Zwei Milliarden Fläschchen: Schott steigert Produktion von Impfstoff-Ampullen

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Foto: dpa-Archiv

MAINZ. Der Mainzer Spezialglas-Hersteller Schott baut weltweit seine Produktion von Glasflaschen für einen Corona-Impfstoff aus. „Wir rechnen ungefähr mit zwei Milliarden Fläschchen, die wir bis Ende nächsten Jahres zur Verfügung stellen können“, sagte Björn Weller, Unternehmenssprecher von Schott Pharmaceutical Systems, am Dienstag in Mainz.

Da auch andere Spezialglas-Hersteller die Produktion hochführen, „sind wir sehr sicher, dass die Versorgungslage gesichert ist“, sagte Weller. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ darüber berichtet.

Bereits mit dem Beginn verschiedener klinischer Studien für einen Impfstoff habe Schott angefangen, die Herstellung von Pharmaverpackungen zu steigern. Möglich mache dies ein eine Milliarde US-Dollar großes Investitionsprogramm, das Schott im März 2019 – also lange vor der Corona-Pandemie – gestartet habe. Ziel sei es den Pharma-Bereich und damit unter anderem die Produktion von Glasfläschchen in den weltweit 16 Werken auszubauen. Ungefähr 30 Millionen Ampullen, Fläschchen und Spritzen stelle das Unternehmen pro Tag her. Auf ein Jahr gerechnet produziere Schott rund elf Milliarden Pharmaverpackungen.

Sollten sich die Impfungen in den nächsten Jahren als langfristig wirksam erweisen, erwarte das Unternehmen einen Umschwung auf vorfüllbare Glasspritzen, sagte Weller. Bei Arzneimitteln wie einem Impfstoff sei wichtig, dass sie geschützt in geeigneten Behältern aufbewahrt würden. „Am Ende ist es entscheidend, dass das Medikament und das Packmittel gemeinsam zugelassen werden.“ Das vom Firmengründer Otto Schott erfundene Borosilikatglas werde weltweit von unterschiedlichen Glasunternehmen produziert und gelte als der Goldstandard für die Verpackung von Medikamenten. Nur einige Kilometer von der Schott-Zentrale in Mainz entfernt sitzt mit Biontech auch eine Firma, die gut im Rennen um einen Corona-Impfstoff liegt.

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