Trier-Saarburg: Tag des Gesundheitsamtes – Mehr als nur Pandemie-Bekämpfung

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Foto: Kreisverwaltung Trier-Saarburg

TRIER. Die Pandemie fordert die Gesundheitsämter seit zwei Jahren in extremem Ausmaß. Dennoch haben die Gesundheitsämter viele andere Aufgabenbereiche, die nicht an Bedeutung verloren haben, auch wenn sie während der Pandemie meist nur mit einer Notbesetzung oder gar nicht bearbeitet werden können, wie die Kreisverwaltung Trier-Saarburg mitteilt. „Die rund 400 Gesundheitsämter in Deutschland sind eine zentrale Säule für den Schutz und die Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung“, betont daher auch Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich des Tages des Gesundheitsamts am 19. März.

Gesundheitsuntersuchungen für Flüchtlinge, aber auch viele andere

„Die Gesundheitsämter haben einen viel größeren Einfluss auf die Gesundheit als vermutlich vielen bewusst ist“, unterstreicht Dr. Harald Michels, der Leiter des Gesundheitsamtes Trier-Saarburg. Besonderes Augenmerk richten die Gesundheitsämter auf Bevölkerungsgruppen, für die kein oder ein erschwerter Zugang zur gesundheitlichen Regelversorgung gegeben ist, z.B. auch auf geflüchtete Menschen. „Wir untersuchen alle ankommenden Flüchtlinge, bevor sie zu ihren Unterkünften gebracht werden. Aktuell können das pro Tag schnell ein paar Hundert sein“, so Michels.

Präventionsarbeit normalerweise ein Schwerpunkt

Die Alltagsaufgaben eines Gesundheitsamtes sind vielfältig: Dazu zählen zum Beispiel Kita- und Schuleingangsuntersuchungen oder die Kontrolle der Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche. Die Gesundheitsämter bieten auch Beratungs- und Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen, chronisch kranke sowie körperlich behinderte bzw. von Behinderung bedrohte Menschen, teils in Bereichen in denen niemand sonst tätig ist. Hinzu kommen Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien mit Kleinkindern, Mütter- und Schwangerenberatungen, Kontroll- und Überwachungsaufgaben im Bereich der Krankenhaus-, Umwelt- und Seuchenhygiene, die Erstellung amtsärztlicher Gutachten von der Einstellung bis zur Dienstfähigkeit, Gesundheitsfürsorge für Sexarbeiterinnen, Beratungen bei Impfungen und – besonders wichtig in der Pandemie – die kommunale Gesundheitsberichterstattung zur Information der Bevölkerung und die Politikberatung.

Die Ressourcen zur Unterstützung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes wurden zuletzt gestärkt. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Trier-Saarburg ist von 60 auf 90 angewachsen. „Und nicht selten mussten wir weitere Hilfe aus anderen Abteilungen der Verwaltung oder Soldaten der Bundeswehr in Anspruch nehmen“, so Michels. Die Politik hat die Bedeutung der Gesundheitsämter im „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ erkannt und gestärkt.

Den Tag des Gesundheitsamtes hat das Robert Koch-Institut erstmals 2019 ausgerufen, um die Arbeit der rund 400 Gesundheitsämter zu würdigen und auf ihre Situation hinzuweisen – die personelle Ausstattung war zuvor über viele Jahre gesunken. Der 19. März ist der Geburtstag von Johann Peter Frank. Der Mitte des 18. Jahrhunderts geborene Arzt und Sozialmediziner gilt als Begründer des Öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Weitere Informationen: www.rki.de/tag-des-gesundheitsamtes.

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