Naturpark Saar-Hunsrück: Abriss alter Häuser, Scheunen, Ställe gefährdet Wildbienen

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Eine Wildbiene schlürft Nektar aus einer Vergissmeinnicht-Blüte. Foto: dpa

HERMESKEIL. Mit den Frühlingsboten wie Krokusse, Schneeglöckchen und Narzissen ist auch das Summen von Wildbienen, Hummeln und Co. zu hören. Die Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) ist eine der früh fliegenden Wildbienen. Sie ist ca. 14 bis 15 Millimeter groß und ihr Vorkommen ist vor allem durch das Angebot geeigneter Nistplätze bestimmt. Sie kommt nicht in Höhenlagen von über 500 Meter vor. Ihre schnellen Schwirrflüge und die pelzartige Behaarung sind ihr Markenzeichen, wie die Naturpark Saar-Hunsrück mitteilt.

Die Weibchen der Pelzbiene nisten z.B. an sonnenexponierten, steilwandigen Flußufern, in Sand-, Kies- und Lehmgruben, in Weinbergen mit Trockenmauern sowie in Dörfern und Städten. Weitere Nistplätze sind unverputzte Wände alter Gebäude, Scheunen, Ställe, wo die Fugen vor allem aus Sand, Lehm oder mit Kalkmörtel ausgefüllt sind, Steilwände und Abbruchkanten, Trockenmauern in Gärten, an überdachten, regengeschützten Standorten. Ihre wichtigsten Nahrungspflanzen sind z. B. Lerchenspron, Weiß-Klee, Lungenkraut, Beinwell, Gewöhnliche Ochsenzunge, Taubnesselarten sowie Obstbäume, die sich im Umkreis von 100 Metern und mehr um die Nester befinden. Die Frühlings-Pelzbiene, die gerne in altem Mauerwerk aus Löss und Lehm nistet, kann durch den Abriss alter Häuser, Naturpark Saar-Hunsrück, stark gefährdet werden. Daher ist das Engagement für die Erhaltung von altem Mauerwerk aus Lehm und Kalkmörtel so wichtig, um die Artenvielfalt der Pelzbeine im Dorf und Garten zu stärken und sich für den Erhalt der Biodiversität im Naturpark Saar-Hunsrück einzusetzen.


Von den ca. 560 Wildbienenarten in Deutschland sind ca. 41 % als bestandsgefährdend einzustufen, so der Agrar-Report des Bundesamtes für Naturschutz. Auch der Gesamtbestand der Insekten hat deutlich abgenommen. Unsere heimischen Blühpflanzen und Gehölze in unseren Gärten, Parks und auch auf öffentlichen Flächen, bieten den Insekten ein reiches Angebot an Pollen und Nektar und leisten daher einen großen Beitrag zu deren Schutz und für ein nachhaltiges Nahrungsangebot. Denn viele Insekten verhungern, da sie auf ein bestimmtes Nahrungsangebot angewiesen sind, welches sie allzu oft nicht vorfinden.

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