TRIER. Die Beschäftigten in Trier waren im Jahr 2022 deutlich seltener krankgeschrieben als im Landesdurchschnitt.
Das geht aus repräsentativen Daten der BARMER hervor. Für ihre Analysen hat die gesetzliche Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbspersonen aus Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet. Der Krankenstand in der Stadt lag bei 5,4 Prozent (Land: 6,3 Prozent, Bund: 6,2 Prozent). „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1.000 Beschäftigten 54 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Jörg Kalkstein, Geschäftsführer der BARMER in Trier.
Auf Beschäftigte mit Wohnsitz in Trier entfielen rechnerisch 19,9 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage (Land: 22,9 Tage, Bund: 22,7 Tage). Jede Erwerbsperson in der Stadt meldete sich im Durchschnitt 1,8 Mal arbeitsunfähig (Land und Bund: 1,9). Kalkstein sagt: „Hauptursache für die Krankschreibungen in Trier waren Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel Husten und Schnupfen.“
Atemwegserkrankungen verursachten bei jedem Beschäftigten aus Trier 4,2 Tage von Arbeitsunfähigkeit. Es folgen psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen (3,7 Tage), Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa Rückenschmerzen (3,0 Tage) und Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (2,0 Tage). Probleme mit dem Muskel-Skelett-System, psychische Leiden, Atemwegserkrankungen und Verletzungen waren die vier häufigsten Ursachen für Krankmeldungen in Trier.
„Im Frühjahr des Jahres 2021 ist die typische Grippe- und Erkältungswelle ausgeblieben. Dann haben sich nach der Corona-Pandemie die Kontakte zwischen den Menschen normalisiert, was Atemwegsinfekte begünstigt hat“, erklärt Kalkstein. Die in der Pandemie sinnvolle Entlastung der Arztpraxen durch die telefonische Krankschreibung habe dagegen nur geringen Einfluss auf die Fehlzeiten gehabt, denn sie sei auch schon im Jahr 2021 möglich gewesen. „Durch die demographische Entwicklung der Erwerbsbevölkerung und den Fachkräftemangel ist in den Unternehmen ein aktiver Umgang mit seelischen Erkrankungen unumgänglich. So führt zum Beispiel mangelnde Zusammengehörigkeit im Team nachweislich zu einer deutlichen Zunahme depressiver Verstimmungen“, sagt Kalkstein. Vor diesem Hintergrund fiele dem betrieblichen Gesundheitsmanagement eine wichtige Funktion bei der Vorbeugung psychischer Erkrankungen zu.

















