschäden gekommen ist. Hierbei wurden insgesamt 446 Personen verletzt (2023: 549) – darunter 407 Personen leicht verletzt (2023: 492), 38 Personen schwer verletzt (2023: 56) sowie ein tödlich verletzter Verkehrsteilnehmer (2023: 1). Die Anzahl der Schwerverletzten ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 32,1 % zurückgegangen. Die Zahl der leicht verletzten Personen ist um 17,3 % zum Vorjahreswert gesunken. Die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer ist mit einer Person konstant geblieben.

Entwicklung der Hauptunfallursachen

Zu den Hauptunfallursachen zählen wie auch in den Vorjahren die Unfallursachen Abstand mit 49,6 % (2023: 47,4 %), Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren mit 21,5 % (2023: 23,0 %), Unfälle beim Vorbei-/Nebeneinanderfahren mit 5,4 % (2023: 4,6 %) sowie Vorfahrts-/Vorrangunfälle mit 4,8 % (wie 2023). Die Unfallursache Geschwindigkeit, die oftmals in der Folge zu Verkehrsunfällen mit teils schweren Personenschäden führt, konnte von 136 Fällen in 2023 um 15 % auf 115 Fälle in 2024 gesenkt werden. Die verbotswidrige Nutzung eines Smartphones während der Autofahrt führt zu Ablenkungen und hierdurch auch immer wieder zu Gefahrensituationen, die schlimmstenfalls auch verheerende Folgen nach sich ziehen können. 27 Verkehrsunfälle ließen sich auf die Unfallursache „Ablenkung“ während der Fahrt zurückführen (2023: 48).

Verkehrstüchtigkeit (insbesondere Alkohol, Drogen, Medikamente)

Die Polizeiinspektion Trier ist sehr präsent und damit ansprechbar für die Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Raum. Darüber hinaus setzt sie im Rahmen ihres präventiven Auftrags zur Bekämpfung von Verkehrsunfällen auf die regelmäßige Durchführung von anlassbezogenen, aber auch anlassunabhängigen sog. allgemeinen Verkehrskontrollen.

Im Jahr 2024 wurden insgesamt 116 Strafanzeigen und 42 Ordnungswidrigkeitenverfahren in Verbindung mit dem Konsum von Alkohol, 28 Strafanzeigen und 77 Ordnungswidrigkeitenverfahren in Verbindung mit dem Konsum von Betäubungsmitteln gegen Verkehrsteilnehmer eingeleitet, die in der Folge sowohl Führerscheinentzüge als auch empfindliche Geldstrafen nach sich zogen. Darüber hinaus konnten insgesamt 54 Verkehrsteilnehmer durch die hohe anlassunabhängige Präsenz noch vor Fahrtantritt an der Begehung einer sog. Trunkenheitsfahrt gehindert werden.

Die Entwicklung alkoholbedingter Verkehrsunfälle oder unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln/Medikamenten verursachte Verkehrsunfälle, die regelmäßig zu den häufigsten Ursachen für schwere Verkehrsunfälle gehören, konnte von 85 Fällen im Jahr 2023 auf nunmehr 76 Fälle im Jahr 2024 gesenkt werden (-10,5 %).

Verkehrsunfälle unter Radfahrerbeteiligung

Mit 107 Verkehrsunfällen unter Beteiligung von Radfahrerinnen und Radfahrern, wobei 95 Personen leicht, 11 Personen schwer und einer tödlich verletzt wurden, ist die Gesamtzahl im Vorjahresvergleich (2023: 127) deutlich rückläufig (- 15,8 %). Neben der Mitwirkung an straßenbaulichen Veränderungen (Engineering) und Überwachungsmaßnahmen (Enforcement) bietet die Polizeiinspektion Trier vielfältige Präventionsveranstaltungen an (Education), die von unserer speziell ausgebildeten Jugendverkehrsschule durchgeführt werden. So wurden im Jahr 2024 insgesamt 1007 „Fahrradführerscheine“ (nach absolvierter Prüfung) für Schülerinnen und Schüler der Trierer Grundschulen sowie im unmittelbaren Umland ausgestellt. Auch im Kindergarten werden kindgerechte Veranstaltungen organisiert, die darauf abzielen, ein Verständnis für die Gefährlichkeit des Straßenverkehrs zu schaffen und diese auf ein Minimum zu reduzieren.

Verkehrsunfälle unter Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen (sog. E-Scootern)

Im Jahr 2024 waren E-Scooter bei 19 Verkehrsunfällen beteiligt (2023: 23 Fälle), wobei in der Folge 14 Personen leicht und drei Personen schwer verletzt wurden. In diesem Kontext ergeht der ergänzende Hinweis, dass ein E-Scooter nur mit gültigem Versicherungsschutz in Betrieb genommen werden darf. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 136 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz festgestellt und beanzeigt.

Verkehrsunfallentwicklung nach Altersgruppen

Die Altersgruppen „junge Fahrer“ (18 bis 24 Jahre) und „Senioren“ (ab 65 Jahren) wiesen eine überproportionale Beteiligung von ca. 22,2 % (wie 2023) und ca. 22,3 % (21,6 % in 2023) an den verursachten Verkehrsunfällen auf.

Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort

In 952 Fällen haben sich Verkehrsunfallbeteiligte von den Unfallörtlichkeiten unerlaubt entfernt (2023: 1020). Die Aufklärungsquote konnte gesteigert werden (von 42,9 % in 2023 auf 44,1 % in 2024), sodass nach wie vor fast jede zweite Unfallflucht aufgeklärt werden konnte. (Quelle: Polizeidirektion Trier)

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